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Experten rekonstruieren historische Landesgrenze zwischen Bromskirchen und Hallenberg

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Die Expertengruppe an einem der wiedergefundenen Grenzsteine (von links) Stefan Blöcher, Wolfgang Mankel, Bernd Homrighausen, Jürgen Daume und Walter Sellmann. Auf dem  Foto fehlt Ulrike Kranke.
Die Expertengruppe an einem der wiedergefundenen Grenzsteine (von links) Stefan Blöcher, Wolfgang Mankel, Bernd Homrighausen, Jürgen Daume und Walter Sellmann.  Auf dem Foto fehlt Ulrike Kranke. © Willi Arnold

Experten haben den historischen Grenzverlauf zwischen Hallenberg und Bromskirchen, die heutige Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen, rekonstruiert.

Bromskirchen – Einen vor fast 500 Jahren mit Grenzsteinen markierten Grenzverlauf nachzugehen und die Grenzsteine wieder zu finden, das war das Ziel einer Expertengruppe mit Wolfgang Mankel (Verein Historisches und kulturelles Bromskirchen), Stefan Blöcher und Jürgen Daum (Amt für Bodenmanagement Marburg), Ulrike Kranke (Amt für Bodenmanagement Korbach), Walter Sellmann (Obmann für alte Grenzen im Altkreis Frankenberg) und Bernd Homrighausen aus Wunderthausen.

Das Ergebnis vorweg: Ja, es ist gelungen, denn 11 von damals 13 Grenzsteinen konnten wiedergefunden werden.

Wolfgang Mankel erklärt dazu aus der Historie: „Wegen der damals unklaren Grenzverhältnisse der beiden Territorien des Erzbischofes Hermann der V. von Curköln und des Hessischen Landgrafen Philipp dem Großmütigen kam es 1537 zu einer Vereinbarung des Grenzverlaufes. Das ist die heutige Grenze zwischen Hallenberg und Bromskirchen und gleichzeitig Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen.“

Die ausgehandelte Grenze wurde mit 13 Sandstein markiert. Der Stein Nr. 1 steht an der Trambach (Hallenberg) und Stein Nr. 13 kurz vor Somplar. In der Exkursion der Expertengruppe wurde nun der alte Grenzverlauf rekonstruiert und die 13 Steine aufgesucht. Da der Grenzschneide-Vertrag von 1537 die Standorte der Steine nur vage umschreibt, musste für das Auffinden vor Ort moderne GPS-Technik eingesetzt werden. Bei der ursprünglichen Grenzziehung war die Gegend noch unbewaldet und man konnte von einem Stein zum anderen sehen. Das ist heute völlig anders, Waldbestände behindern die Sicht.

Aber die Suche hatte Erfolg, 11 von den 13 Grenzsteinen konnten wieder aufgefunden werden. Dabei handelt es sich um wuchtige Sandsteine aus der Eder-/Burgwaldregion, die bis zu 1,5 Meter lang und einige Zentner schwer sind.

„Obwohl der Zahn der Zeit an den Beschriftungen Spuren hinterlassen hat sodass viel Phantasie gefragt war, die Hoheitszeichen, Nummern und Jahreszahlen noch zu deuten, waren die Exkursionsteilnehmer über das Ergebnis der Suche hocherfreut“, zog Wolfgang Mankel ein zufriedenes Fazit nach getaner Arbeit. „Auch weil die Landesvermessung dieses Ergebnis übernehmen wird und dies gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für die Historie von Bromskirchen ist. Wir vom Verein werden uns um die weitere Erhaltung dieser historischen Grenzziehung bemühen“, kündigte Mankel an. (Willi Arnold)

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