Historischer Tag für Hessen: Frese tritt Bürgermeister-Ehrenamt an

„Ich mache meinen Job wie immer“: Nach 24 Jahren als hauptamtlicher hat Karl-Friedrich Frese gestern sein Amt als ehrenamtlicher Bürgermeister von Bromskirchen angetreten. Das Land Hessen hatte dies mit einer Gesetzesänderung möglich gemacht. Foto:  Paulus

Bromskirchen. Karl-Friedrich Frese (CDU) ist seit dem 1. Januar nicht mehr hauptamtlicher, sondern ehrenamtlicher Bürgermeister von Bromskirchen. Am 2. Januar hat er das Amt offiziell angetreten.

Der 56-Jährige ist damit der erste ehrenamtliche Bürgermeister in Hessen nach neuem Recht. Erst seit einem Jahr ist das für Kommunen mit bis zu 5000 Einwohnern erlaubt. Den bislang einzigen ehrenamtlichen Bürgermeister gab es in Weißenborn (Werra-Meißner-Kreis), hier aber nach altem Recht, weil die Gemeinde weniger als 1500 Einwohner hat.

Karl-Friedrich Frese ist seit 1993 Bürgermeister von Bromskirchen. Im Februar 2016 hatte das Gemeindeparlament entschieden, das Amt zum Ehrenamt zu machen. „Wir wollen damit die Verwaltungsgemeinschaft mit Allendorf weiterentwickeln“, sagt Frese. Er kann sich solch einen Zusammenschluss von Verwaltungen auch für andere Kommunen vorstellen - auch in Waldeck-Frankenberg. „Ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung weitergehen wird.“

Im Juli war Frese von den Bromskirchern mit 69,6 Prozent für sechs Jahre zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt worden. Sehr wahrscheinlich wird er das Amt aber schon Ende August abgeben, sollte ihn der Kreistag als Kandidaten von CDU und SPD im Frühjahr - vermutlich am 20. März - zum Ersten Kreisbeigeordneten wählen. Bromskirchen müsste dann einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister wählen.

In diesem Zusammenhang äußerte sich Frese auch zu Kritik aus Bromskirchen an seiner Kandidatur: Die Entscheidung für einen ehrenamtlichen Bürgermeister sei bereits im Herbst 2015 gefallen. Erst mit der Kommunalwahl im März 2016 sei klar gewesen, dass es im Kreistag eine große Koalition gibt, woraus sich erst die weiteren Entwicklungen bis zu seiner Kandidatur für den Ersten Kreisbeigeordneten ergeben hätten.

So viel verdient der ehrenamtliche Bürgermeister: 

Als ehrenamtlicher Bürgermeister bekommt Karl-Friedrich Frese eine Aufwandsentschädigung von 2500 Euro brutto im Monat, sagt er. Dazu habe das Land eine neue Verordnung erlassen. Die Gemeindevertretung könne den Betrag um bis zu 50 Prozent - auf 3750 Euro - aufstocken. „Die Rahmenbedingungen sind also gar nicht so schlecht“, sagt Frese mit Blick auf die Suche nach einem Nachfolger.

Festgelegt sei auch, dass das Ruhegehalt, das er für 24 Jahre als hauptamtlicher Bürgermeister bekommt, plus Aufwandsentschädigung nicht über dem letzten Gehalt als Hauptamtlicher liegen dürfe. Frese wurde nach Tarif A15 bezahlt, laut Besoldungsordnung 5842 Euro brutto. Er sagt, er sei der einzige Bürgermeister in Waldeck-Frankenberg, der nach A15 bezahlt werde, alle anderen bekämen mit A16, B2 oder B3 mehr Geld pro Monat.

Mehr über Freses ersten Arbeitstag als Ehrenamtlicher und über weitere Wahlen, die 2017 im Landkreis anstehen, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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