Ottmar Vöpel ist Leiter der Polizeistation Frankenberg

Bromskirchens neuer Bürgermeister bleibt vorerst Polizist

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Herzlichen Glückwunsch: Der Erste Beigeordnete Andreas Lang (rechts) übergibt Ottmar Vöpel als neuem ehrenamtlichen Bürgermeister nach dem Amtseid die Ernennungsurkunde. 

Bromskirchen. Seit dem 1. November hat die Gemeinde Bromskirchen einen neuen Bürgermeister. Das Besondere: Er arbeitet ehrenamtlich und bleibt für einige Wochen noch Leiter der Polizeistation in Frankenberg. 

Es war eine besondere Sitzung der Bromskircher Gemeindevertretung im Haus „Am Kamp 2“ in Somplar: die erste seit 24 Jahren ohne Karl-Friedrich Frese als Bürgermeister. Rechts neben Parlamentschef Willi Reder saß der Erste Beigeordnete Andreas Lang, links Ottmar Vöpel – die Hauptperson des Abends. Der 59-jährige Somplarer wurde in das Ehrenamt des Bürgermeisters eingeführt.

„Du bist demokratisch mit einem überragenden Ergebnis von 86,7 Prozent gewählt worden“, erinnerte Reder an die Wahl Vöpels am 24. September. Nun folgte der nächste Akt: Andreas Lang, der als Freses bisheriger Stellvertreter die Amtsgeschäfte vorübergehend führt, nahm Vöpel den Amtseid ab und überreichte ihm die Ernennungsurkunde für die sechsjährige Amtszeit. „Jetzt bist du offiziell Bürgermeister“, sagte Lang.

Die Amtseinführung war neben Mitteilungen einziger Tagesordnungspunkt der Sitzung, ein „besonders schöner“, wie Parlamentschef Willi Reder fand. „Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, irgendwen einzuladen. Wir haben ja schon am Wahlabend gefeiert“, sagte Vöpel. Ganz unvorbereitet war er aber nicht: „Es gibt gleich noch was zu essen und zu trinken.“

Und gleich zu Beginn seiner kleinen Antrittsrede holte Vöpel etwas nach, was er am Wahlabend „in der Aufregung“ vergessen habe: den Dank an seine Ehefrau: „Liebe Heike, all das, weshalb ich heute hier stehe, ist auch dein Verdienst. Du bist mein Berater und Seelentröster.“

Und Vöpel dankte den Wählern („Es hat mich tief berührt, dass mir so viele Leute ihr Vertrauen geschenkt haben“), dem Gemeindevorstand und den Gemeindevertretern („Ich werde alles geben, um euch nicht zu enttäuschen“) und Andreas Lang, der als Stellvertreter ins kalte Wasser geworfen worden sei, aber hervorragende Arbeit mache.

Vor dem Amt als Bürgermeister habe er keine Angst, aber Respekt, sagte Vöpel. „Die letzten Monate haben gezeigt: Wir können es gemeinsam schaffen.“ Auch andere Bürgermeister hätten ihm schon Hilfe angeboten. Demnächst werde er Gespräche mit den Mitarbeitern der Verwaltung, des Bauhofs und der Kita führen, auch Stefan Noll, der Kämmerer aus Allendorf, werde ihn in Finanzfragen unterstützen. „Ich habe immer großen Wert auf Teamarbeit gelegt“, sagte Vöpel. Er selbst sei voller Zuversicht, Neugier und Tatendrang. „Wir werden die Sache schon meistern.“

Sein Amt als Gemeindevertreter der Bürgerliste Somplar wird Nachrücker Dieter Kemmler übernehmen. Auch den Vorsitz in der Verbandsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Allendorf/Bromskirchen muss Vöpel abgeben. Als Bürgermeister wird er dort künftig dem Verbandsvorstand angehören.

Ottmar Vöpels Amtszeit als ehrenamtlicher Bürgermeister hat gestern, am 1. November, begonnen und endet nach sechs Jahren am 31. Oktober 2023. Zunächst ist Vöpel als Erster Polizeihauptkommissar noch Leiter der Polizeistation in Frankenberg. Er habe Dienstbefreiung nach dem hessischen Beamtengesetz beantragt, was auch bewilligt worden sei, erläuterte Vöpel am Montagabend im Parlament. Geplant ist, dass er ab sofort bis in der ersten Dezemberwoche an zwei Tagen pro Woche in der Gemeindevertretung als Bürgermeister arbeitet, Vertreter bleibt Andreas Lang. Danach bleibt er bis Ende März 2018 zwar Polizist, aber nicht mehr im Dienst – in dieser Zeit nimmt er Resturlaub und baut Überstunden ab, steht also uneingeschränkt für die Arbeit als Bürgermeister zur Verfügung. „Ich bin dem Polizeipräsidium sehr dankbar, dass es das möglich macht“, sagte der 59-Jährige. Er kündigte bereits an, ab Januar Bürgersprechstunden anzubieten – immer am ersten Mittwoch eines Monats von 13 bis 18 Uhr in der Gemeindeverwaltung.

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