Bromskircher Skiclub macht Wintersport vor der Haustür möglich

Bromskirchen. Louisa schwankt zwischen Motivation und Frustration: Die Dreijährige lernt Skifahren. Ein Muss, wenn man wie die Bromskircher einen eigenen Skilift direkt vor den Toren des Ortes hat.

Martina Mienik, Louisas Mutter, hat vor 30 Jahren auf dem kleinen Hang unmittelbar an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen selbst das erste Mal auf Skiern gestanden. Nun sind ihre beiden Töchter an der Reihe. Lina (5) kann seit dieser Woche alleine Lift fahren, ihre kleine Schwester Louisa hat ihre ersten Abfahrten zwischen den Beinen ihrer Mutter gemacht. „Hier muss man am Lift nie warten und vor allem kennt hier jeder jeden“, erklärt Mienik die Vorzüge des Skihangs.

Die Piste wird hauptsächlich von den Bromskirchern genutzt. Wenn im Dorf Konfirmandenunterricht ist oder sich die Feuerwehr trifft, kommt es schon mal vor, dass an einem Nachmittag nur eine Handvoll Skifahrer kommen. Ab und zu sind aber auch Gäste von außerhalb da, berichtet der Skiclub-Vorsitzende Herbert Tihanyi. Vor allem mittwochs und freitags, wenn unter Flutlicht bis 21 Uhr gefahren werden kann, kommen immer mal wieder Gäste aus dem Feriengebiet, das nur ein paar hundert Meter entfernt ist. „Die fahren tagsüber in Winterberg und machen dann abends noch ein paar Abfahrten bei uns.“

Beliebt bei Jugendlichen 

Besonders für Kinder und Ski-Anfänger ist der kleine Abhang ideal – am meisten genutzt wird er aber von den Jugendlichen aus Bromskirchen. „Es ist einfach ein echtes Highlight, direkt im Dorf Ski fahren zu können“, sagt der 15-jährige Jarno Gass. Er hat am vergangenen Wochenende die Jugend-Vereinsmeisterschaft gewonnen und kommt fast jeden Tag mit einem Freund her. Auch wenn die Piste nur gut 200 Meter lang ist – langweilig wird den Teenagern hier nicht. Bei Neuschnee kann man ja auch mal im Tiefschnee fahren. „Oder wir bauen eine Rampe“, erzählt Jarno.

Genau richtig ist der nicht allzu steile Abhang für die 18-jährige Lisa Finkenstädt aus Haine. „Ski fahre ich schon seit langem, im Moment übe ich Snowboard fahren. Dafür ist die Piste hier super.“

Dass man in Bromskirchen Wintersport betreiben kann, ist den Mitgliedern des Skiclubs zu verdanken. Sie alle sind ehrenamtlich tätig – Geld verdient mit dem Betrieb des Liftes niemand. Schon für 2,50 Euro können Kinder bis 16 Jahre hier den ganzen Nachmittag fahren. „Dafür kann man anderswo nicht mal eine Abfahrt machen“, sagt Anja Althaus, Pressesprecherin des Clubs.

Einer der drei Männer im Verein, die mit dem Schneemobil die Loipen spuren und mit einer Pistenraupe den Abhang präparieren, ist Manuel Helduser. Der 32-Jährige ist Jugendwart des Vereins und jeden Tag hier, wenn Schnee liegt. Er sorgt auch dafür, dass der Lift läuft, und drosselt von der Skihütte aus die Geschwindigkeit, wenn kleine Kinder einsteigen wollen.

Weil der Club viele engagierte Mitglieder wie Manuel Helduser hat, ist sich der Vorsitzende Tihanyi sicher, „dass hier Ski gefahren wird, solange bei uns im Winter Schnee fällt“. In den 70er-Jahren seien Kälte und Schnee noch wesentlich beständiger gewesen – der aktuelle Winter aber sei der beste seit zehn Jahren. Der Skilift ist seit zwei Wochen geöffnet und damit schon jetzt so lange wie in den letzten beiden Jahren insgesamt.

Schade findet Tihanyi allerdings, dass der neue Pächter der Nachbarwiese einen Zaun um diese gezogen hat. Nun müssen die Langläufer auf den letzten 500 Metern die Skier abschnallen. Außerdem waren hier stets Kinder mit Schlitten unterwegs – auch das ist nun nicht mehr möglich. Der Vorsitzende hofft darauf, dass mit dem Pächter eine Lösung für das Problem gefunden werden kann.

Die Öffnungszeiten des Skilifts: Sonntag, 29. Januar: 11 - 17 Uhr. Mittwoch, 1. Februar: 15 - 21 Uhr. Freitag, 3. Februar: 15 - 18 Uhr. Samstag, 4. Februar: 13 - 17 Uhr.

Termine können sich laut Skiclub je nach Wetterlage kurzfristig ändern.

Von Christopher Ziermann

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