Mit Wohnhäusern und Altentagesstätte

Bürgermeister Koch plant "Betreutes Wohndorf" in Bottendorf

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Das Betreute Wohndorf Bottendorf soll in nördlicher Verlängerung des Neubaugebietes Unterfeld entstehen – zwischen Oberfeldweg und der Straße Am Unterfeld. Nach dieser Idee würden auf der lilafarbenen Fläche die DRK-Tagesstätte errichtet, innerhalb der blaugestriche lten Linie die kleinen Wohnhäuser und außerhalb die neuen Bauplätze. Der grüne Bereich soll Grünfläche bleiben. 

Bottendorf – Der Burgwald Bürgermeister Lothar Koch hat ein großes Ziel: Er möchte in Bottendorf ein Betreutes Wohndorf errichten.

  • In Bottendorf soll ein Betreutes Wohndorf enstehen
  • Der verstorbene Regierungspräsident Lübcke hatte das Vorhaben als Leuchtturm-Projekt für die ganze Region bezeichnet
  • Die Burgwalder Gemeindevertretung stimmte dem Plan von Bürgermeister Koch mit großer Mehrheit zu
  • Gedacht ist es für ältere Menschen, die möglichst lange selbstständig leben wollen. Im Anschluss an das Neubaugebiet Unterfeld II sollen etwa 20 kleine barrierefreie Häuser mit kleinem Garten entstehen – und eine Tagesstätte für Senioren.

     „In den Häusern mit zirka 70 Quadratmeter Wohnfläche könnten ältere

    Menschen einziehen, zum Beispiel Ehepaare. Bei Bedarf können sie Hilfen hinzubuchen – für den Haushalt, die Gartenpflege oder ambulante Krankenpflege“, erläuterte der Bürgermeister in der Burgwalder Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend.

    Als Partner habe er den DRK-Kreisverband Frankenberg gewinnen können. Das DRK plane, in dem Wohndorf eine Tagespflegestätte zu errichten. „Wenn zum Beispiel ein Bewohner mehr Hilfe braucht, kann er die Tagesstätte besuchen“, erläuterte Koch weiter. Die Häuser könnten von Privatleuten gebaut, erworben oder auch gemietet werden. „Denkbar ist auch, dass ein Generalunternehmer das gesamte Bauprojekt übernimmt und die fertigen Häuser dann verkauft oder vermietet“, sagte der Bürgermeister.

    "Da steckt viel Zeit und Herzblut drin"

    Seit mehr als zwei Jahren arbeite er an dem Projekt, sagte Koch. „Da steckt viel Arbeit, Zeit und Herzblut drin.“ Auch zahlreiche Rückschläge habe es gegeben. Die Hauptschwierigkeit: Die Gemeinde Burgwald hat keine Flächen mehr für die Ausweitung eines Neubaugebietes. Das Kontingent von zehn Hektar, das das Regierungspräsidium Kassel der Gemeinde zugeteilt hatte, sei aufgrund der Schaffung zahlreicher Neubaugebiete aufgebraucht, erläuterte Koch. Für das neue Projekt plane die Gemeinde aber ungefähr weitere 3,5 Hektar.

    Neben dem Betreuten Wohndorf sollen zusätzlich zirka zwölf reguläre Bauplätze geschaffen werden. Denn, wie berichtet, sind auch im zweiten Abschnitt des Baugebietes Unterfeld fast alle Plätze bebaut worden. „Weiterer Bedarf ist da“, sagt Koch.

    Bürgermeister Lothar Koch im Neubaugebiet Unterfeld II in Bottendorf. Er will für das Projekt ein Baugebiet Unterfeld III schaffen. 

    Schon vor zwei Jahren habe der Bürgermeister mit dem damaligen Regierungspräsidenten Walter Lübcke über die Wohndorf-Idee gesprochen. „Er war begeistert von dem Plan und hat ihn als Leuchtturm-Projekt über die Region hinaus bezeichnet“, schilderte Koch. Lübcke habe seine Unterstützung zugesichert. 

    Er hoffe und gehe davon aus, dass das der neue Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber das auch so sehe. 

    Koch möchte die entsprechende Bauleitplanungen angehen. Sein Plan: Ende Juni werde er der Gemeindevertretung vorlegen, wie hoch die Honorarkosten für die Bauleitplanung und für die Erschließungsarbeiten sein werden. so dass das Parlament einen Aufstellungsbeschluss fassen könnte. Die Bauleitplanung werde gut ein Jahr dauern. Baurecht könnte im Herbst 2021 vorliegen, im Frühjahr 2022 könnte gebaut werden. Um dieses Vorgehen in die Wege zu leiten, brauchte der Bürgermeister am Donnerstag zunächst einmal grünes Licht vom Parlament. Und das bekam er.

    Große Mehrheit für das Projekt

    Die Burgwalder Gemeindevertreter stehen mit großer Mehrheit hinter dem Plan, ein Betreutes Wohndorf in Bottendorf zu bauen. Mit 19 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung gaben sie am Donnerstag Bürgermeister Koch grünes Licht, die nächsten Schritte zur Umsetzung einzuleiten. 

    Jens Jesberg (Wählergemeinschaft Bottendorf) lobt das Engagement des Bürgermeisters für das „ganz tolle Projekt“. Alle Ortsteile könnten profitieren. Der Bedarf sei da, deshalb sollte es schnellstmöglich umgesetzt werden. 

    Theo Figge betonte die Neuartigkeit des Projektes und sagte scherzhaft: „Vielleicht kann die Gemeinde es im Franchise-System vermarkten“, also es als Geschäftsmodell zur entgeltlichen Nutzung überlassen

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