Das Instrument leidet an Alterserscheinungen 

Bottendorfer Orgel wird gereinigt und repariert

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Mit Stirnlampe: Orgelbauer Andreas Schmidt begutachtet das Pfeifenwerk der Bottendorfer Orgel. 

Bottendorf. Seit Montag schweigt die Orgel der Bottendorfer Martinskirche – mindestens für die nächsten acht Wochen. Der Grund: eine umfangreiche Renovierung des Instrumentes.

Bottendorf. Seit Montag schweigt die Orgel der Bottendorfer Martinskirche – mindestens für die nächsten acht Wochen. Der Grund: eine altersgemäß notwendig gewordene umfangreiche Renovierung des Instrumentes.

Schon 2015 hatte ein von Pfarrer Konrad Schullerus in Auftrag gegebenes Gutachten des Orgelsachverständigen Erwin Althaus auf den „nicht zufriedenstellenden Allgemeinzustand“ des 45 Jahre alten Instruments hingewiesen. Althaus, der 1972 als Praktikant beim Marburger Orgelbauer Gerald Woehl den Bau der Bottendorfer Orgel mitverfolgte, betont, dass es sich hier um ein „künstlerisch besonders wertvolles Instrument“ handle, das für die Anfänge der Schaffenszeit von Gerald Woehl eine „hohe Aussagekraft“ besitze und ein wertvolles Klangzeugnis des regionalen Orgelbaus der Neuzeit darstelle.

Mittlerweile ist Andreas Schmidt Orgelbaumeister in Linsengericht. Er hat mit seinen Mitarbeitern die denkmalgerechte Überarbeitung übernommen. Ihr besonderes Anliegen ist es, den relativ klaren, filigranen Klang des Instrumentes zu erhalten. Dieser entspreche der ursprünglichen Konzeption der Woehl-Orgel und verweise auf den Werdegang eines „besonders innovativen, überregional bedeutenden Ausnahmeorgelbauers“. Die vorgesehenen Arbeiten bestehen aus der schonenden Überarbeitung von Pfeifenwerk, Windladen, Tontraktur, Registertraktur, Spieltisch, Gehäuse und der klanglichen Korrektur von Einzeltönen.

Dazu kommt eine Reinigung aller Bauteile. Eine Feinregulierung aller Trakturen und eine Generalstimmung schließen die Maßnahme ab.

Auch für Laien erkennbar: Durch den Oxidationsvorgang gelangt Luft in die Pfeifen.

Orgelbauer Schmidt betont, dass er den Zustand des Instrumentes weitestgehend belassen möchte; nur eindeutige Mangelerscheinungen sollen behoben werden.

1972 hatte Orgelbauer Gerald Woehl die Orgel, die als schönes Klangdokument seiner Frühzeit gilt, gebaut, berichtet Pfarrer Schullerus. Zuvor war 1967 die alte Bottendorfer Kirche abgerissen worden und 1967/1968 der Neubau der Martinskirche erfolgt.

Knapp 50 Jahre nach dem Orgelbau zeichnete sich ab, dass eine Sanierung unerlässlich würde. „Zum einen liegt dies an altersgerechtem Verschleiß. Zum anderen wurde das Instrument aber auch aufgrund einer längeren Überheizung des Kirchenraumes, dem mutwilligen Handeln Unbekannter, beschädigt“, schildert Schullerus.

Im Jahr 2005/2006 sei zudem durch unachtsame Mauerinstandsetzungsarbeiten im Turmraum feiner Baustaub in das Kirchenschiff gelangt und habe zu einer erheblichen Verschmutzung des Instrumentes geführt.

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