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Bunter Festzug mit viel Musik: Schützen in Schwalefeld feiern ihr großes Fest

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Das Schwalefelder Königspaar Michael und Edelgard Fiedler marschierte am gestrigen Sonntag natürlich vorneweg bei Festzug.
Das Schwalefelder Königspaar Michael und Edelgard Fiedler marschierte am gestrigen Sonntag natürlich vorneweg bei Festzug. © Barbara Liese

Kurz hinter dem Ortsschild sitzen sie auf einer Bank. Michael und Edelgard Fiedler, das noch amtierende Königspaar. Sie bewegen sich nicht von der Stelle und nachts leuchtet sogar das Diadem der Königin.

Die lebensgroße Fotografie hat Hans-Heinrich Genuit auf eine Holzplatte ziehen lassen und dann sorgfältig bis ins Detail ausgeschnitzt.

„Das war schon Puzzlearbeit. Ich musste sehr aufpassen und präzise arbeiten“, erzählt der 78-Jährige. „Aber Arbeit, die Spaß macht, ist ja keine Arbeit. So wie sie da vor meinem Haus sitzen, werde ich sie wohl nach dem Schützenfest vermissen.“

Hans-Heinrich Genuit ist Gründungsmitglied des Schützenvereins Schwalefeld 1974. Er führte zwölf Jahre den Verein als Vorsitzender. Vor allem aber ist er seit Beginn der Vereinsgeschichte der Bogenmeister.

Seit 1975 begrüßen die Anwohner des Oberdorfes die Schützenfestgäste mit dekorierten Tannenbogen über der Straße. „Aus der Anfangszeit sind viele Traditionen bei uns noch lebendig“, bestätigt Schriftführer Christopher Leeser, der während des Festes jedem mit Rat und Tat zur Seite steht. „Die roten Jacken gehören seit der Vereinsgründung zu uns. Zu den weißen Hemden tragen wir dunkelblaue Schleifen – und eben die Bogen über der Straße. Wir sind ein bisschen anders als die anderen Vereine, vor allem aber sehr familiär und bodenständig.“

Zum ersten Mal seit 2019 feiern die Schwalefelder nach der Corona-Zwangspause in diesen Tagen wieder Schützenfest. Wie immer begann die inoffizielle Eröffnung mit dem Jugendschießen am Samstag. Zehn Jugendliche waren diesmal dabei. Jugendkönigin wurde Freya Biesgen. Den ersten Flügel sicherte sich Stefanie Manhatten van Os, den zweiten Flügel Jamie-Lee Zaiser.

Nach der offiziellen Festeröffnung mit dem Musikverein Bontkirchen und dem Spielmannszug Oberschledorn wurden der Jugendkönig und die Flügelschützen daraufhin proklamiert. Gemeinsam mit dem Königspaar ging es dann zum Festgottesdienst mit Pfarrerin Katrin Schröter und zum großen Festball in die Festhalle. „Es war brechend voll“, berichtete Christopher Leeser am gestrigen Sonntag. „Bis halb vier Uhr am Morgen wurde gefeiert. Nach zwei Jahren war die Freude darüber, wieder einmal unbeschwert zusammenzukommen und den Alltag zu vergessen, einfach groß.“

Diese Freude war auch bis zum Sonntagmorgen nicht verflogen. Zum großen Frühschoppenkonzert mit der Battenberger Big Band trafen sich fast alle wieder. „Ich bin als Dirigent und Motivator jetzt seit zehn Jahren dabei. In Schwalefeld ist die Stimmung immer besonders gut. Man merkt, dass alle mit dem Herzen dabei sind“, erzählte Rudolf Strieder.

Einer der Höhepunkte ist der Festumzug durch den Ort, der am gestrigen Sonntag natürlich auch wieder stattfand. Zu Gast waren in diesem Jahr die Schützenvereine aus Usseln, Bömighausen und Willingen. Neben dem Musikzug Battenberg wurde der Festzug unterstützt von den Musikzügen aus Bontkirchen und Oberschledorn – und natürlich waren auch die Königspaare befreundeter Verein dabei.

Eine andere Tradition wurde nach dem Festzug am Sonntagabend weiter gepflegt: Das Rausspielen der Usselner Schützen. Irgendwann war es einfach so passiert, und die Usselner waren ein bisschen beleidigt. Hans-Heinrich Genuit lud zur Wiedergutmachung zu einem Schnaps ein – und schon war die neue Tradition geboren. Jetzt macht die Schützengesellschaft Usseln jedes Jahr Halt an seinem Haus. Aus dem Schnaps ist längst ein Umtrunk geworden, manchmal sogar mit einem Geschenk.

Von Barbara Liese

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