Machbarkeitsstudie ist fertig

Fusion von Allendorf und Bromskirchen: Bürger sollen entscheiden

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Bürgermeister Claus Junghenn (links, Allendorf) und Ottmar Vöpel (rechts, Bromskirchen) mit Thomas Fiedler (Kommunal- und Politikberatung) und Carmen Möller (Komprax Result), die die Studie erstellt haben.

Die Gemeinden Allendorf/Eder und Bromskirchen streben eine Fusion zum 1. Januar 2023 an. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die Entscheidung über eine Fusion – es wäre die erste im Landkreis seit der Gebietsreform Anfang der 1970er – sollen aber die Bürger in beiden Gemeinden treffen. Deshalb haben die Gemeindeparlamente am Montag einstimmig Absichtserklärungen beschlossen, die einen Bürgerentscheid in Allendorf und Bromskirchen mit der Kommunalwahl im März 2021 vorsehen. Zuvor soll es Ende 2020 Bürgerversammlungen in allen Ortsteilen geben.

Allendorf und Bromskirchen arbeiten bereits seit 2015 in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen, die politischen Gremien haben sich angenähert, Bromskirchen hat seit 2017 nur noch einen ehrenamtlichen Bürgermeister. „Es ist logisch und vernünftig, den Weg zu Ende zu gehen“, sagte Bromskirchens Bürgermeister Ottmar Vöpel am Dienstagabend in einer Pressekonferenz. Viele Verwaltungsaufgaben seien für Bromskirchen allein nicht mehr zu leisten. Sein Kollege Claus Junghenn sprach von einem „Meilenstein in der Entwicklung, die wir schon hinter uns haben“.

Offene und transparente Diskussion

Carmen Möller, Diplom-Betriebswirtin aus Bottendorf, die die Machbarkeitsstudie mit Thomas Fiedler (Kommunal- und Politikberater) erstellt hatte, sprach sich ebenfalls klar für die Fusion aus: „Der Weg ist früh gegangen worden. Durch das schrittweise Vorgehen ist Vertrauen gewachsen.“ Nun sei es wichtig, eine offene und transparente Diskussion mit den Bürgern zu führen. „Das ist der entscheidende Faktor“, sagte Möller, die auch die Gemeindefusion Wahlsburg/Oberweser im Kreis Kassel als Beraterin begleitet hatte.

Mit den Zahlen von heute könnten durch eine Fusion jedes Jahr 480.000 Euro eingespart werden, sagte Möller. Das Land entschulde Kredite von etwa 2,65 Millionen Euro, und die dann größere Gemeinde stünde im Kommunalen Finanzausgleich besser da. Im Gegenzug entstünden für die Fusion einmalige Kosten von rund 135.000 Euro – etwa für die Änderung von Ortsschildern.

Keine Neugründung, sondern Angliederung

Mit einer Fusion von Allendorf und Bromskirchen meinen die Verantwortlichen keine Neugründung einer Gemeinde – was aber auch möglich wäre und diskutiert wurde –, sondern eine Angliederung von Bromskirchen (rund 1900 Einwohner) an Allendorf (5600). Die Gemeinde soll dann Allendorf/Eder heißen. „Wir geben damit nichts auf“, sagte Bromskirchens Bürgermeister Ottmar Vöpel. „Man darf weiter stolz auf seinen Heimatort sein. Der Ortsname bleibt auf jedem Ortsschild.“

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