Aussichtsturm seit 1. April wieder zugänglich

Wächter der Kellerburg: Er schließt jeden Tag den Battenberger Turm auf 

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Er hat den Schlüssel zum Turm: Jörg Bienhaus schließt täglich die Tür zum Battenberger Turm auf und zu. 

Battenberg. Zwei Mal täglich läuft er den Weg bis zum Turm hinauf und findet es trotzdem noch traumhaft schön hier oben. Jörg Bienhaus schließt ehrenamtlich jeden Morgen die Tür des Turms der früheren Kellerburg auf und kommt abends wieder, um sie abzuschließen.

Unter der Woche macht er das noch, bevor er seine Arbeit am städtischen Bauhof beginnt – er ist dann schon gegen 6.45 Uhr am Turm.

Das Ehrenamt betreibt er bereits seit sieben oder acht Jahren, genau wisse er das nicht mehr. Er fühlt sich mit dem Turm und dem Hausberg von Battenberg schon seit frühester Kindheit verbunden. „Das Haus meiner Großeltern war am Fuße des Bergs“, erzählt der städtische Mitarbeiter. So ist das Ehrenamt für ihn ganz selbstverständlich: „Da kümmert man sich darum.“ Wenn Bienhaus einmal verreist oder krank ist, springt sein Sohn ein oder er sucht im Bekanntenkreis nach einer Vertretung.

Nötig wurde der Schließdienst nach einigen Vandalismusvorfällen. So schleppten Unbekannte zum Beispiel einen großen Stein auf den Turm und ließen ihn auf die Schutzhütte nebenan fallen. „Deshalb beschloss man, dass es besser wäre, wenn jemand täglich nach dem Rechten schaut“, sagt Bienhaus.

Auch in diesem Sommer wieder geöffnet: Der Turm der früheren Kellerburg in Battenberg kann von 1. April bis 31. Oktober von Gästen bestiegen werden.

Zu seinen Aufgaben gehört neben dem täglichen Öffnen und Schließen der Tür auch, die Fahne auf dem Turm auszuwechseln. „Die tauschen wir zwei Mal im Jahr.“ Der Stoff sei nach dem Winter so verschlissen, dass kaum noch etwas von der Flagge übrig ist. Bienhaus hat bereits eine neue Deutschlandfahne besorgt. In den nächsten Tagen will er sie auf dem Turm hissen.

Bienhaus schätzt besonders, dass der Berg nicht beforstet wird. „Hier oben hat man die reine Natur wie seit eh und je. Das ist das Schöne.“ So gibt es auch umgefallene Bäume im Wald, die an Ort und Stelle verwittern. Dicke Moosschichten an Bäumen, die in ihrem Wachstum nicht gelenkt wurden, verleihen dem Wald ein uriges, altes Aussehen. Obwohl er so oft zum Turm muss, hat er ihn noch nicht satt. So nutzte er das gute Wetter am Karfreitag, um mit drei Freunden den Turm schon früher als geplant zu öffnen. Sie verbrachten den ganzen Tag zwischen den Überbleibseln der Kellerburg und zählten im Laufe des Tages so allein am Karfreitag 27 Besucher auf dem Turm.

Dem Berg entlang führen verschiedene Wege zum Turm. Besucher können allerhand entdecken. Besonders bekannt ist das Besucherbergwerk Burgbergstollen. Zudem gibt es entlang des Weges Punkte, von denen man einen guten Blick ins Tal hat. Bänke und Schutzhütten laden zum Verweilen ein. An Informationstafeln können sich Besucher über die Sehenswürdigkeiten informieren.

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