Hohe Kante und barrierefrei

Bahnsteig in Burgwald-Wiesenfeld wird auf 100 Metern Länge ausgebaut

Helle Bahnsteigkanten-Steine werden derzeit am Haltepunkt Wiesenfeld gesetzt und dienen später dazu, dass sich Menschen mit Sehbeeinträchtigungen beim Ein- und Aussteigen besser orientieren können.
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Helle Bahnsteigkanten-Steine werden derzeit am Haltepunkt Wiesenfeld gesetzt und dienen später dazu, dass sich Menschen mit Sehbeeinträchtigungen beim Ein- und Aussteigen besser orientieren können.

Die Deutsche Bahn baut den Außenbahnsteig des Haltepunktes Burgwald-Wiesenfeld von 50 auf 100 Meter aus.

Wiesenfeld – Der Haltepunkt Wiesenfeld war der erste, der 2005 an der Bahnstrecke Frankenberg-Marburg auf einer Länge von 50 Metern modellhaft mit erhöhter Bahnsteigkante und barrierefreiem Zugang modernisiert wurde. Und nun ist er der letzte, der nach großem Streckenausbau 2010, Wiedereröffnung der Bahnstrecke nach Korbach und erhöhtem Verkehrsaufkommen mit oftmals zwei aneinander gekuppelten Triebwagen auf die notwendige Länge gebracht wird: Derzeit baut die Deutsche Bahn den Außenbahnsteig von 50 auf 100 Meter aus.

Solche Züge in „Doppel-Traktion“ mussten wegen des kurzen Bahnsteigs bisher sehr passgenau halten. Als die Kurhessenbahn 2017 in ihrem Fahrplan die großen, komfortableren Triebwagen der Baureihe 642 immer häufiger als Doppelgespann einsetzte, wurde eine Verlängerung für Wiesenfeld dringlich. Aufgrund von Änderungen im Umweltgesetz erwiesen sich aber die bereits für 2020 vorgesehenen Planungen zur Verlängerung des Haltepunktes Wiesenfeld als schwierig.

Dann aber lag das Baurecht vor, und die Finanzierung des Ausbaus konnte durch die neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) zwischen Bund und Deutscher Bahn sichergestellt werden. Die Gesamtkosten für die aktuelle Baumaßnahme in Wiesenfeld belaufen sich, wie eine Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) mitteilte, auf 390 000 Euro, die reinen Baukosten auf 330 000 Euro.

Die im Oktober begonnenen Arbeiten zur Verdoppelung der Bahnsteiglänge sollen voraussichtlich am 10. Dezember beendet sein. Während dieser Zeit wird der Bahnsteig bei laufendem Betrieb und ohne Fahrplanbeeinträchtigung in Abschnitten gebaut.

Es werden in konventioneller Bauweise Bahnsteigkantensteine gesetzt. „Mit einer Höhe von 55 Zentimetern und einer Breite von 2,50 Metern ist der Bahnsteig barrierefrei“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bereits bei der 2010 für neun Millionen Euro erfolgten Modernisierung der 26 Kilometer langen Gesamtstrecke der Burgwaldbahn zwischen Sarnau und Frankenberg wurden auch alle anderen Haltestellen mit einem taktilen Leitsystem für Blinde und sehbehinderte Menschen, barrierefreien Zugängen und Wetterschutzanlagen versehen. Hinzu kamen auch akustische Fahrgast-Informationsanlagen, die zeitnah auch Veränderungen im Fahrplan anzeigen und über Lautsprecher abrufbar machen. Von Karl-Hermann Völker

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