Battenberger Arzt arbeitete zehn Tage im asiatischen Land Burma

Untersucht einen Patienten auf dem Schiff der „Swimming doctors“ in Myanmar: Dr. Michael Waßmuth, Allgemeinmediziner aus Battenberg (rechts). Links Kinderarzt Dr. Potthoff. Foto: nh

Battenberg. Zurück aus Myanmar, dem früheren Burma, ist der Battenberger Allgemeinmediziner Dr. Michael Waßmuth. Zehn Tage lang hat Dr. Waßmuth auf dem Schiff „Swimming doctors 3“ Patienten in dem verarmten Land betreut, das zwischen Indien und Thailand liegt.

Von den „schwimmenden Ärzten“ habe er zufällig in der Zeitung gelesen, berichtet Dr. Waßmuth. Im Süden des Landes, dem weit verzweigten Delta des Irawady-Flusses, leben rund sechs Millionen Menschen auf einem Gebiet, das etwa so groß ist wie Hessen. „Bis die Menschen in dem Delat einen Arzt erreichen, sind sie oft fünf Stunden unterwegs“, berichtet Dr. Waßmuth.

Deshalb kommen die Ärzte mit Schiffen zu den Menschen in die Dörfer, die nur über Flüsse und Kanäle zu erreichen sind. Inzwischen verfügen die „Swimming doctors“ über drei dieser Schiffe, die etwa 25 Meter lang und mit den wichtigsten medizinischen Einrichtungen wie einer Apotheke, einem kleinen Operationssaal und einem Ultraschallgerät ausgerüstet sind. „Es ist immer zumindest ein ausgebildeter Arzt und ein Zahnarzt an Bord“, erklärt Dr. Waßmuth. Getragen werde das Projekt von der deutschen Life-Stiftung. „Ich bin Anfang November mit einem Kinderarzt aus Celle und einem Zahnarzt aus Berlin auf eigene Kosten hingeflogen“, so Dr. Waßmuth. Ein Honorar gebe es für die Ärzte nicht. „Nur Kost und Logis auf dem Schiff waren frei.“

Ein wichtiger Unterschied zum Projekt „Ärzte ohne Grenzen“ sei das kontinuierliche Hilfsangebot. Während „Ärzte ohne Grenzen“ quasi Erste Hilfe bei Katastrophen leisteten, seien die „Swimming doctors“ eine stetige Einrichtung. Die Menschen in Myanmar nähmen weite Wege in Kauf, um sich von den „Swimming doctors“ behandeln zu lassen.

Auf den Schiffen gebe es burmesische Ärzte, Krankenschwestern und Laboranten. Daneben setze die Stiftung europäische Ärzte ein, um „hohe medizinische Standards“ zu gewährleisten, erklärt der Battenberger Allgemeinmediziner. Die Menschen im Delta des Irawady-Flusses seien sehr arm, hat Dr. Michael Waßmuth erfahren. „Viele leiden an Haut-Erkrankungen und zu hohem Blutdruck.“ Dafür könne eigentlich nur eine Mangel-Ernährung verantwortlich sein. In keinem Fall Übergewicht: „Die sind alle rank und schlank.“

Er habe viele Kinder und schwangere Frauen behandelt, berichtet Dr. Waßmuth. Nicht allen habe er helfen können. Eine ältere Frau, die von ihren Verwandten über viele Kilometer zum Schiff getragen wurde, sei infolge eines Darmverschlusses gestorben. „Das hat mich sehr bewegt.“

Es gibt keinen Strom

Die Arbeitsumstände seien nicht einfach. „Es gibt in der Region keinen Strom, keine Trinkwasserleitung und kein Abwassersystem“, berichtet der Battenberger Arzt. Auf dem Schiff seien die Umstände sehr beengt, es gebe keine Klimaanlage. Im November lagen die Temperaturen konstant zwischen 30 und 35 Grad Celsius bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. „Aber die Menschen sind sehr herzlich und dankbar“, sagt Dr. Waßmuth.

Deshalb kann sich der Battenberger Mediziner gut vorstellen, im kommenden Jahr wieder nach Myanmar zu fliegen und auf dem Schiff als „schwimmender Arzt“ zu arbeiten. „Aber erst im November, wenn die Regenzeit vorbei ist. Ab April/Mai ist es mit über 40 Grad für europäische Verhältnisse einfach zu heiß.“

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