Bromskirchen: Ja zu ehrenamtlichem Bürgermeister - Wahl am 3. Juli

Er will wieder antreten: Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. Archivfoto:  Arnold/nh

Bromskirchen. Es war ein historischer Beschluss, den die Bromskircher Gemeindevertreter am Mittwochabend einstimmig getroffen haben: Ab dem 1. Januar 2017 wird die Gemeinde keinen hauptamtlichen, sondern nur noch einen ehrenamtlichen Bürgermeister haben. Als dann zweite Kommune in Hessen.

Nach dem Beschluss erhielt Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn als Gast der Sitzung Rederecht. Die besondere, ja historische Entscheidung, ließ eine Ausnahme zu. Junghenn, Partner in der Verwaltungsgemeinschaft, dankte den Bromskirchern für ihre „mutige und Respekt verdiendene Entscheidung“, die das Vertrauen in den Partner zeige.

Genau dieses Vertrauen führte nun zu dem „logischen Schritt“, wie es Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese ausdrückte, statt eines hauptamtlichen zukünftig einen ehrenamtlichen Bürgermeister zu wählen. Es geht dabei, wie so oft, vor allem ums Geld. Um wie viel genau, diese Frage war der einzige noch offene Punkt am Mittwochabend.

„Die Höhe der Aufwandsentschädigung für den Ehrenamtlichen ist noch offen. Und vielleicht müssen wir einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen“, gab Harald Huneck (UBL) zu bedenken. „Was, wenn wir nicht viel einsparen, aber den hauptamtlichen Bürgermeister aufgeben?“

Frese gab zu, dass dies ein Blick in die Glaskugel sei, er sei sich aber sicher, dass „ein ganzer Teil“ seiner bisherigen Aufgaben für den Ehrenamtlichen wegfalle: „Claus Junghenn und ich sind Bürgermeister für 7600 Bürger, in Korbach schafft das einer für 25 000 Bürger.“ Er gehe deshalb davon aus, dass der Gemeinde ein „namhafter Einspareffekt“ gelingen werde, den er aber noch nicht beziffern könne.

Willi Reder (BLB), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, war mutiger und sprach von 100.000 Euro pro Jahr. Auch Claus Junghenn glaubt, „dass wir an die 100.000 Euro rankommen, wenn die Aufgaben in der Verwaltung verteilt sind“. Man sei gerade dabei, die Stellenbeschreibungen anzupassen.

Junghenn berichtete, dass 2015, im ersten Jahr der Verwaltungsgemeinschaft, gemeinsam 35.000 Euro Personalkosten eingespart worden seien - größtenteils dank der Verwaltungsgemeinschaft. Aufgaben wie die Vorbereitung von Sitzungsvorlagen und die Repräsentation der Gemeinde werde der ehrenamtliche Bürgermeister erledigen, „dafür brauchen wir keinen Ersatz“, sagte Frese, der am 3. Juli selbst für seine ehrenamtliche Nachfolge kandidieren wird.

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