Bromskirchener Fraktionen kritisieren Bürgermeister Frese

Karl-Friedrich Frese

Bromskirchen. Die Stimmung war eisig: Die Jahresabschluss-Sitzung der Bromskirchener Gemeindevertretung am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Bromskirchen dauerte nur 20 Minuten.

Im Bromskirchener Gemeindeparlament herrscht unverhohlener Unmut darüber, dass ihr ehrenamtlicher Bürgermeister Karl-Friedrich Frese Erster Kreisbeigeordneter und damit stellvertretender Landrat werden will.

Freses Wahl in dieses Amt ist nur noch reine Formsache. Er gab, wie berichtet, die Neuorientierung nur zwei Wochen nach seiner Amtseinführung als ehrenamtlicher Bürgermeister bekannt. „Von der Art und Weise, wie Bürgermeister Karl-Friedrich Frese seine Entscheidung getroffen und kommuniziert hat, sind wir enttäuscht“, sagte Heiko Hoppe (Bürgerliste Bromskirchen) - wobei er betonte, dass er im Namen aller Fraktionen spreche und der Inhalt seiner Ausführungen mit den Fraktionsvorsitzenden der Bürgerlisten Somplar und Neuludwigsdorf „im Detail“ abgestimmt worden sei.

„Das über viele Jahre aufgebaute Vertrauen und seine Glaubwürdigkeit sind beschädigt“, sagte Hoppe: „Wer gemeinsame Pläne schmiedet und Weichen stellt, sollte diese Pläne auch gemeinsam umsetzen.“

Der Bevölkerung der drei Ortsteile sagte Hoppe zu, dass die Fraktionen „auch in diesen schwierigen Zeiten“ ihre freundschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortführen werden. Das Parlament werde den Bürgern seine „volle Handlungsfähigkeit“ unter Beweis stellen. „Die Bürger können sich darauf verlassen, dass die Gemeindevertretung die Weichen für Bromskirchen in eine gute Zukunft konsequent stellen wird.“

Im Vorfeld der Sitzung hatten sich die drei Fraktionen auch darauf verständigt, sich neben dem Redebeitrag von Heiko Hoppe ausschließlich auf die Punkte der Tagesordnung zu konzentrieren. Auf „ausdrücklichen gemeinsamen Wunsch“, wie es Parlamentschef Willi Reder formulierte, wurde auch die Jahresabschlussfeier mit gemeinsamem Essen nach de Sitzung gestrichen. „Uns ist nicht zum Feiern zumute“, sagte Reder.

Die nach Freses Weggang nötige Neuwahl eines ehrenamtlichen Bürgermeisters war kein Thema.

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