DGH in Somplar: Ein Haus, das keiner nutzt

Gähnende Leere: Die Stühle im DGH Somplar sind hochgestellt, keiner steht am Tresen. Ortsvorsteher Holger Christ sagt, Unterhaltungskosten gibt es, Einnahmen aber nicht. Foto: Gewert

Somplar. Gähnende Leere im Dorfgemeinschaftshaus in Somplar. Etwa 160 Menschen passen in das Haus, doch keiner kommt.

Außer zwei Vereinen dienstags zur Chorprobe oder donnerstags zum Schachspiel.

Im vergangenen Jahr gab es nur eine einzige echte Vermietung. Für die Gemeinde Bromskirchen ist das vor allem finanziell ein Problem, denn während die Mieteinnahmen ausbleiben, gibt es laufende Kosten für Heizung und Instandhaltung.

Hochzeiten und Geburtstage werden nicht mehr hier gefeiert, sondern meist in andere Lokalitäten verlagert, sagt Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. „Ich denke, das Problem ist größtenteils dem Zeitgeist geschuldet.“ Die Tendenz gehe eher dahin, andere Möglichkeiten mit einem attraktiveren Angebot zu nutzen.

Mittelpunkt hat sich verlagert 

Vor einigen Jahren sei das noch anders gewesen, sagt Somplars Ortsvorsteher Holger Christ. „Der Dorfmittelpunkt hat sich verlagert“, sagt er. „Ich kann die Gründe noch nicht erkennen.“ Er vermute, dass das Dorfgemeinschaftshaus den Feiernden zu kahl und zu nüchtern ist. Sie würden eher die heimische Atmosphäre und das Improvisierte bevorzugen. „Man müsste ergründen, woher das Ganze kommt“, sagt Holger Christ.

So könnte es auch an einem Wandel im gesellschaftlichen Leben liegen. Die Menschen würden sich mehr und mehr abschotten und für sich bleiben. Das Dorfleben sei anders als noch vor 20 Jahren. Bürgermeister Frese beobachtet auch die Nachbargemeinden, die vor ähnlichen Problemen stünden.

Sie nutzen ihr Dorfgemeinschaftshaus zum Teil gastronomisch, was in Somplar jedoch zu einer Konkurrenzsituation mit den beiden Kneipen führen würde. Es müssen Lösungen gefunden werden, die den kleinen Wirtshäusern keine Konkurrenz machen. Auch die beiden Gaststätten im Dorf - „Zum Jägerhof“ und „Zur Post“ - brauchen Unterstützung, sagt Frese. Eine Bürgerinitiative könnte neue Ideen einbringen, das Dorfgemeinschaftshaus mit Leben zu füllen. „Die Einrichtung ist zwar vorhanden, aber es ist schwierig, sie zu nutzen“, sagt der Bürgermeister.

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