Gastwirt dreht den Zapfhahn rum

Landgasthaus in fünfter Generation schließt

Das ist bald Geschichte: Gastwirt Werner Steuber am Zapfhahn seines Landgasthofes in Neuludwigsdorf.
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Das ist bald Geschichte: Gastwirt Werner Steuber am Zapfhahn seines Landgasthofes in Neuludwigsdorf.

Ein beliebter Landgasthof im Kreis Waldeck-Frankenberg schließt. Doch für seine treuen Gäste hat der Wirt Werner Steuber noch ein Angebot.

Bromskirchen – Der weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte und wegen seiner gut bürgerlichen Küche beliebte Landgasthof Steuber im Bromskircher Ortsteil Neuludwigsdorf (Pfütze) schließt zum Monatsende seine Gastwirtschaft.

„Nach 54 Berufsjahren werde ich meine gastronomische Tätigkeit einstellen. Ab dem 1. November bleibt mein Lokal dann geschlossen“, informierte der 68-jährige Gastwirt Werner Steuber – der Pfützer Werner – im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wenn dann am Sonntag, 31. Oktober, die Fässer geleert sind, werde ich den Zapfhahn endgültig nach oben drehen und meine langen Arbeitstage gehen zu Ende.“ Steuber freut sich auch darauf, künftig dann mehr Zeit zu haben, um diese mit seiner Familie und den vier Enkelkinder zu verbringen.

„Ich musste auch aus gesundheitlichen Gründen diese Entscheidung treffen, weil meine drei Töchter beruflich eine andere Ausrichtung gewählt haben und deshalb unseren Landgasthof nicht weiterführen. Dennoch werden die Lichter nicht vollends ausgehen. So lange es mir möglich ist, werde ich weiterhin Übernachtung mit Frühstück anbieten. Auch kleine Familienfeiern werden auf Anfrage möglich sein.“

Kreis Waldeck-Frankenberg: Landgasthaus in fünfter Generation schließt

So geht auch eine über 150-jährige Familienära in Neuludwigsdorf zu Ende, denn so lange – von Werner Steuber in der 5. Generation – betrieben die Steubers „auf der Pfütze“ ein Haus mit Bewirtung. In den 1950er und 1960er-Jahren war der Landgasthof von der Familie Steuber auf eine Kapazität von 34 Betten ausgebaut worden. Dazu kam 1970 eine Kegelbahn.

Zur Geschäftsaufgabe sagt Steuber mit leicht gerührter Stimme: „Ich gebe einen wunderschönen Beruf auf, den ich mit ganzem Herzen ausgeübt habe. Es tut mir für meine treuen Stammgäste aus dem Dorf, dem benachbarten Westfalen, Wittgensteiner Land und aus dem Edertal sehr leid, dass ich sie nicht mehr bewirten kann. Viele von ihnen haben alle ihre Familienfeiern bei uns gefeiert und sind mit uns alt geworden. Bei allen Gästen bedanke ich mich auch im Namen meiner Familie und meinen Mitarbeiterinnen herzlich für ihre Treue und das freundliche Miteinander.“ (Willi Arnold)

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