"Verwaltungsfusion mit Allendorf hat damit nichts zu tun"

Auch falls Frese Landrat wird, behält Bromskirchen Bürgermeister

Karl-Friedrich Frese

Bromskirchen. Seine Kandidatur bei der Landratswahl sei eine private Entscheidung, sagt Karl-Friedrich Frese. Sie werde nicht dazu führen, dass Bromskirchen im Falle seines Wahlsieges keinen Bürgermeister mehr haben werde.

Denn nachdem Frese am Dienstag offiziell verkündet hat, zur Landratswahl in Waldeck-Frankenberg am 5. Juli gegen Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat (SPD) anzutreten, mag sich manch einer folgendes gedacht haben: „Das war ja klar! Erst bereitet er die Verwaltungsfusion mit Allendorf vor, dann will er Landrat werden und Bromskirchen wird von Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn geführt.“

„Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, antwortet Frese am Mittwoch, von der HNA auf dieses Gedankenspiel angesprochen. Das eine - seine Kandidatur zum Landrat - sei eine private Entscheidung; das andere - die Zusammenführung der Gemeindeverwaltungen von Bromskirchen und Allendorf - seine berufliche Aufgabe als Bürgermeister, die Gemeinde Bromskirchen weiterzuentwickeln und neu auszurichten, erläutert Frese.

Trotz der Verwaltungsgemeinschaft ist Bromskirchen eine eigenständige Gemeinde geblieben. Und für Gemeinden ab 1500 Einwohnern - Bromskirchen hat knapp 1900 - schreibe die Hessische Gemeindeordnung einen hauptamtlichen Bürgermeister vor. „Das ist Gesetz“, sagt Frese. Und eine Eingemeindung von Bromskirchen nach Allendorf war zuletzt auch nie Thema. Deshalb ja die Verwaltungsgemeinschaft.

In diesem Zusammenhang bekräftigt der Bromskircher Bürgermeister nochmals die Bedeutung der Verwaltungsgemeinschaft für seine kleine Gemeinde. Die „175. vergleichende Prüfung der Haushaltsstruktur kleiner Gemeinden“, die die Finanzlage der 26 Gemeinden unter 3000 Einwohnern in Hessen untersucht hat - also auch Bromskirchen - komme unter dem Strich zu dem Ergebnis: „Alle diese 26 Gemeinden haben auf Dauer keine Chance zu überleben, weil Verwaltung in kleinen Gemeinden teuer ist und teurer wird“, fasst Frese zusammen. „Deshalb stellen wir uns mit der Verwaltungsgemeinschaft stärker auf.“

Wie seine Kandidatur für die Landratswahl in Bromskirchen aufgenommen werde, könne er noch nicht sagen, so Frese am Mittwochmorgen. „Ich habe aber schon ein paar Anrufe bekommen, die mir den Rücken gestärkt haben.“ Er sei der Meinung, seine Arbeit in 22 Jahren als Bürgermeister - damit ist er der dienstälteste im Landkreis - „ganz gut“ gemacht zu haben. „Und warum soll nicht auch ein Bürgermeister das Recht haben, sich beruflich neu zu orientieren? Das ist legitim.“

Von Jörg Paulus 

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