Dicke Luft: Zwischenrufe von Windkraftgegnern im Parlament

Noch in der Planung: Ob im Wald bei Bromskirchen überhaupt Windräder gebaut werden, steht längst nicht fest. Archivfoto:  dpa

Bromskirchen. Jeweils einstimmig hat das Bromskircher Parlament der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung des Bebauungsplans für mögliche Windkraftflächen im Gebiet Bromskirchen-Ost in Richtung Hallenberg beschlossen.

Für die Gemeindevertreter, die das Thema eine Woche zuvor mit den Planern ausführlich besprochen hatten, war das am Mittwochabend keine große Sache mehr. Wohl aber für das gute Dutzend Zuhörer, mehrheitlich offensichtlich Windkraftgegner und betroffene Anwohner, die sich am Ende beschwerten, dass sie keine Fragen stellen durften. „Das ist Demokratie“, merkte ein Zuhörer süffisant an, „sehr peinlich“, kommentierte ein anderer.

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese erklärte den Gästen, dass das Thema nicht neu sei, die Planungen für Windräder in der Gemarkung Bromskirchen laufen schon seit 2011. „Es gab schon zwei öffentliche Auslegungen der Pläne, jetzt geht es um die dritte“, sagte Frese. Ursprünglich waren in den Gebieten Bromskirchen-Ost und Bromskirchen-West (bei Wunderthausen) insgesamt 22 Windräder mit einer Höhe von bis zu 220 Metern geplant. Mittlerweile wurde das Gebiet bei Wunderthausen aufgegeben, vor allem wegen Einwänden aus dem Naturschutz. Im Gebiet Ost gibt es noch neun Standorte auf Flächen der Gemeinde und von Hessen-Forst.

Nach weiteren Einwänden und Anregungen zur zweiten Offenlage der Pläne wurden diese nun in die Pläne eingearbeitet, diese werden nun erneut für Bürger und Träger öffentlicher Belange - etwa Naturschutzverbände - öffentlich gemacht. Nur darum ging es bei dem Beschluss des Parlaments.

Ob dort überhaupt jemals Windräder gebaut werden, ist weiterhin offen, dies könne Jahre dauern, so Frese. Es handele sich um Flächen im Vogelschutzgebiet. Sie kommen nur in Betracht, wenn außerhalb solcher Vorbehaltsgebiete die in Hessen festgelegten zwei Prozent der Landesfläche nicht für Windkraft in Frage kommen. „Da ist noch nichts in trockenen Tüchern“, sagte Frese.

In den Beschluss des Parlaments wurde aufgenommen, den Mindestabstand von 1000 Meter zu bebauten Siedlungen einzuhalten. Nach derzeitiger Planung wäre das für zwei der neun Standorte nahe des Ferienhausgebietes nicht der Fall. Zu Einzelgebäuden sind nur 600 Meter Abstand vorgeschrieben.

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