Bürgerhäuser in Frankenau: Keine Schließungen geplant

Kostet viel Geld: Die Unterhaltung der Bürgerhäuser in Frankenau ist ein Zuschussgeschäft. Foto: dpa

Frankenau. Über die Zukunft der Bürgerhäuser ist am Montag bei einer Bürgerversammlung in Frankenau diskutiert worden. Einhelliger Tenor: Alle Gebäude müssen auch künftig erhalten bleiben.

Rund 206 000 Euro gibt die Stadt Frankenau pro Jahr für die Unterhaltung der Kellerwaldhalle und die Dorfgemeinschaftshäuser in Allendorf/Hardtberg, Altenlotheim, Dainrode, Ellershausen und Louisendorf aus. Da die Stadt jährlich aber nur rund 14 000 Euro für die gebührenpflichtige Nutzung der Gebäude einnimmt, ist die Unterhaltung der Kellerwaldhalle und der Dorfgemeinschaftshäuser ein Zuschussgeschäft. Die Stadt stellt die Häuser auch noch kostenfrei für Vereine zur Verfügung. 18 400 Euro gibt sie daher jedes Jahr quasi als Vereinsförderung aus. Dennoch: Alle Häuser sollen erhalten bleiben, das war der Tenor einer Bürgerversammlung, die am Montag in der Kellerwaldhalle stattfand. Bei der Versammlung wurde über die aktuelle Situation der Bürgerhäuser berichtet. Auf der anderen Seite sollte erörtert werden, welche Zukunft die Gebäude haben und wie sie angesichts der Kosten künftig unterhalten werden können.

„Wir haben seitens des Magistrats keine Veränderungen geplant“, stellte Bürgermeister Björn Brede klar. Weder Schließungen noch Übergaben der Häuser in die Hände von Vereinen seien vorgesehen. Letztere Möglichkeit zur Unterhaltung der Bürgerhäuser hatte Altenlotheims Ortsvorsteher Heiko Backhaus zuvor kritisiert: „Das können die Vereine gar nicht leisten.“

Der CDU-Stadtverordnete Gerd Ruhwedel warnte jedoch davor, dass den Gaststätten durch die Bürgerhäuser das Wasser abgegraben werde. „In letzter Zeit wurden Gaststätten in Frankenau geschlossen. Wir müssen uns daher auch fragen, ob wir durch die Stärkung der Bürgerhäuser den Gaststätten nicht noch weiter die Wirtschaftlichkeit entziehen. Beide Einrichtungen, sowohl die Gaststätten als auch unsere Bürgerhäuser, gehören zum dörflichen Leben dazu“, sagte Ruhwedel. Daraufhin sagte der Stadtverordnete Harald Koch (SPD), dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Gaststätten in Zukunft aller Voraussicht nach noch weniger frequentiert werden. „Die Bürgerhäuser sind als Treffpunkte daher wichtiger denn je“, sagte er.

Stadtverordnete Renate Thuma (SPD) wies derweil darauf hin, dass die indirekte Förderung der Vereine durch die städtische Unterhaltung der Bürgerhäuser keine Selbstverständlichkeit sei. „Das wird gerne mal vergessen“, sagte Thuma, die aber ebenso wie Brede betonte, dass die Stadt trotzdem weiter die Bürgerhäuser unterhalten solle.

Stadtrat Ortwin Bauch forderte, dass in der Kellerwaldhalle die Möglichkeit der Verdunklung verbessert werde, damit Veranstaltungen mit Beamer-Präsentationen besser durchgeführt werden können.

Thomas Tönges vom Stadtbauamt berichtete, dass demnächst in die Barrierefreiheit an den Bürgerhäusern investiert werde. „Heizungsanlagen müssen auch erneuert werden“, sagte er. Außerdem könne in Dainrode energetisch noch etwas gemacht werden.

Von Philipp Daum

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