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Tödlicher Verkehrsunfall in Dodenau: Autofahrer verurteilt

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Von: Thomas Hoffmeister

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Justitia
Gericht - Symbolbild. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Zu einer Geldstrafe von 16.200 Euro (180 Tagessätze à 90 Euro) hat das Frankenberger Amtsgericht einen 39-jährigen Mann verurteilt. In dem Prozess ging es um einen Verkehrsunfall, bei dem zwei junge Männer gestorben waren.

Marburg/Dodenau - Dieser Mann hatte, nach Überzeugung des Gerichts, am Abend des 22. Dezember 2018 in Dodenau fahrlässig einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei junge Männer (29 und 30 Jahre alt) getötet worden waren, die zu Fuß entlang der Kreisstraße 114 unterwegs waren.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 39-jährigen Fahrer eines Mercedes SLK vorgeworfen, den Unfall unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (Cannabis und Amphetaminen) verursacht zu haben. Es war dunkel und regnete.

„Hätte der Fahrer die Geschwindigkeit den schwierigen Bedingungen angepasst, wäre der Tod von zwei jungen Menschen vermutlich vermeidbar gewesen“, sagte Staatsanwalt Timo Ide beim Verlesen der Anklageschrift am Dienstag (29.03.2022).

Bei seiner Befragung durch Richterin Petra Kaschel räumte der Angeklagte ein, dass er vor dem Unfall Betäubungsmittel genommen hatte und er „bis heute“ auch Drogen konsumiere. In einem Brief an die Eltern beider Todesopfer, den er im April 2019 verschickt hatte, bedauert der Angeklagte die tragischen Vorfälle und spricht den Hinterbliebenen sein Beileid aus: „Es tut mir so leid, so weh. Mir fehlen immer noch die Worte“, steht in diesen Briefen.

Gutachter eingeschaltet

In die Unfallermittlungen hatten Polizei und Staatsanwaltschaft damals einen Kfz-Sachverständigen eingeschaltet. Dieser geht davon aus, dass der Pkw mit einer Geschwindigkeit von „70 bis 75 km/h“ die beiden nebeneinander laufenden Fußgänger erfasste.

Nach einem licht-technischen Gutachten, für das es eine nachgestellte Szene vor Ort mit Schaufensterpuppen in der Bekleidung der Opfer gegeben hatte, kam der Gutachter zu dem Schluss, dass der Fahrer die Fußgänger aus 25 Metern Entfernung hätte sehen müssen – dass er bei einer Geschwindigkeit von über 70 km/h aber nicht mehr rechtzeitig anhalten konnte. Der Angeklagte sagte, er sei von einem entgegenkommenden Pkw geblendet worden.

Ein toxikologisches Gutachten kam zu dem Schluss, dass es unstrittig einen Drogenkonsum vor dem Unfall gab, dieser aber nicht ursächlich für den tragischen Unfall gewesen sein muss. Staatsanwalt Ide hatte in seinem Plädoyer eine einjährige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert.

Lange Dauer bis zur Hauptverhandlung

Der tragische Unfall liegt fast dreieinhalb Jahre zurück. Die lange Dauer bis zur Hauptverhandlung begründete Staatsanwalt Timo Ide mit „umfangreichen Ermittlungen“ im Vorfeld, insbesondere der Dauer des licht-technischen Gutachtens. Sie habe erst im Juli 2021 die Anklage bekommen, sagte Richterin Petra Kaschel.

Zuletzt musste das Verfahren wegen der Corona-Pandemie von Frankenberg in den großen Schwurgerichtssaal des Marburger Landgerichts verlegt werden. (Thomas Hoffmeister)

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