Bürgermeister Frese: „Keiner plant Containerdörfer"

Frankenberg. Von den 86 mobilen Wohn-Containern für Flüchtlinge, die Ende Oktober an die Kommunen in Waldeck-Frankenberg aus Litauen geliefert werden, wird allein die Stadt Frankenberg zehn nehmen.

„Dafür haben wir uns bewusst entschieden", sagte Bürgermeister Rüdiger Heß.

Schließlich sei Frankenberg als zweitgrößte Stadt im Landkreis bei den Notunterkünften, die in Korbach, Bad Arolsen und Gemünden eingerichtet wurden, nicht dabei. Und in Frankenberg fehle es an privaten Wohnungen für Flüchtlinge. „Wir müssen mehr entlasten“, sagte Heß.

Die Stadt Frankenberg habe sich entschieden, ihre zehn Container nicht zentral an einem Ort aufzustellen. „Wir müssen ein gutes soziales Gefüge hinbekommen“, erläuterte der Bürgermeister. Die Standorte würden noch diskutiert. Er habe auch die Kirchen und religiösen Gemeinschaften in der Stadt gefragt, ob sie auf ihren Flächen Container aufstellen würden. „Die katholische Kirche hat bereits zugesagt.“

Die Wehrweide als Standort für die Wohncontainer schloss Heß aus: „Die ist Überschwemmungsgebiet, da können wir niemanden wohnen lassen.“

Auf HNA-Nachfrage verriet der Bürgermeister auch, dass er die Besitzer der leerstehenden Märkte in der Stadt - Herkules und Tegut beispielsweise - gefragt habe, ob sie ihre Gebäude als Behelfsunterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung stellen würden. „Bis heute habe ich noch keine Zu- oder Absage“, berichtete Heß. Es sei wichtig, offen mit dem Thema umzugehen und die Menschen in der Stadt mitzunehmen.

„Keiner plant, Containerdörfer einzurichten“, teilte auch Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese als Sprecher der Bürgermeister im Südkreis mit. Vielmehr sei man auf der Suche nach Standorten für ein bis zwei Container. Dafür werde ein ebener, befestigter Untergrund benötigt, in dessen Nähe Anschlüsse an Kanal, Strom und Wasser liegen. Daher werde es sich im Bereich öffentlicher Plätze und Einrichtungen abspielen. Geheizt wird mit Flüssiggas. Mit der Verlegung der Anschlüsse wolle man in allen Kommunen die Energie Waldeck-Frankenberg beauftragen. Man sei mit der Planung im Prinzip fertig, es fehle nur noch eine Firma, die die Bauhöfe beim Aufstellen unterstütze und die Container mit einem Kran ablade.

Bromskirchen hat drei Container bestellt, einer koste mit Transport rund 15 000 Euro. Über die Mietpauschale von acht Euro pro Tag pro Flüchtling werden die vom Landkreis vorfinanzierten Container, die bis zu zehn Menschen Platz bieten, innerhalb von circa acht Monaten abbezahlt. Die Anschlussverwendung sei noch unklar und hänge dann auch vom Zustand ab.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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