Corona-Vorschriften ab 15. Juli gelockert

Besuche in Krankenhäusern in Waldeck-Frankenberg sind wieder möglich

Der Eingangsbereich im Kreiskrankenhaus Frankenberg
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Der Eingangsbereich im Kreiskrankenhaus Frankenberg

Seit März galt in den Krankenhäusern in Waldeck-Frankenberg wegen der Coronakrise ein Besuchsverbot. Angehörige durften Patienten daher nur in wenigen Ausnahmefällen sehen. Ab dem 15. Juli lockert die hessische Landesregierung die Vorgaben – und sorgt damit bei Patienten und Angehörigen für Erleichterung.

Laut der neuen Verordnung können Patienten nun in den ersten sechs Tagen ihres Krankenhausaufenthaltes zwei Mal Besuch von bis zu zwei Personen empfangen. Einzelheiten dazu legen die Krankenhäuser fest. Ab dem siebten Tag des Aufenthalts darf Besuch von maximal zwei Personen pro Tag empfangen werden.

„Ausgenommen von den Einschränkungen in den ersten sechs Tagen sind Väter von Neugeborenen und Eltern von Minderjährigen sowie Angehörige von Patienten im Sterbeprozess. Die Gruppen dürfen schon ab dem ersten Tag täglich kommen“, teilt das Stadtkrankenhaus in Korbach mit.

Viele Patienten und Angehörige halten die Aufhebung des Besuchsverbots für überfällig. Sie verweisen auf das geringe Infektionsgeschehen in der Region. Für die Kliniken ist die Öffnung allerdings eine Herausforderung. Einerseits wegen des Verwaltungsaufwandes bei der Registrierung der Besucher, aber auch, weil die Infektionsgefahr steigt. Die Krankenhäuser können laut Sozialministerium daher auch weiterhin von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und Besuche einschränken oder untersagen. „Dies kann dann notwendig werden, wenn in einer Einrichtung besonders gefährdete Patienten behandelt werden und wegen der besonderen Situation eine Infektion ausgeschlossen werden muss“, so das Ministerium.

„Die Menschen müssen weiterhin geduldig bleiben und dabei helfen, die Anzahl der Corona-Infektionen so gering als möglich zu halten.“

Sassan Pur, Geschäftsführer Stadtkrankenhaus Korbach

„Wir bleiben mit Blick auf maximale Patientensicherheit sehr vorsichtig“, sagt dazu Katrin Kern, Geschäftsführerin der Asklepios-Kliniken in Bad Wildungen. Auch ihr Kollege Gerhard Hallenberger vom Kreiskrankenhaus in Frankenberg sagt: „Um nach wie vor unsere Patienten zu schützen, behalten wir uns vor, die Anzahl der Personen bei einem zu hohen Besuchsaufkommen zu reglementieren. Deshalb können wir nicht ausschließen, dass es zu Wartezeiten kommen kann.“

„Die Menschen müssen weiterhin geduldig bleiben und dabei helfen, die Anzahl der Corona-Infektionen so gering als möglich zu halten“, sagt Sassan Pur, Geschäftsführer des Stadtkrankenhauses Korbach.

Corona-Vorschriften in den Krankenhäusern

Trotz der gelockerten Besuchsregeln gelten einige Corona-Vorschriften in den Krankenhäusern wie Maskenpflicht, 1,5 Meter Abstand und Händedesinfektion. Alle Besucher werden gebeten, sich am Haupteingang zu registrieren. Dafür kann in einigen Kliniken auch ein Ausweis nötig sein. In der Regel werden Patienten bei ihrer Aufnahme gebeten, zwei Besucher namentlich zu benennen. Und die Besuche sind nur zu bestimmten Zeiten möglich.

Besuchszeiten in den Krankenhäusern

Kreiskrankenhaus Frankenberg: Besuche im Kreiskrankenhaus sind ab heute zwischen 11 und 20 Uhr erlaubt und auf eine Stunde beschränkt. Jeder Besucher wird am Empfang gebeten, sich schriftlich anzumelden und erhält hier einen Besucherausweis, der während des Aufenthaltes sichtbar getragen werden muss. Dieser ist am Ende des Besuches am Empfang wieder abzugeben, wobei sich gleichzeitig mit Unterschrift ausgetragen werden muss.

„Wir werden den Besucherstrom und die Patienten mit Terminen zu ambulanten oder stationären Behandlungen lenken. Deshalb möchten wir die Besucher bitten, die Beschilderungen zu beachten, die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Anweisungen unseres Personals zu befolgen“, betont Margarete Janson, die neue Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses.

„Auch sollte man sich fragen, ob ein Besuch zwingend notwendig ist. Mit jedem Mal steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Viren wie das Corona-Virus verbreiten.“

Stadtkrankenhaus Korbach: Zum Schutz von Patienten, Mitarbeitern und Besuchern hat das Stadtkrankenhaus feste Besuchszeiten eingeführt: täglich von 10.30 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr.

Alle Besucher werden gebeten, sich am Haupteingang zu registrieren. Der Gesundheitsbogen kann auch unter krankenhaus-korbach.de heruntergeladen werden, um ihn schon zu Hause auszufüllen. Auch ein Ausweis soll mitgebracht werden. Vom Patienten nicht benannte Besucher können nicht ins Krankenhaus gelassen werden, sagt die Klinikleitung. „Uns ist bewusst, dass die zusätzlichen Dokumentationen für alle Geduld und einen erheblichen Mehraufwand bedürfen“, bittet Geschäftsführer Sassan Pur um Verständnis.

Die Cafeteria bleibt für externe Kunden geschlossen und ist nur von stationären und ambulanten Patienten bei Mitnahme der Speisen oder Getränke zu benutzen.

Asklepios-Stadtklinik Bad Wildungen: Die Besuchszeiten in der Asklepios-Klinik sind: Normalstation 15 bis 18 Uhr, Intensivstation 14.30 bis 16.30 Uhr. Die Cafeteria bleibt bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.

Besuche in den Rehakliniken sind uneingeschränkt möglich. Die Ausnahme gilt für die Neurologische Station Phase B in der Fachklinik Fürstenhof. Dort gelten die Regeln eines Akutkrankenhauses (siehe Stadtklinik). Die Besuchszeiten von 15 bis 18 Uhr sind hier einzuhalten, teilt die Klinik mit und ergänzt: „In Ausübung des Hausrechtes sind aus Gründen des Infektionsschutzes Einschränkungen oder das Verhängen des Besuchsverbot jederzeit möglich.“

Krankenhaus Bad Arolsen: In den Krankenhäusern der Gesundheit Nordhessen Holding, zu der das Krankenhaus Bad Arolsen gehört, ist mit der Lockerung auch das zeitlich eingeschränkte Verbot für Begleitpersonen für den Entbindungsbereich aufgehoben. In der Kindermedizin, der Geburtshilfe und bei Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen gelten die bisherigen Vorgaben. Dort bleibt der Besuch durch Eltern beziehungsweise enge Verwandte täglich möglich.

In Bad Arolsen gelten feste Besuchszeiten. Diese sind täglich von 14.30 bis 18.30 Uhr.

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