Kein Gottesdienst an Weihnachten

Birkenbringhäuser haben Krippenspiel als Fotobuch veröffentlicht

Die Schwestern Leonie (links) und Lillie Binder mit dem Fotobuch des Birkenbringhäuser Krippenspiels.
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Die Schwestern Leonie (links) und Lillie Binder mit dem Fotobuch des Birkenbringhäuser Krippenspiels, das wegen Corona nicht in der Kirche aufgeführt werden kann.

Wegen des Corona-Lockdowns und der hohen Fall-Zahlen verzichten in Waldeck-Frankenberg weitgehend alle Kirchengemeinden auf Gottesdienste an Weihnachten. Doch es gibt Alternativen, wie ein schönes Beispiel aus Birkenbringhausen zeigt.

Birkenbringhausen - Ein Krippenspiel gehört zum Gottesdienst an Heiligabend. Und wer als Kind in der Kirche mal einen Hirten gespielt hat oder sogar Maria oder Josef, der erinnert sich daran ein Leben lang. In diesem Jahr gibt es wegen Corona aber keine Krippenspiele in den Kirchen. Das war schon vor Wochen klar, weil sich die Kinder gar nicht erst zum Üben treffen durften. In Birkenbringhausen gibt es zu Weihnachten trotzdem ein Krippenspiel: als Fotobuch.

Die Idee hatte das Team des Birkenbringhäuser Kindergottesdienstes, das jedes Jahr mit den Kindern das Krippenspiel in der Kirche aufführt. Für das Fotobuch wurden die Szenen der Weihnachtsgeschichte – von der Herbergssuche von Maria und Josef bis zu Jesu Geburt im Stall – an zwei Tagen einzeln dargestellt.

Um Abstände einzuhalten und Gruppen zu vermeiden, kamen immer einzelne Kinder zu den Fototerminen. Die Fotos wurden später am Computer zusammengefügt. „Den Zeitplan, wer wann fotografiert wird, hatten wir in die Whatsapp-Gruppe des Kindergottesdienstes gestellt“, erzählt Carina Binder, die sich mit ihrem Mann Nico um die Fotos und die Bearbeitung gekümmert hat.

Maria auf Holzpferd im Garten

Ihre Tochter Leonie, mit zwölf eines der ältesten Mädchen, spielte die Maria. Die Szene mit der schwangeren Maria auf dem Esel haben sie auf dem Holzpferd von Leonies Schwester Lillie im Garten der Familie gemacht. Für die Szenen im Stall hatte Martin Weller seine Scheune zur Verfügung gestellt – und auch echte Schafe für die Hirten.

Nico Binder hat dann alle Fotos am Computer bearbeitet, einzelne Figuren zu einem Bild zusammengeschnitten und Hintergründe eingefügt. „Die meiste Arbeit hat der Engelschor gemacht“, sagt Carina Binder. „Dafür wurden zwölf Kinder im Engelskostüm einzeln fotografiert. Im Buch stehen sie dann als Gruppe zusammen.“

Im Internet bestellt, im Dorf verteilt

Mona Kahl hat das Layout für das Fotobuch gemacht und es im Internet bestellt. Die Texte dazu hat das Kigo-Team zusammengestellt. Am Dienstag, 22. Dezember, sind die fertigen Bücher in Birkenbringhausen angekommen und im Dorf verteilt worden. Die Birkenbringhäuser konnten sie vorher über die Dorf-Whatsapp-Gruppe bestellen. 100 Stück sind es geworden, die 30 Kinder, die mitgemacht haben, bekommen ihr Exemplar als Weihnachtsgeschenk.

Die Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen, berichtet Carina Binder. „Es gab viel Lob und auch Dankbarkeit.“ Alle seien sehr begeistert gewesen. „Das Buch ist eine Alternative“, sagt ihre Tochter Leonie, „aber ein Krippenspiel in der Kirche ist auf jeden Fall schöner.“

Weitere Alternativen aus anderen Orten

Es gibt weitere schöne Alternativen zu den abgesagten Weihnachtsgottesdiensten, wie diese Beispiele aus dem Frankenberger Land zeigen:

Rollende Weihnachtsbotschaft: In Rennertehausen wird an Heiligabend ab 16 Uhr ein Schlepper mit Musikanlage durch den Ort fahren – organisiert von MGV und Feuerwehr. Aus den Lautsprechern werden Pfarrerin Janina Albrecht mit der Weihnachtsbotschaft und der gemischte Chor Querbeet mit Weihnachtsliedern zu hören sein.

Andacht über die Ortsrufanlage: In Laisa hängen schon seit 1952 im ganzen Dorf Lautsprecher; über diese Ortsrufanlage verkündet der Ortsvorsteher mehrmals pro Woche „Bekanntmachungen“ der Vereine. An Heiligabend wird Pfarrer Stefan Peter am Mikrofon sitzen und ab 16 Uhr eine kurze Weihnachtsandacht halten. Danach erklingt „O du fröhliche“ über die Lautsprecher und alle Einwohner sind zuhause zum Mitsingen eingeladen.

Weihnachten in der Tüte: In vielen Gemeinden gibt es Päckchen mit einem Gottesdienst für zuhause. Im Frankenauer Pfarrhaus, zum Beispiel, wurden auch Teelicht und Tee eingetütet und Malbücher für Kinder. „Alle Kirchenvorsteher halfen mit“, berichtete Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl.

Orgelmusik in der Kirche: Fast alle Kirchen werden über Weihnachten für Einzelbesuche offen sein. Es gelten Abstands- und Hygieneregeln und Maskenpflicht. In der Kirche in Schiffelbach wird Organist Tim Schäfer am 25. Dezember von 10 bis 12 Uhr Weihnachtslieder spielen.

Segen im Dorf: In Dorfitter, Thalitter und Obernburg wird Pfarrer Harald Wahl am 25. Dezember zur Gottesdienstzeit mit Trompeter Jonathan Wahl an verschiedenen Stellen Weihnachtsfreude und Segen verkünden.

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