Ehrenamtliche am 26. September im Einsatz

Bundestagswahl: Waldeck-Frankenberg braucht 2300 Wahlhelfer

Symbolbild: Wahlhelfer
+
Symbolbild: Wahlhelfer

Für die Bundestagswahl und die Landratswahl am 26. September 2021 in Waldeck-Frankenberg werden rund 2300 Wahlhelfer für die etwa 280 Wahllokale und Briefwahl-Teams gebraucht. Wegen Corona und der Briefwahl ist die Zahl höher als bei vergangenen Wahlen.

Waldeck-Frankenberg – Einen Monat vor Bundestags- und Landratswahl sind die Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg derzeit dabei, die letzten Wahlhelfer für die Wahllokale am 26. September zu bekommen. Wie uns einige Rathäuser auf Nachfrage mitgeteilt haben, gibt es in den meisten Orten genügend Freiwillige.

Ein Wahlvorstand besteht in der Regel aus sieben bis neun Personen. Allein in der Stadt Frankenberg werden 189 Wahlhelfer für die 27 Wahllokale – inklusive Auszählung der Briefwahl – benötigt, in Korbach sind es 211 Wahlhelfer für 29 Wahllokale und sechs Briefwahlbezirke. In den Dörfern kümmern sich meistens die Ortsvorsteher um die Wahlhelfer, fragen also Einwohner, ob sie am Wahltag Dienst machen wollen. „Das hat wieder gut geklappt“, berichtet Jasmin Dornseiff von der Stadt Battenberg. „Die meisten Wahlhelfer waren schon bei früheren Wahlen dabei.“

Trotzdem gebe es auch ein paar neue Wahlhelfer, sagt Dornseiff. Einige hätten sich auf einen Aufruf der Stadt gemeldet: Battenberg hatte wie auch Frankenberg Anfang Mai, als Termine für Corona-Impfungen noch nach Priorisierung vergeben wurden, damit geworben, dass man sich für einen Impftermin registrieren darf, wenn man als Wahlhelfer zusagt. „Dem Aufruf sind bei uns 35 Personen gefolgt: 20, die zum Teil bereits bei mehreren Wahlen eingesetzt waren und 15 neue potenzielle Wahlhelfer“, berichtet Carsten Buch von der Stadt Frankenberg.

Wahlhelfer zählen die abgegebenen Stimmen aus.

Wahlhelfer müssen aber nicht geimpft sein, sagt Jörn Lessing von der Stadt Korbach. Dennoch gelten in den Wahllokalen wie schon bei der Kommunalwahl am 14. März einige Corona-Vorschriften: Es gilt Maskenpflicht für Wahlhelfer und Wähler, Abstände sind einzuhalten, Plexiglasscheiben werden aufgestellt, es wird gelüftet, die Wähler sollen wieder einen eigenen Stift zum Ankreuzen der Stimmzettel mitbringen. Die Auflagen seien aber von der aktuellen Corona-Lage am Wahltag abhängig, sagt Bernd Weber von der Gemeinde Vöhl.

Fragen und Antworten zu den Wahlhelfern

Hier weitere Fragen und Antworten zu den Aufgaben und Pflichten der Wahlhelfer.

Wie bekommen die Kommunen ihre Wahlhelfer?
In der Regel greifen die Städte und Gemeinden auf einen Pool an Wahlhelfern zurück. Schließlich ist für den Dienst im Wahllokal – also die Überwachung der Stimmabgabe und das Auszählen – auch Erfahrung nötig. Meistens besorgt der Ortsvorsteher die Wahlhelfer für das Wahllokal in seinem Dorf, manchmal stellen auch die Parteien Wahlhelfer. „Alle Ortsvorsteher haben mitgeteilt, dass sie genügend Wahlhelfer haben“, sagt Bernd Weber für die Gemeinde Vöhl. 
Werden durch die Pandemie wieder mehr Wahlhelfer benötigt?
Ja, und das liegt vor allem an der Briefwahl: Wegen der Corona-Pandemie wird – wie bei der Kommunalwahl im März – eine hohe Zahl an Briefwählern erwartet, weil viele Menschen den Gang ins Wahllokal scheuen. Bei der Kommunalwahl lag der Briefwahl-Anteil unter den Wählern im Landkreis bei 58,3 Prozent – 38 673 Briefwähler bei 66 323 Wählern. Die Kommunen planen deshalb auch für die Bundestagswahl zusätzliche Teams zum Auszählen der Briefwahl ein. Und es gibt mehr Wahlhelfer, weil es wegen der Pandemie eventuell krankheitsbedingte, kurzfristige Absagen geben könnte.
In Rosenthal und Frankenau werden am 26. September auch neue Bürgermeister gewählt. Werden dafür auch mehr Wahlhelfer gebraucht?
Nein, sagen die beiden Stadtverwaltungen. „Grundsätzlich ist die personelle Situation in Frankenau genauso wie bei anderen Wahlen“, sagt Christian Caspar, der stellvertretende Gemeindewahlleiter in Frankenau. „Trotz Bürgermeisterwahl wird der Pool an Helfern nicht größer.“
Wie können Interessierte zum Wahlhelfer werden?
Indem sie sich bei ihrer Stadt oder Gemeinde melden – unter Angabe von Name, Anschrift und telefonischer Erreichbarkeit. Wahlhelfer kann jeder werden, der wahlberechtigt ist – deutsche Staatsbürgerschaft, Vollendung des 18. Lebensjahres, Wohnsitz seit mindestens 3 Monaten in der Bundesrepublik.
Kann man auch zum Dienst als Wahlhelfer verpflichtet werden?
Das Bundeswahlgesetz sieht vor, dass grundsätzlich alle Wahlberechtigten zur Übernahme eines Wahlehrenamtes verpflichtet sind. „Wer berufen wird, kann nicht einfach aus jedem x-beliebigen Grund ablehnen“, sagt Christian Caspar aus Frankenau. 
Müssen Wahlhelfer eine Corona-Impfung haben?
Nein, die Impfung ist nicht zwingend erforderlich. Die Wahlhelfer werden aber vor Dienstantritt auf Corona getestet. Zudem stellt das Land Hessen den Kommunen für die Durchführung der Bundestagswahl wie bei der Kommunalwahl Schutzausrüstung zur Verfügung: Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel, berichtet Brigitte Staufenberg, die stellvertretende Wahlleiterin im Bundestagswahlkreis 170 Schwalm-Eder/Frankenberg. 
Was sind die Aufgaben eines Wahlhelfers?
In den Wahllokalen, die am Wahltag um 8 Uhr öffnen, wird ab etwa 7.30 Uhr in Schichten gearbeitet. Dabei wird beispielsweise sichergestellt, dass der Wahlraum eingerichtet ist, Stimmzettel geheim ausgefüllt werden und nur Wahlberechtigte wählen. Die Wahlvorstände der Briefwahlbezirke treffen sich erst am Nachmittag. Nach 18 Uhr werden überall die Stimmen gezählt, die Ergebnisse notiert und an die Wahlbehörde gemeldet sowie die Unterlagen vom Wahlleiter zurück ins Rathaus geliefert. Diesmal sind die Wahlhelfer auch dafür zuständig, dass die Corona-Vorschriften im Wahllokal eingehalten werden. 
Werden die Wahlhelfer auch geschult?
Die Wahlvorstände bekommen eine Einführung durch die Stadt- oder Gemeindeverwaltung, zudem gibt es einen Leitfaden. Es gebe viele „eingespielte Teams, die das auch gerne machen“, sagt Christian Caspar für Frankenau. „Es ist natürlich gut, wenn man auf Leute mit Erfahrung zurückgreifen kann.“
In welcher Reihenfolge wird am 26. September ausgezählt?
Zuerst wird die Bundestagswahl ausgezählt, danach die Landratswahl. In Rosenthal und Frankenau ist vor den Stimmzetteln der Landratswahl die Bürgermeisterwahl an der Reihe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.