Bürgermeister prüfen Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen

Flüchtlingsquartier in einer Turnhalle: Auch in Waldeck-Frankenberg sollen Flüchtlinge in öffentlichen Gebäuden untergebracht werden – wie hier auf diesem Symbolfoto aus Baden-Württemberg. Archivfoto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Weil das Land Hessen Zeltstädte auflösen will, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, erwartet der Kreis in den nächsten Wochen bis zu 600 zusätzliche Flüchtlinge, für die Unterkünfte geschaffen werden müssen.

Landrat Dr. Reinhard Kubat erklärte am Montag im Kreistag: „Zuweisungen in derartiger Höhe übersteigen die aktuellen Aufnahmemöglichkeiten bei weitem, so dass nach Alternativen Ausschau gehalten werden muss."

Die neu gegründete Arbeitsgruppe „Notunterbringung" soll laut Kubat den Kreis auf den Ansturm vorbereiten. Ihr gehören neben den Abteilungsleitern der Kreisverwaltung die Bürgermeister Jürgen van der Horst (Bad Arolsen), Klaus Friedrich (Korbach) und Dirk Junker (Hatzfeld) an. Im Fokus der Gruppe stehen vor allem die Sporthallen.

Die Bürgermeister im Kreis wollen am Mittwochmorgen eine Liste der Hallen vorlegen, die sie für geeignet halten, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Das ist das Ergebnis einer Bürgermeisterrunde am Montag im Kreishaus, wie Korbachs Stadtoberhaupt Klaus Friedrich mitteilte: „Wir werden konkrete Vorschläge machen und mit dem Kreis diskutieren." Ziel sei, die Gebäude herauszufiltern, bei denen die Nutzer am wenigsten beeinträchtigt würden, so Friedrich. „Es sollen aber auch andere leerstehende Gebäude und gewerbliche Anmietungen geprüft werden."

Die Bürgermeister treffen sich am Mittwoch erneut mit dem Landrat, um dann ihre Vorschlagsliste zu diskutieren. „Es gibt Klärungsbedarf, gleichwohl haben die Städte und Gemeinden ihre Hausaufgaben gemacht“, stellt van der Horst fest. Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich erklärte: „Das ist ein Problem, dass wir nur gemeinsam lösen können.“

Zeltstädte soll es indes auf keinen Fall geben: Gerade im Vorfeld der anstehenden kalten Jahreszeit seien Zelte keine angemessene Unterbringungsform, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat am Montag im Kreistag. Bisherige Standards für Unterkünfte könnten aber auch nicht mehr aufrechterhalten werden, so der Landrat. Die „in der Vergangenheit zugrunde gelegten Maßstäbe“ könnten „nicht in allen Fällen durchgängig einhalten“ werden. (lb/ah)

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