Eisenwerk bangt um Leiharbeiter und befristete Mitarbeiter

Wegen Brexit: Arbeitsplätze bei Hasenclever in Waldeck-Frankenberg in Gefahr

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Probleme beim Eisenwerk Hasencleverin Battenberg: Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Andreas Schmitt (links) und Geschäftsführer Christoph Hentzen.

Ungewisse Zeiten in Waldeck Frankenberg: Als Folge des Brexit droht beim Eisenwerk Hasenclever der Verlust von Arbeitsplätzen.

Bisher geht es um 40 Arbeitsplätze. Das haben Geschäftsführer Christoph Hentzen und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Andreas Schmitt am Montag gegenüber der HNA bestätigt.

Großkunde aus Großbritannien storniert Auftrag

Fakt ist laut Geschäftsführer Hentzen, dass ein Großkunde aus dem Vereinigten Königreich einen Auftrag über 50.000 Turbolader-Gehäuse mit angegossenem Krümmer infolge des drohenden Brexits storniert hat.

50.000 Turboladergehäuse sind bei einer Jahresproduktion von rund drei Millionen Stück auf den ersten Blick nicht viel – doch es handelt sich um komplexe Teile für Sechszylinder-Motoren, von denen jeder etwa den vierfachen Wert eines kleinen Benzin-Turboladergehäuses hat. „Gegenüber dem Plan fallen 5 bis 6 Prozent Umsatz weg“, sagt Christoph Hentzen.

Stellenabbau bei Hasenclever über Leiharbeiter und befristet eingestellte Mitarbeiter

Das könne das Eisenwerk Hasenclever nur über Stellenabbau kompensieren. Derzeit sind laut Hentzen 740 Mitarbeiter für den Autozulieferer am Battenberger Auhammer tätig. Entlassungen seien nicht geplant, betonten Geschäftsführer Hentzen und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Andreas Schmitt. Der Stellenabbau solle bei den eingesetzten Leiharbeitern und befristet eingestellten Mitarbeitern über auslaufende Verträge erfolgen. Die „Stammbelegschaft“ von rund 700 Mitarbeitern wolle man halten, stellten Hentzen und Schmitt klar.

„Angesichts der Beschäftigungslage bin ich überzeugt, dass die betroffenen Mitarbeiter schnell eine andere Arbeitsstelle in der Nähe finden werden“, sagte Christoph Hentzen. Allerdings wohl nicht zu den gleichen Konditionen, wie der stellvetretende Betriebsratsvorsitzende Andreas Schmitt einwandte. Viele seiner Kolleginnen und Kollegen müssten ein „Häuschen abbezahlen“. Da schmerze jeder Euro, der am Monatsende in der Lohntüte fehle. Hasenclever habe immer pünktlich gutes Geld gezahlt; das wüssten auch die heimischen Banken, die Baudarlehen vergeben, erklärte Andreas Schmitt.

Harter Brexit kann Desaster für Hasenclever werden

„Die letzten zwei Jahre sind wie hier nur mit Vollgas gefahren“, sagte Schmitt weiter. Über den normalen Drei-Schicht-Betrieb hinaus sei bis zum Spätherbst auch „fast an jedem Wochenende“ gearbeitet worden.

Wie sich der Brexit weiter auf die Arbeitsplätze am Battenberger Auhammer auswirkt, hängt laut Geschäftsführer Hentzen von den weiteren Entscheidungen der britischen Regierung ab. Es könnte im besten Fall bei einer „Delle“ im Umsatz der Eisengießerei bleiben. „Aber wenn es einen harten Brexit gibt, auf den die EU mit hohen Zöllen reagiert, dann wird es ein Desaster“, befürchtet Christoph Hentzen.

Lesen sie auch: 2016 investierte das Battenberger Eisenwerk Hasenclever noch Millionen

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