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3500 Interessenten für Dinkel von Birkenbringhäuser Bauer Paul

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Von: Susanna Battefeld

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Landwirt Jan-Niklas Paul aus Birkenbringhausen, hier mit Sohn Fritz, bleibt auf 40 Tonnen EU-Bio-Dinkel sitzen, weil er keine Abnehmer findet.
Landwirt Jan-Niklas Paul aus Birkenbringhausen, hier mit Sohn Fritz, bleibt auf 40 Tonnen EU-Bio-Dinkel sitzen, weil er keine Abnehmer findet. © Anja Paul

Landwirt Paul aus Birkenbringhausen kann es nicht fassen: Für den Dinkel, den der Großhandel nicht abnimmt, melden sich tausende Interessenten.

Birkenbringhausen – Als der Nebenerwerbslandwirt Jan-Niklas Paul sich wegen Absatzproblemen für seinen Bio-Dinkel an die HNA gewandt hat, wollte er die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam machen. Mit der dann ausgelösten Resonanz auf den am 25. August auch online erschienenen Artikel hat der 32-jährige Birkenbringhäuser allerdings nicht gerechnet.

„Das ist der Wahnsinn: Inzwischen haben sich über den Messanger-Dienst Telegram bereits 3500 Privatpersonen gemeldet, die sich für den Dinkel interessieren – Tendenz steigend“, sagt Paul. Auch die bei ihm eingegangenen E-Mails reißen nicht ab. „Ich komme kaum dazu, alle Mails zeitnah zu beantworten“, räumt er ein.

Mittlerweile habe sich sogar ein Fernsehsender bei ihm gemeldet, der einen Beitrag drehen wolle, und in einer der renommiertesten Agrarzeitungen stehe seine Geschichte kurz nach Veröffentlichung auf Platz eins der meistgelesenen Artikel.

Wie berichtet, kann Jan-Niklas Paul 40 Tonnen Bio-Dinkel nicht verkaufen, weil der Markt offenbar gesättigt ist, wie ihm sein Landhandel mitgeteilt hat. ( https://www.hna.de/lokales/frankenberg/frankenberg-eder-ort305273/tonnen-lager-unverkaeuflich-landwirt-getreide-kein-markt-fuer-bio-dinkel-40-91745847.html ).Die Vorräte würden vermutlich noch bis 2024 reichen. Für ihn völlig unverständlich: Seit Monaten werde über Getreidemangel geredet und es jetzt soll es keinen Markt für seinen Dinkel geben.

„Das Interesse an meinem Getreide nimmt mittlerweile Ausmaße an, die hätte ich nie für möglich gehalten“, sagt Paul zu dem von ihm losgetretenen Hype um seinen eingelagerten Dinkel. Er sei mit Sicherheit nicht der einzige, der keinen Großabnehmer finde, aber offenbar habe außer ihm keiner das Problem öffentlich gemacht, vermutet der Familienvater. Nachfrage nach kleinen Mengen nicht

Landwirt kann Nachfrage nur nach kleinen Mengen Dinkel nicht bedienen

Trotz des großen Interesses ist er nur verhalten optimistisch, was die Absatzmöglichkeiten betrifft: „Die meisten Kunden wollen nur kleinere Mengen abnehmen“, sagt Paul. In der Regel würden zehn Kilo verlangt. „Ich kann mich aber nicht hinstellen und viele Säcke und Päckchen befüllen und verschicken – das ist ein Riesenaufwand. Wie soll das gehen?“, fragt sich der Landwirt.

Neben den Kosten für das Entspelzen, damit der Dinkel überhaupt verwendet werden kann, kämen auch noch die Logistikkosten obendrauf, gibt er zu bedenken. „Da bin ich schnell mal bei 10 000 Euro, die ich noch investieren muss, bevor ich überhaupt beim Kunden bin.“

Er hofft immer noch darauf, dass jemand die gesamte Menge kauft, und will deshalb erst einmal abwarten. Ein Landhandel habe sich allerdings bislang nicht gemeldet. Er könne den Dinkel aber auch nicht ewig lagern, da Qualitätsverluste drohten. (Susanna Battefeld)

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