Endspurt bei Dorferneuerung Somplar: zwei Projekte bezugsfertig

Durchblick: (von links) Architekt Jürgen Scheller, Bürgermeister Karl-Friedrich Frese, Hausbesitzer Tobias Vaupel, Walter Rinklin vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung, Ortsvorsteher Holger Christ und Peter Vaupel schauen durch die restaurierten Fenster vom Wohnzimmer in die Küche. Fotos:  Skupio

Somplar. Nach sechs Jahren Dorferneuerung Somplar präsentierten jetzt zwei Privatleute ihr vom Grund auf saniertes Eigenheim.

Beim Gang durch die frisch sanierten Häuser von Tobias Vaupel und Reinhold Jokic sieht man sofort, wie wichtig es ihnen war, die Geschichte ihres Anwesens hochzuhalten. In den über 100 Jahre alten Häusern, die mithilfe eines Zuschusses der Dorferneuerung instand gesetzt wurden, sind Relikte aus vergangenen Zeiten zu sehen.

So fallen direkt zwei Gegenstände ins Auge, die in den bisher noch leeren Räumen in Vaupels Haus einsam an der Wand hängen: „Die alte Kaffeemühle und die Wanduhr im Wohnzimmer habe ich vom Vorbesitzer übernommen“, sagt der 29-Jährige.

Auch hatte er die Idee, zwei alte Fenster aufzuarbeiten und in die Wand zwischen Wohnzimmer und Küche einzubauen. Sein neues Eigenheim kaufte Vaupel für einen vierstelligen Betrag, nachdem es drei Jahre leer gestanden hatte. Im August 2012 fing er mit der Entkernung an. Dabei kamen immer neue Probleme auf: Ein Balken in der Nähe des Kamins war über die Länge von 15 Zentimeter komplett durchgebrannt, durch einen weiteren hatte sich Efeu seinen Weg gesucht, zunächst war das Klo zu niedrig montiert.

165.000 Euro hat der 29-Jährige in Material und Handwerker investiert, sogar einen Fledermauskasten im Dach einbauen lassen. Durch die Dorferneuerung erhielt er 45.000 Euro Förderung. Schätzungsweise 7000 Arbeitsstunden haben Vaupel und sein Vater zudem in das Haus gesteckt.

Sogar das Geländer im angebauten Treppenhaus hat der Kfz-Techniker-Meister selbst geschweißt. „Wenn mir mein Vater nicht seine Hilfe zugesagt hätte, dann hätte ich die Finger davon gelassen.“ Architekt Jürgen Scheller bestätigt: „Es war eine Ruine.“

Seit 2009 ist Somplar in der Dorferneuerung. Der Förderzeitraum endet 2017, bis zum 30. September 2016 können noch Anträge gestellt werden. Die Mindestsumme dafür beträgt 10.000 Euro netto.

Der Zuschuss richtet sich nach dem Investitionsvolumen und liegt bei höchstens 45.000 Euro. Unabhängig von einer Antragstellung besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Beratung durch das Architekturbüro Scheller und Pauli.

Bislang wurden für acht private Bauprojekte mit 400.000 Euro Investitionsvolumen 85.000 Euro Fördermittel ausgesprochen. Die zwölf kommunalen Projekte für 700.000 Euro wurden mit 365.000 Euro bezuschusst.

Kontakt: Walter Rinklin, Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung, Tel: 05631/954811, Architekturbüro Scheller und Pauli, Tel: 06451/4220 

Wie Reinhold Jokic zu seinem sanierungsbedürftigen Haus kam, das er eigentlich nie haben wollte, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberg.

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