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Mit Bürgern für Sicherheit sorgen: Willingen ist Kompass-Kommune

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Von: Wilhelm Figge

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Breit aufgestellt für mehr Sicherheit: Polizeipräsident Konrad Stelzenbach hat als Startschuss für Kompass die Plakette an Bürgermeister Thomas Trachte übergeben. Verwaltung, Polizei und Präventionskreis sind im Boot, nun steht die Bürgerbeteiligung an.
Breit aufgestellt für mehr Sicherheit: Polizeipräsident Konrad Stelzenbach hat als Startschuss für Kompass die Plakette an Bürgermeister Thomas Trachte übergeben. Verwaltung, Polizei und Präventionskreis sind im Boot, nun steht die Bürgerbeteiligung an. © Wilhelm Figge

Willingen (Upland). Willingen ist offiziell Teil der Sicherheitsinitiative Kompass. Kommune, Polizei und Bürger sollen zusammen Probleme angehen, gerade im Wochenend-Tourismus.

Neue Wege für mehr Sicherheit und gegen die negativen Auswirkungen des Tourismus sucht Willingen in der hessischen Sicherheitsinitiative „Kompass“ – kurz für Kommunalprogramm Sicherheitssiegel. Offiziell machte das der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach mit der Übergabe einer Plakette an Bürgermeister Thomas Trachte im Kreise von Verwaltung, Polizei und Präventionskreis.

Da fehlen nur noch die Bürger: Ihre Bedenken und Ideen für Maßnahmen sollen einfließen. „Kompass heißt, das alle an einen Tisch kommen“, erklärte Konrad Stelzenbach. Deshalb ist eine der ersten Aufgaben die Vorbereitung einer Sicherheitskonferenz: „Ziel ist eine Feinanalyse: Wo sehen die Bürger Schwachpunkte?“, erklärte Bodo Briewig, Leiter des Hauptsachgebiets Prävention der Polizei.

Zusammen mit der wissenschaftlichen Betreuerin von der Uni Gießen wird in den nächsten Wochen geklärt, wie diese Konferenz gestaltet wird, erklären Thomas Buchloh, Kompass-Ansprechpartner der Gemeinde, und Ulrike Langer, als Beraterin sein Gegenstück bei der Polizei. Zudem gibt es Bürgerbefragungen. 2019 werde Kompass jedenfalls ein Schwerpunkt in Willingen, kündigt Thomas Trachte an.: „Wir freuen uns über jeden, der mitwirkt“, Vereins- und Wirtschaftsvertreter ebenso wie die Bürger.

Lärm, Störungen und andere Nebenwirkungen des Tourismus sind dabei nicht das einzige Thema, betreffen Willingen aber mehr als Schwerkriminalität: Bei allen Anstrengungen, welche die Gemeinde flankiert von Polizeistation Korbach und der Direktion Waldeck-Frankenberg unternehme, bleibe Unbehagen in der Bevölkerung, räumte Trachte ein. „Wir müssen immer weiter daran arbeiten, auch wenn wir es nicht von heute auf morgen lösen können – das sind wir der Bevölkerung schuldig“, befand er.

Durch Kompass sollen die Sicherheit erhöht und mehr Leute mitgenommen werden. Das werde nicht immer bequem sein. Doch schon eine Anliegerversammlung mit Bewohnern des „Epizentrums“ der Störungen sei letztlich konstruktiv gewesen.

Ziel ist es also zunächst, ein umfassendes Lagebild einzuholen, nicht nur für Straftaten, sondern auch für Ordnungswidrigkeiten, erklärt Konrad Stelzenbach. Auch solle damit das Dunkelfeld aufgehellt werden, das es mangelns Anzeige nicht in die Polizeiliche Kriminalstatistik schaffe. Und: „Es gibt vielleicht die eine oder andere kreative Idee, an die wir noch nicht denken.“ Die Erfahrungen in den Modellkommunen seien jedenfalls gut gewesen.

Für die Gemeinde stelle Kompass eine Möglichkeit dar, das vorhandene Sicherheitskonzept weiterzuentwickeln, erklärte Thomas Trachte. Dazu gehört etwa der Einsatz von neun Hilfspolizisten am Wochenende, derzeit wird Videoüberwachung entwickelt, fügt Achim Kaiser, Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg hinzu.

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