„Burgwaldstein“ erinnert an Geschichte und Funktion des Waldes

Burgwald: Neuer Rastplatz an den Franzosenwiesen

Symbole erinnern an Waldgeschichte: Forstamtsleiter Eberhard Leicht führte bei der Einweihung des neuen Rastplatzes an den Franzosenwiesen die Gäste rund um den großen „Burgwaldstein“ und erläuterte die dort angebrachten Bildtafeln. Liegende Sandsteine laden zum Sitzen ein.
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Symbole erinnern an Waldgeschichte: Forstamtsleiter Eberhard Leicht führte bei der Einweihung des neuen Rastplatzes an den Franzosenwiesen die Gäste rund um den großen „Burgwaldstein“ und erläuterte die dort angebrachten Bildtafeln. Liegende Sandsteine laden zum Sitzen ein.

Ein neuer Rastplatz wurde bei den Franzosenwiesen eingeweiht. Ein „Burgwaldstein“ soll an die Geschichte und Funktion des Waldes erinnern.

Burgwald – Zieht man eine Linie von Bottendorf im Norden und Cölbe im Süden, eine weitere zwischen Münchhausen im Westen und Wohra im Osten, so schneiden sie sich an einem markanten Wegedreieck neben den Franzosenwiesen. Dort, im Herzen des Burgwalds, lädt ein neu angelegter Rastplatz mit einem symbolträchtigen „Burgwaldstein“ Waldbesucher zu Fuß oder per Rad zum Verweilen ein.

Nachdem hier im vergangenen Jahr ein paar Altfichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen waren, nutzte das Forstamt Burgwald die Kahlfläche, um einen schönen Platz mit großen Buntsandsteinen als Sitzflächen herzurichten. Der riesige Findling in der Mitte mit vier eingelassenen Bildtafeln soll „auf die vielfältigen Funktionen und die geschichtlichen Belange des Burgwaldes aufmerksam machen“, wie Forstdirektor Eberhard Leicht bei der Vorstellung des Platzes erklärte. Besonders sichtbar werden sollten der Anteil des Burgwaldes an der Biodiversität (biologische Vielfalt) und seine Bedeutung für die globalen Wasser- und Klimakreisläufe. Allein in den Mooren des Burgwaldes würden 20 000 Tonnen an Kohlenstoff gespeichert, schilderte Leicht.

Die vier Symbol-Motive auf Stein- oder Metalltafeln des „Burgwaldsteins“ beziehen sich neben der Biologie auf die Arbeit der Menschen im Wald, auf die Jagd und ihre Geschichte seit der Landgrafenzeit sowie auf die französischen Glaubensflüchtlinge. Ihr Wahrzeichen, das Hugenottenkreuz mit der Taube, ziert eine der Tafeln.

Hugenottenkreuz: Gerhard Badouin erzählte aus der Geschichte der Franzosenwiesen im Burgwald.

„Mit diesem Symbol identifizieren wir uns noch heute“, sagte Gerhard Badouin (Gemünden), dessen Großvater als einer der letzten Hugenottennachfahren die sumpfigen, sauren Franzosenwiesen zu nutzen versuchte. Badouin berichtete spontan bei der Einweihung des Rastplatzes aus der Geschichte der Siedler in Schwabendorf. „Als erstes mussten sie die Wildscheune des Landgrafen mit Heu für die Jagd im Winter füllen, den Rest durften sie mit nach Hause nehmen.“

Mit Jagd- und Volksliedmelodien auf dem Flügelhorn leitete Michael Funk (Münchhausen) die vier Themenblöcke jeweils musikalisch ein. Er war es auch, wie Forstamtsleiter Leicht berichtete, der die großen Sandsteine für den Rastplatz im Burgwald gefunden und vorbereitet hatte. Leicht dankte dem gesamten Helferteam mit Revierleiter Ralf Küch (Mellnau), den Forstwirten Kahler, Löchel, Becker und Waßmuth, die sich alle bei der Gestaltung des Platzes und der Pflanzung von drei Edelkastanien beteiligt hatten.

Beim anschließenden Umtrunk am Burgwaldstein wurde angeregt, durch eine Informationstafel an diesem Wegekreuz der Fernwanderwege noch mehr Wissenswertes zu liefern. Im Namen der Gäste bedankte sich Gerhard Badouin bei den Initiatoren für „diesen besonderen Erinnerungspunkt am europäischen Hugenotten-Kulturfernwanderweg“. (Karl-Hermann Völker)

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