Hessisches Umweltministerium unterstützt Renaturierungsarbeiten

Der Ausbau der Moore im Burgwald geht weiter

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An den Franzosenwiesen im Burgwald: Forstamtsleiter Eberhard Leicht im gerodeten Waldabschnitt, der vermoort werden soll. Im Hintergrund ein neu angelegter Libellenteich.

Burgwald Das Forstamt Burgwald setzt sich für die Ausweitung der für den Klimaschutz und die biologische Vielfalt wichtigen Moore ein - und wird dabei finanziell unterstützt vom Hessischen Umweltministerium.

Das Forstamt Burgwald unternimmt weitere Schritte, um die hessenweit einzigartigen Moorflächen im Burgwald zu schützen, zu revitalisieren und ihr Wachstum zu fördern. Für Renaturierungsarbeiten stellt das Hessische Umweltministerium nun weitere 50 000 Euro bereit.

„Moore sind einzigartige Lebensräume und in ihrer Existenz extrem stark bedroht. Sie zu erhalten, schützt sowohl die biologische Vielfalt als auch das Klima“, begründet Umweltministerin Priska Hinz in einer Pressemitteilung die Förderung, die Forstamtsleiter Eberhard Leicht natürlich sehr willkommen ist.

„Wir wollen dem Moor-Wachstum Impulse geben“, sagt der Forstamtsleiter. Ein Teil des Geldes ist für den Oberlauf des Bachs „Rotes Wasser“ vorgesehen: Vom Quellbereich im Landkreis Marburg-Biedenkopf bis zum Naturschutzgebiet Franzosenwiesen an der Grenze zum Landkreis Waldeck-Frankenberg werden auf zirka zwei Kilometer Länge in dem breiten Talgrund die Nadelbäume entfernt, weil sie dem Boden viel Feuchtigkeit entziehen. Ziel ist es, dass das Wasser sich im Talgrund weitflächig ausbreitet, um dann den den Schwarzen See, einen großen Tümpel, zu durchfließen.

Mit einem anderen Teil der Fördersumme vollendet das Forstamt eine im vergangenen Jahr begonnene Maßnahme: Wie berichtet, hatte es im Bereich Franzosenwiesen auf 3,5 Hektar mooriger Fläche den Fichtenbewuchs zurückgenommen. Auf dem fünf Fußballfelder großen Areal wurden in diesem Sommer zwei Flachwasserteiche angelegt. Sie sind als Lebensraum für Libellen gedacht. Der Erdaushub aus einem der Teiche wurde genutzt, um alte Entwässerungsgräben zu schließen.

Ein Teil der Wurzelteller der gefällten Fichten bleibt seitlich hochgeklappt auf dem Areal liegen. In den Mulden soll sich Wasser ansammeln. Aus anderen Wurzeln und Geäst wurde zum Weg hin ein kleiner Wall angelegt. Zu den Waldrändern hin will Forstamtsleiter Leicht noch für eine niedrige Randbewachsung sorgen mit Sträuchern aus dem Burgwald, zum Beispiel der Ohrweide.

Noch sehen die beiden neuen Teiche kahl und leer aus. Mit den Niederschlägen des Winterhalbjahrs werden sie sich füllen. Der tonige Untergrund hält das Wasser. Moose, Flechten und niedrigen Sträucher werden sich weitgehend von allein ansiedeln, ist der Forstamtleiter überzeugt.

Die Trockenheit der vergangenen Monate hatte Vorteile beim Ausheben der Teiche mit Maschinen. Aber sie führte auch dazu, dass im bestehenden Teich an den Franzosenwiesen gar kein Wasser mehr stand. „Angesichts solch extremer Witterung ist es umso wichtiger, den Mooren alles irgendwie verfügbare Wasser zugute kommen zu lassen“, sagt der Forstamtsleiter.

Hintergrund

Im Burgwald gibt es 32,2 Hektar Moorfläche sowie weitere 27 Hektar moorähnliche Flächen. Wie berichtet, haben Untersuchungen ergeben: Die Mittelgebirgsmoore im Burgwald sind einzigartig in Hessen, im Kern noch vielfach intakt. Die Torfkörper wachsen bis zu fünf Millimeter im Jahr. Seltene Pflanzen wie Glockenheide, Wollgras, Moosbeere und viele Torfmoosarten sind dort beheimatet. Dort leben seltene Libellen und Schmetterlingsarten. Die Moore entziehen durch die Speicherung von Kohlenstoff der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid. Trocknen Moore aus, wird beim Zersetzungsprozess der Kohlenstoff oxidiert und es werden riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzte. (mab)

 

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