Stromkabel in Dodenau eingepflügt

Verlegung eines Stromkabels mit dem Kabelpflug: Unser Bild zeigt die Raupe mit der Kabeltrommel (oben) an der Dodenauer Grillhütte. Links sieht man das Schild des Trucks, der die Raupe mit einem dicken Stahlseil zieht. Fotos: Hoffmeister

Dodenau. Schweres Gerät hat die Stadt Battenberg auffahren lassen, damit die Dodenauer Grillhütte einen Stromanschluss erhält. Eine Firma aus Franken pflügte ein Kabel in die Erde.

Aus dem fränkischen Aurachtal bei Nürnberg war eine Spezialfirma mit Seilwinden-Truck und Raupe angerückt. Das Kabel für die künftige Stromleitung wurde über rund 700 Meter „eingepflügt“.

Ursprünglich war „Knochenarbeit“ mit einem wochenlangen Arbeitseinsatz zahlreicher Dodenauer Helfer geplant. Kosten wird der Einsatz des Kabelpfluges 3750 Euro. Das Geld wird laut Bürgermeister Christian Klein über Spenden finanziert.

Auf´weichem Boden geht das Schwert des Kabelpfluges wie Butter durch die Wiese. Bis zu vier Kilometer Kabel könne man so pro Tag verlegen, sagte Jonas Pickel, der die Raupe steuerte, der HNA. Im Führerhaus des Seilwinden-Trucks saß Matthias Roderus.

Doch schon kurz nach dem Start an der Grillhütte gab es die ersten Probleme: Ein Baum stand im Weg. Dittmar Schmitt fällte ihn schließlich mit der Motorsäge.

Mitten durch das Wildgehege: Der Battenberger Büroleiter Reiner Zissel (links) und Architekt Uwe Poppe begutachten die Spur des Kabelpfluges.

Die Zugkraft der Raupe auf ihren Ketten reichte nicht aus, um den felsigen Boden am Wildgehege 70 Zentimeter tief aufzubrechen. Deshalb spannte Matthias Roderus den Seilwinden-Truck vor die Raupe. So waren bis zu 160 Tonnen Zugkraft möglich. Problemlos rüttelte sich der Pflug auch durch dicke Astwurzeln. Hatten der Grillhütten-Bautrupp und der Dodenauer Ortsbeirat „etwa drei Wochen“ für die Verlegung des Stromkabels über 900 Meter Länge von der Grillhütte zum ersten Mobilfunk-Sendemasten angenommen (bis dort liegt ein Stromkabel), so sah es nach nur einer guten Stunde so aus, als würde der Kabelpflug seine Arbeit in Kürze abgeschlossen haben.

Doch daraus wurde nichts. Vor dicken Felsplatten am Lindenweg mussten schließlich sogar die Raupe und der 480 PS-starke Seilwinden-Truck kapitulieren. „Es sind noch 230 Meter“, sagte Uwe Poppe, einer der beiden Grillhütten-Architekten, der HNA. Das letzte Stück bis zum Sendemasten soll nun doch mit dem Bagger des städtischen Bauhofes und freiwilligen Helfern in Angriff genommen werden.

Das Rot- und Damwild, das normalerweise am Zaun des Wildgeheges um Futter bettelt, wurde kurzfristig umquartiert.

Fazit: Die Dodenauer sind dank des Kabelpfluges einen großen Schritt weiter in Sachen Stromanschluss für die Grillhütte, die im Herbst eingeweiht werden soll. Auf den restlichen 230 Metern werden allerdings sicher noch einige Schweißperlen fließen.

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