Blaulicht-Verbot für ehrenamtliche Führungskräfte: Wehren wehren sich

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Waldeck-Frankenberg. In Hessen dürfen ehrenamtliche Führungskräfte der Wehren, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes kein Blaulicht und kein Martinshorn benutzen, wenn sie mit ihrem Privatauto zu Einsätzen fahren.

Das soll sich nach dem Willen der Feuerwehren ändern.

Der Landesfeuerwehrverband fordert, dass die Benutzung des Sondersignals auch für ehrenamtliche Kräfte erlaubt wird.

Dieser Meinung ist auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. „Ein Sondersignal ist für Führungskräfte wie Leitende Notärzte, organisatorische Leiter im Rettungsdienst und Kreisbrandmeister mit überörtlichen Aufgaben im flächengrößten Landkreis in Hessen notwendig." Je nach Größe der Gemeinde könne das auch für Stadt- und Gemeindebrandinspektoren sinnvoll sein.

Dass die Forderung nach einer Blaulichtfreigabe für ehrenamtliche Führungskräfte gerade jetzt neue Nahrung erhält, hängt auch mit dem schweren Busunglück am 30. Dezember 2014 auf der A 7 bei Bad Hersfeld zusammen. Dort soll nach Auskunft des Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker (Schwalm-Eder-Kreis) ein Leitender Norarzt nur „per Anhalter“ in einem anderen Notfallfahrzeug zur Unfallstelle gelangt sein.

Biederbick: „Bei dem stärker werdenden Verkehr dauert es ohne Sondersignal heute zu lange, bis der Einsatzort erreicht wird. Eine Gefahr für Leib und Leben besteht in der Regel zwar nicht, aber bei einem Massenunfall dauere es ohne organisatorischen Leiter im Rettungsdienst länger, bis die Verletzten zum Krankenhaus transportiert werden können.“

Warum es bislang noch zu keiner Aufhebung des Verbots gekommen ist, begründet Biederbick wie folgt: „Das Hessische Innenministerium unterstützt die Forderung der Feuerwehren, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung als zuständiges Ministerium lehnt sie aber weiter ab."

Auch der Dezernent für Katastrophenschutz und Rettungsdienst, Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf, hofft auf eine Änderung. „Es ist richtig, Sondersignale nur in Einzelfällen zuzulassen. Für einen engen Personenkreis sollten aber Ausnahmen möglich sein. Wenn es wie bei Leitenden Notärzten um Menschenleben geht, zählt jede Minute.“

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