„Sistergold“: Rasante Musik ohne Notenblatt

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Mit ihren Saxophonen in Aktion: Die Sistergold-Musikerinnen (von links) Inken Röhrs, Elisabeth Flämig, Sigrun Krüger und Kerstin Röhn.

Auf ihre Instrumente (Saxophone) und den internationalen Erfolg spielt der Konzerttitel „Saxesse" an, mit dem die vier Powerfrauen von Sistergold in Battenberg brillierten.

Das Saxophon sei zur Zeit seiner Erfindung um 1850 zunächst gar nicht beliebt gewesen, erzählte Kerstin Röhn (Baritonsaxophon). Dass sich das rasch änderte, merkten die rund 120 Besucher schon beim ersten Stück, einem Jazz-Medley aus den Golden Twenties, bei dem unwillkürlich die Beine zu wippen begannen.

Es folgte ein zweistündiges musikalisches Feuerwerk mit vielfach neu arrangierten Kompositionen von Friedrich Kuhlau und Astor Piazzolla über Jazz und Blues aus New Orleans bis zu George Gershwin. Auch „Ohrwürmern“ von Abba und aus erfolgreichen Filmen wie Harry Potter oder dem Western „Die glorreichen Sieben“ (köstlich hier der wiegende Cowboy-Gang der eleganten Musikerinnen) waren vertreten.

Zur rasant gespielten Musik ohne ein einziges Notenblatt kam die perfekt einstudierte Performance mit synchronen Bewegungen, Fingerschnalzen, zur variierten Lautstärke parallel laufendem Vor- und Zurückweichen, Umeinander-Kreisen und tollem Beineinsatz, etwa beim Stepptanz mit knallendem Wechsel zwischen Fußspitze und Absatz.

Dazu hatten neben den Saxophonen in sämtlichen Lagen auch weitere Instrumente ihren Einsatz, zum Beispiel die Querflöte, aber auch eine Vogelpfeife beim „African Market Place“ („Wir haben uns für die ornithologische Ausrichtung entschieden“). Beim populären „Oh! Susanna“ mischte sich stilisiertes Pferdewiehern in den heißen Galopp.

Dass die vier Ladies wunderbar aufeinander eingespielt sind, zeigten sie unter anderem bei ihrer witzigen Demonstration zur Konzertvorbereitung. Da ging es natürlich um das Stimmen der Instrumente („Es geht“, hieß die bewusst lässige Antwort), aber auch ums Schuheputzen, Naseschnäuzen und Haare-Sprayen und gipfelte im Saxophon-Spiel à trois: Elisabeth Flämig („Die Frau mit den drei Lungenflügeln“) war für das Mundstück zuständig, die Griffe übernahm jeweils eine Hand von Inken Röhrs und Sigrun Krüger.

Das Publikum, das sich mit den geforderten „Hey-Rufen“ gerne interaktiv beteiligte, zollte dem hinreißenden Abend den wohlverdienten Applaus und genoss mit „Waterloo“ und „Mister Sandman“ Stimmungsmacher-Zugaben.

Von Marise Moniac

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