Brehm-Bücher gesichert: Kreis zahlt jedes Jahr 128.000 Euro

Vertragsunterzeichung: (vorne am Tisch von links) Kreisbeigeordnete Hannelore Behle (zuständig für das Stiftungswesen), Landrat Dr. Reinhard Kubat, Stifter Adolf Brehm und Kerstin Braun (Vorstandsmitglied und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung) sowie (hinten von links) Landrat a.D. Dr. Günter Welteke, in dessen Amtszeit die ersten Kontakte zum Stifter Adolf Brehm hergestellt worden waren, Thomas Vorneweg (Rechtsamt Landkreis), Bürgermeister Jürgen van der Horst und Wilhelm Müller (Stadt Bad Arolsen). Foto: nh

Waldeck-Frankenberg. Der Buchbestand der Bibliothek Brehm-Stiftung - immerhin rund 42 000 Bände aus Literatur und nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen - ist gesichert. In einer kleinen Feierstunde in den Räumen der Bibliothek wurde jetzt der Vertrag zwischen dem Landkreis, Stifter Adolf Brehm und der Stiftung unterzeichnet.

Dies gibt der Stiftung erstmals über einen längeren Zeitraum hinweg Planungssicherheit und der Buchbestand bleibt künftig als Ganzes erhalten, da der Stifter Brehm im Gegenzug die in seinem Eigentum befindlichen Bücher - mit wenigen genau bezeichneten Ausnahmen - in das Eigentum der Stiftung übertrug. Und der Landkreis verpflichtet sich, auf die Dauer von zehn Jahren einen jährlichen Betrag in Höhe von 128 000 Euro für den Betrieb der Stiftung bereitzustellen - insgesamt also rund 1,3 Millionen.

Ein erstes Angebot des Stifters Adolf Brehm, die Bücher als Zustiftung zu übertragen gegen Einlage eines Betrags von zwei Millionen Euro in das Geldvermögen der Stiftung, scheiterte. Zwar hatte der Kreistag im Dezember 2012 mit großer Mehrheit dem Geschäft zugestimmt, die finanziellen Mittel dafür sollten aus den Rücklagebeständen der Waldeckischen Domanialverwaltung entnommen werden. Dagegen erhoben einige der gewinnberechtigten waldeckischen Gemeinden Einspruch, so dass das Vorhaben nicht weiter verfolgt werden konnte.

Insbesondere auf Initiative des Bad Arolser Bürgermeisters Jürgen van der Horst wurde dann nach alternativen Lösungen gesucht. Letztlich wurde eine Übereinkunft erzielt, dass der Landkreis sich durch einen mit großer Mehrheit gefassten Kreistagsbeschluss verpflichtete, auf die Dauer von zehn Jahren einen jährlichen Betrag in Höhe von 128 000 Euro für den Betrieb der Stiftung bereitzustellen. Zusätzlich erklärten die Domanialverwaltung, die Stiftung Waldeckische Landesbibliothek und die Stadt Bad Arolsen ihre Absicht, die Stiftung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten materiell oder ideell zu fördern.

Die finanzielle Grundsicherung erlaubt es der Stiftung, auch neue Wege bei der öffentlichen Nutzung zu beschreiten und die Bestände einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Im September wird das Spielzeugmuseum Massenhausen in einer Sonderausstellung Kinder- und Jugendbücher aus den Beständen der Bibliothek präsentieren. Auch andere Museen und Einrichtungen in Nordhessen haben bereits Interesse an einer Präsentation von Teilen der Bestände angemeldet. (nh/jpa)

Was die Beteiligten zu dem Vertragsabschluss sagen, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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