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Death-Metal-Festival in Ernsthausen: Wild, höllisch laut und friedlich

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Laut, aggressiv und durchdringend: Die Bässe der Band Prehistoric Warcult rissen nicht nur das Publikum mit. Auch die Musiker zeigten vollen Körpereinsatz.
Laut, aggressiv und durchdringend: Die Bässe der Band Prehistoric Warcult rissen nicht nur das Publikum mit. Auch die Musiker zeigten vollen Körpereinsatz. © Ochs, Jutta

450 Fans und 21 Death-Metal-Bands kamen zum Festival „Masters of the Unicorn“ in den Burgwalder Ortsteil Ernsthausen. Trotz Regens herrschte beste Stimmung.

Ernsthausen – Es hört sich an wie Dinosaurierklänge und Vogelgeschrei, doch es die rabiate, barbarisch ruppige Musik im prähistorischen Stil der Band Prehistoric Warcult aus Osnabrück beim Death-Metal-Festival in Ernsthausen.

Durchdringend, superlaute und tiefe Bässe und das Schlagzeug dominieren den Sound. Die drei Musiker stehen in schwarzen Kutten auf der Bühne und schreien ins Mikro. Die Bässe lassen den ganzen Körper vibrieren, die ohrenbetäubende Musik ist kaum zum Aushalten. Viele der Fans vor der Bühne tragen deshalb Ohrstöpsel. Alle sind schwarz gekleidet.

Schwarz dominiert auch das gesamte Geschehen des zweitägigen Festivals, das die Liebhaber dieser besonders harten Hard-Rock-Musik am vergangenen Wochenende auf der Vogelwiese in Ernsthausen feierten. „Masters of the Unicorn“, so der Titel des Festivals, hat mehr als 450 Fans aus Deutschland und Nachbarländern in das Burgwalddorf gelockt. 21 Bands, ebenso aus dem In- und Ausland, begeistern die Fans.

Bereits am Freitagnachmittag startet das Programm – und es gab sogar am Rande eine Yogastunde mit der Ernsthäuserin Caroline Jahnke. „Es ist wieder echt cool hier“, sagt Dennis, der aus Apolda (Thüringen) angereist ist. Die stündlichen Wechsel der Bands auf der Bühne laufen reibungslos. Die Ernsthäuserinnen Christine Schneider und Christiane Müller, die in der Nachbarschaft wohnen, sind als Helferinnen bei der Versorgung der Fans tätig und akzeptieren die Lautstärke. „Um 23 Uhr ist ja jeden Abend Schluss. Das ist okay für uns“, sagen sie.

Thomas Werner als einer der Hauptorganisatoren ist zufrieden: „Die Leute sind wie ausgehungert. Nach der coronabedingten Entzugszeit musste jetzt das Festival sein.“

Unicorn-Outfit: (von links) Rafael und Christina aus Ernsthausen, Frank aus Frankenberg, Melanie aus Frankfurt sowie Robert und Sonja haben sich fürs Festival „Masters of the Unicorn“ (Meister des Einhorns) mit entsprechenden Accessoires geschmückt.
Unicorn-Outfit: (von links) Rafael und Christina aus Ernsthausen, Frank aus Frankenberg, Melanie aus Frankfurt sowie Robert und Sonja haben sich fürs Festival „Masters of the Unicorn“ (Meister des Einhorns) mit entsprechenden Accessoires geschmückt. © Jutta Ochs

Im Laufe des Samstags setzt der vorhergesagte Regen ein, der fast nicht mehr aufhört. Der Boden auf der Vogelwiese wird weich, rutschig und schlammig. Doch das stört die Festivalbesucher eher weniger. Die hart gesottenen Fans stehen in Regenjacken, dicken Schuhen oder in Gummistiefeln vor der Bühne und zelebrieren ihr Headbanging. Die langen Haare fliegen im Rhythmus der Musik durch die Luft.

Andere haben sich in ihre Zelte – in diesem Jahr sind es mehr als hundert– zurückgezogen oder sitzen unter Planen. Die Familie Müller, die Freunde der Heavy-Metal-Musik bei sich zu Gast haben, nehmen es mit Humor „Wir bekommen diesmal auch keinen Sonnenbrand“, sagt Christina Müller und die ganze Gruppe lacht.

„Das Festival ist echt gut gelaufen, auch wenn der zweite Tag verregnet war. Keiner ist umgekippt oder hat sich verletzt. Und die letzte Band Rotten Sound hat wieder im Trockenen gespielt. Es gab keine Streitigkeiten. Die Versorgung hat super geklappt. Wir sind wieder von vielen Ernsthäusern unterstützt worden. Ortsvorsteher Marco Kwiatkowski gehörte auch zu den Gästen“, freut sich Thomas Werner. Er denkt nun schon an ein nächstes Death-Metal-Festival in Ernsthausen. (Jutta Ochs)

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