Auftritte am 3. Oktober

„Deutschland singt“: Auch Frankenberger Land feierte den Tag der Einheit

Mit einem Friedenslied eröffneten gemeinsam die Chöre „Happiness“ (Burgwald) und „Mixed Up“ (Wiesenfeld) auf dem Platz an der Johanniterkirche in Wiesenfeld ihre musikalische Danke-Demonstration für die Deutsche Einheit.
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Mit einem Friedenslied eröffneten gemeinsam die Chöre „Happiness“ (Burgwald) und „Mixed Up“ (Wiesenfeld) auf dem Platz an der Johanniterkirche in Wiesenfeld ihre musikalische Danke-Demonstration für die Deutsche Einheit.

Mehrere hundert Menschen im Frankenberger Land haben am Abend des 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, gemeinsam gesungen – auf freien Plätzen und mit dem gebotenen Corona-Abstand.

Frankenberger Land – „Deutschland singt“ hieß die mit vielen tausend Sängern gleichzeitig bundesweit stattfindende „Danke-Demo“, mit der unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die friedliche Revolution in der DDR und die 1989 wiedergewonnene deutsche Einheit gefeiert werden sollten.

Zur Mitwirkung aufgerufen hatten Kirchen, Chorverbände und die christliche Initiative Danken.Feiern.Beten. Sie stellten auch besondere Liederhefte mit ausgewählten Chorsätzen zur Verfügung, die bundesweit von Wiesenfeld aus verteilt worden waren.

Auftakt in Ernsthausen

Den Auftakt machte bereits am Spätnachmittag der Heimat- und Kulturverein Ernsthausen. Sein Vorsitzender Heinrich Funk bettete auf dem Parkplatz vor dem Feuerwehrhaus die Einweihung des neuen Ständebaums in das Liedprogramm „Deutschland singt“ ein, wobei er die Zuhörer immer wieder erfolgreich zum Mitsingen einlud. Es erklangen das Ernsthäuser Heimatlied, aber auch Spirituals, Volkslieder wie „Kein schöner Land“ und die National- und die Europa-Hymne.

„Thank You For The Music” von ABBA: (von links) Kornelia Linne, Esther Depner und Heike Waßmuth sangen es beim offenen Singen am Tag der Deutschen Einheit in Ernsthausen.

Spontan hatte sich zur Danke-Demo ein kleines Instrumentalensemble mit Hanna Funk (Klavier), Heinrich Cronau und Heinz Hedderich (Akkordeon) sowie Lorenz Payer (Schlagzeug) gebildet. Als Solistinnen wirkten Kornelia Linne, Esther Depner und Heike Waßmuth mit, begleitet am Piano von Matthias Müller. Kinder der Ernsthäuser Grundschule bereicherten das Offene Singen mit fröhlichen Herbstfarben. Als Zeitzeuge schilderte Ortsvorsteher Marco Kwiatkowski seine Kindheit in der DDR und die erlebte Grenzöffnung.

Zwei Chöre in Wiesenfeld

„Wir feiern Freiheit, Einheit und Hoffnung“ sagte abends auf dem Platz vor der Hugenottenstube in Wiesenfeld Ortsvorsteher Torben Majewske, als er die Chöre „Happiness“ (Burgwald) mit Andrea Ayora Escandell und „Mixed Up“ (Wiesenfeld) mit Frank Leyhe begrüßte, die gemeinsam geistliches Liedgut („Von guten Mächten“) ebenso wie Pop-Titel („Über sieben Brücken“ von der DDR-Gruppe Karat 1979) vortrugen und zum Mitsingen einluden. Ein Zeitzeugenbericht erinnerte an Entstehen und Fall der „Zonengrenze“ mit Todesstreifen und Selbstschussanlagen sowie den Mauerbau in Berlin 1961.

Röddenauer Vereine traten gemeinsam auf

Auf dem Platz unterhalb des Kirchenportals in Röddenau feierten der gemischte Chor als Sparte des Männergesangvereins unter Leitung von Marion Born, der Posaunenchor mit Karl-Heinz Huhn und der Evangelische Singkreis mit Heidi Huhn musikalisch die Wiedervereinigung Deutschlands. „Ich erinnere mich, dass meine Großmutter die Geschehnisse am 3. Oktober weinend verfolgt hat“, berichtete MGV-Vorsitzender Patrick Henkel. Ohne Leid sei den Deutschen damals ein großes Geschenk gemacht worden. „Diese gewonnene Freiheit bedingt für uns weiter ein hohes Maß an Verantwortung.“

Wohngebiet in Frankenberg sang mit

Unter der Leitung des Musiklehrerehepaars Matthias und Heidi Müller trafen sich in Frankenberg Bewohner und Freunde des Wohngebiets Hinterscheide abends auf der Kreuzung Tylestraße/Schräling zum Offenen Singen mit Stücken wie „Kein schöner Land“ und „We shall overcome“. „Wir möchten damit ein Zeichen des Dankes für die Wiedervereinigung und für sieben Jahrzehnte Frieden in Deutschland einbringen“, sagte Matthias Müller.

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