Bauernverbands-Geschäftsführer: "Man fühlt sich verschaukelt"

Matthias Eckel

Frankenberg. Zum Abbau der Rampen entlang der Bottendorfer Straße und zu den Folgen eines Unfalls vor sieben Jahren, bei dem ein Mähdrescher umgekippt war, hat Matthias Eckel vom Kreisbauernverbandes Stellung genommen.

Eckel schreibt: „Für mich als Interessenvertreter der heimischen Landwirte stellt sich der Abbau der Rampen an der Südumgehung leider etwas anders dar, als vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen geschildert. Als jemand, der unmittelbar nach dem Absturz des Mähdreschers am Unfallort war und auch später den Prozess am Marburger Landgericht aktiv verfolgt hat, fühlt man sich leicht verschaukelt, wenn man liest, dass die Rampen abgebaut wurden, um eine Gefahrenstelle zu entschärfen.

Es ist zweifellos richtig, dass vor Gericht weder Planungs- noch Baumängel bewiesen werden konnten - wie auch, wenn von dem verunfallten Landwirt immer neue, teure Gutachten verlangt werden, obwohl auch ein Laie sehen konnte, dass mit diesen Wegen etwas nicht stimmte. Straßenbauamt und bauausführende Firma haben im Prozess ganz klar darauf gesetzt, dass dem Geschädigten die Puste ausgeht. Dies ist ja auch gelungen, denn kein landwirtschaftlicher Betrieb verkraftet neben dem Totalverlust des Mähdreschers auch noch Gutachterkosten in einer Größenordnung mehrerer zehntausend Euro.

Es gibt aus meiner Sicht für den Abbau der Rampen nur einen Grund: Sie waren schadhaft und für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht geeignet.

Ich werte den Abbau als spätes Schuldeingeständnis. Nur schade, dass der geschädigte Landwirt nichts davon hat. Leid tun mir auch die Steuerzahler. Da werden erst von Steuergeldern Rampen aufgebaut, obwohl es alternative Zuwegungen zu den Flächen gibt. Und dann muss der Steuerzahler für die Beseitigung dieser Rampen aufkommen, obwohl diese ja angeblich frei von Baumängeln sind. Das ist ein Fall für den Steuerzahlerbund.“ (nh/off)

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