Gefahr für Radler und Fußgänger beim Überqueren

SPD fordert Tempolimit auf der Bundesstraße 253 bei Battenberg

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Um diesen Bereich geht es: Die B 253 an der oberen Ortsausfahrt (oben Bildmitte) von Battenberg. Die Bundesstraße wird hier von einem Fahrradweg aus und in Richtung Laisa gekreuzt (unten links). Eine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt es hier für den Verkehr auf der B 253 nicht.

Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der B253 im Bereich des Abzweiges Biedenkopfer Straße am Laisaer Berg in Battenberg fordert die Battenberger SPD-Fraktion. Der Antrag wurde vom Stadtparlament einstimmig unterstützt.

„Viele Autofahrer fahren in diesem Bereich zu schnell. Auf dem Radweg von und nach Laisa sind sonntags ganze Heerscharen unterwegs“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Günther Schneider. Es sei so gut wie unmöglich, die Bundesstraße als Radfahrer oder Fußgänger zu überqueren.

Einen Vorstoß der Stadt Battenberg in Richtung Geschwindigkeitsbegrenzung hatte die Straßenverkehrsbehörde Hessen-Mobil abgelehnt. Begründung: Messungen hätten ergeben, dass 85 Prozent der Pkw-Fahrer in diesem Bereich nicht schneller als 91 Stundenkilometer fahren. Prognosen zufolge fahren dort 4500 bis 5000 Autos am Tag. Die Notwendigkeit einer Geschwindigkeitsbeschränkung – derzeit gilt dort Tempo 100 – sieht die Behörde nicht.

„Ich halte es für unverantwortlich, was die Verkehrsbehörde geschrieben hat“, wetterte der Laisaer Heinz-Günther Schneider. „Da gehen jeden Tag bestimmt 30 bis 40 Leute mit ihren Hunden über die Straße. Der Radweg ist stark frequentiert. Muss da erst einer totgefahren werden?“, schimpfte Schneider und erinnerte an den tödlichen Motorradunfall im Jahr 2014 auf der Landesstraße bei Frohnhausen: Erst nach massiven Protesten und einer Unterschriftenaktion hatte es dort an der Einmündung zum Dorf eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer gegeben. Weiterhin regte der SPD-Politiker an, auf der Biedenkopfer Straße vor dem Festplatzweg Tempo 50 auszuschildern oder das Ortsschild in Richtung Laisa zu versetzen.

„Die Bürgerliste Battenberg sieht diesen Bereich auch mit einem mulmigen Gefühl“, sagte Fraktionschef Klaus Hinrichs. Sein Vorschlag: Tempo 70 von der Ederbrücke bis zur Einmündung Biedenkopfer Straße. Berücksichtigen sollte man laut Hinrichs auch die „erhebliche Lärmbelästigung“ durch Motorradfahrer.

Man könne nicht überall Geschwindigkeitsbeschränkungen verhängen. „Wir zuckeln ja schon alle mit 30 Stundenkilometern nach Marburg“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Weiß. Nach dem Schreiben der Verkehrsbehörde glaube er nicht an Tempo 70. Weiß: „Das entscheidet nicht die Stadt, sondern der Landkreis.“ Gleichwohl unterstütze die CDU den Antrag. Ähnlich sieht das der Bürgermeister: „Wir sind da überhaupt nicht zuständig, die Entscheidung fällt jemand anderes“, sagte Christian Klein.

Einstimmig beschlossen wurde schließlich, die Straßenverkehrsbehörde um einen erneuten Ortstermin zu bitten. Neben der Geschwindigkeit soll dann auch die Lärmbelastung auf der Bundesstraße untersucht werden – und zwar im Sommer, nicht im Oktober, wie bei der letzten Messung.

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