Feuerwehr löschte die ganze Nacht

Am Tag vor Schlüsselübergabe an neuen Besitzer: Haus in Burgwald abgebrannt

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Am Morgen nach dem Brand: Flammen haben das reetgedeckte Haus in Burgwald samt Carport fast komplett zerstört. 

Burgwald. Das reetgedeckte Wohnhaus in Burgwald, das am Dienstag in Brand geraten war, ist weitgehend zerstört worden - und das einen Tag vor der Schlüsselübergabe mit dem neuen Besitzer. 

Die ganze Nacht über war die Feuerwehr im Einsatz. Immer wieder loderten aus Glutnestern Flammen auf, schildern Wehrleute am Mittwoch.

Die Kripo in Korbach wird die Brandstelle am Donnerstag untersuchen, sagte Pressesprecher Jörg Dämmer auf HNA-Anfrage. Erst dann seien Aussagen zur Brandursache und zur Höhe des Schadens zu erwarten.

Ein großer Schock ist der Brand für die bisherigen Bewohner: Sie hatten am Dienstagnachmittag gerade ihr Haus für die am nächsten Tag geplante Schlüsselübergabe an einen Käufer fertig ausgeräumt, als sie von einem vorbeifahrenden Autofahrer erfuhren, dass das Dach brannte.

Das Reetdach erschwerte der Feuerwehr die Löscharbeiten. „Das Wasser konnte nicht durch das 30 bis 40 Zentimeter dicke Schilf, das mit Stahldrähten dicht zusammengehalten wird, durchdringen“, sagte Gemeindebrandinspektor Francisco Ayora Escandell. Er war als einer der ersten am Brandort. „Da schlugen Flammen schon neben dem Kamin aus dem Dach. Sie waren schon in den ersten Stock durchgedrungen“, schildert er am Mittwoch der HNA.

100 Kräfte waren im Einsatz

Das komplett ausgetrocknete Schilf habe wie Zunder gebrannt. Trotz des Einsatzes von rund 100 Kräften konnten sie nicht verhindern, dass die Flammen sich ausbreiteten und das Wohnhaus sowie das angrenzende Carport mit Wohneinheit weitgehend zerstörten.

Die bisherigen Besitzer konnten nur dabei zusehen. Das Ehepaar, das bereits an einem anderen Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg wohnt, hatte das Haus verkauft, informiert der Mann. Der Kaufvertrag sei unterschrieben. Am heutigen Mittwoch sollten auch die Schlüssel übergeben werden. Die Eheleute hatten nach eigenen Angaben das Haus vor 15 Jahren erworben und damals auch das Reetdach komplett erneuert.

Auf dem Nachbargrundstück stand Eberhard Frick und schaute in die Flammen. Er hatte das reetgedeckte Haus in den 1960er-Jahren gebaut. Nach einer Firmeninsolvenz war es in andere Hände übergegangen. Nun ist es abgebrannt.

Am Mittwochvormittag waren noch Feuerwehrleute aus Burgwald vor Ort. Sie blickten auf eine lange Nacht zurück.

Esther und Ralf Fischer vom Nachbarhaus hatten für die Wehrleute im angrenzenden katholischen Gemeindehaus Kaffee gekocht, dort konnten sich die Brandschützer auch ausruhen. Die Gemeinde versorgte die Helfer mit Essen und Getränke.

Sehr hilfreich für die Löscharbeiten war laut Gemeindebrandinspektor Ayora Escandell, dass es in Burgwald eine 150 000 Liter fassende Zisterne gibt. „Sonst wäre das Trinkwasser für die Bevölkerung vielleicht knapp geworden.“

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