Sportschießen Luftgewehr

SV Ernsthausen gewinnt mit junger Mannschaft Oberliga-Meisterschaft und klopft an Tür zur Hessenliga

Ernsthausens starker Nachwuchs: Stellvertretend für die Mannschaft hier im Archivbild Paul Engel, bei der Bezirksmeisterschaft KK-Liegendkampf.
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Ernsthausens starker Nachwuchs: Stellvertretend für die Mannschaft hier Paul Engel, bei der Bezirksmeisterschaft KK-Liegendkampf.

Die Oberligameisterschaft hat der SV Ernsthausen in diesem Jahr mit einer sehr jungen Mannschaft errungen. Zum erfolgreichen Luftgewehr-Team gehören Paulina Dippel, Mika und Paul Engel sowie Kapitän Florian Cronau.

Ernsthausen - Für die Schützenhochburg in Waldeck-Frankenberg war es beileibe nicht der erste Titel in der Luftgewehr-Oberliga. „Aber es war ein deutlicher Sieg“, sagt Florian Cronau, Mannschaftskapitän des Oberligameisters, im Interview, „weshalb man auch von der erfolgreichsten Oberligasaison sprechen kann.“

Glückwunsch Herr Cronau zum Meistertitel: Kam der Erfolg für Sie überraschend? Oder haben Sie zielstrebig darauf hin gearbeitet?

Vielen Dank! Wir haben schon zielstrebig darauf hingearbeitet, und hatten uns das eigentlich für letztes Jahr schon vorgenommen, zumindest um den Titel mitzuschießen. Wir hatten uns personell verstärkt mit Paulina Dippel, aber dann wurde die letzte Saison ja nach zwei Wettkämpfen abgebrochen. Ziel war dieses Jahr am Aufstiegskampf teilzunehmen. Jetzt freuen wir uns, dass der Plan aufgegangen ist.

Ernsthausen stellt eine sehr junge Mannschaft ...

Richtig, Mika und Paul gehen beide noch zur Schule. Sie sind Cousins und beide Enkel von Helmut Engel, unserem langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden. Paulinas Heimatverein ist Allendorf/Hardtberg, sie ist Auszubildende. Ich bin mit meinen 37 Jahren mit Abstand der Älteste.

Ist solch ein junges Team von Vorteil im Meisterschaftskampf?

Ich glaube, das Alter spielt beim Schießen nicht unbedingt eine Rolle. Wichtig oder entscheidend für den Erfolg war, dass wir eine gute Mannschaft haben. Natürlich ist es schön, eine junge Mannschaft zu stellen, die hoffentlich noch ein paar Jahre in der Form zusammen bleibt. Vielleicht haben junge Leute den Kopf eher frei, sich aufs Schießen zu konzentrieren, und sind nicht schon mit beruflichen Dingen belastet. Aber das kann man nicht pauschalisieren.

Paulina Dippel führt die Setzliste an ... aber der Erfolg gebührt sicher der ganzen Mannschaft, oder?

Paulina hat eine top Saison geschossen, einen Schnitt von über 90 jetzt am Ende. Insgesamt gesehen war es ein Erfolg der Mannschaft, glaube ich, und jetzt das dritte Mal in der Vereinsgeschichte, dass wir die Oberliga gewinnen konnten. Aber dieses Mal war es wohl der deutlichste Sieg, was die Ringzahlen und die Anzahl der gewonnenen Duelle anging: Wir haben in Summe bei sieben Wettkämpfen nur fünf Einzelduelle abgegeben, das ist wirklich gut.

Gegen Helmarshausen gab es am fünften Wettkampftag die einzige Niederlage: Woran lag es?

Bei der 2:3-Niederlage waren wir nicht schlecht, sondern das war ein durchschnittlicher Wettkampf. Aber Helmarshausen war an dem Tag einfach wirklich gut, das muss man neidlos anerkennen. Die haben sowohl auf Position eins als auf vier mit Abstand ihre besten Ergebnisse der Saison geschossen.

In Pandemiezeiten kommt man an einer Frage zu Corona nicht vorbei: Wie stark haben die Einschränkungen und Regeln ihre Heimkämpfe beeinträchtigt?

Gottseidank war das nicht wirklich einschränkend. Natürlich haben wir 3 G und nach der Verschärfung 2 G eingehalten sowie alle weiteren Regeln. Das ging relativ reibungslos über die Bühne. Wir haben keine Werbung gemacht, Zuschauer waren nicht erlaubt, nur die beteiligten Mannschaften waren im Schützenhaus zugelassen.

Ernsthausen ist ja seit Jahren bekannt für guten Schießsport. Wie ist dieser Erfolg in Bezug auf die Vereinsgeschichte einzuordnen?

Wie schon gesagt, so eine deutliche Überlegenheit haben wir meiner Erinnerung nach noch nie gehabt. Bei den anderen Oberliga-Siegen war es immer knapper. Von daher kann man durchaus von der erfolgreichsten Oberligasaison sprechen, wenn wir auch den Platz eins schon zweimal gehabt haben.

Jetzt geht es in den Aufstiegskampf zur Hessenliga. Wo wird geschossen und gegen wen?

Gegner sind die drei anderen Oberligasieger SSV Großenhausen (Ost), SV Buchenau (West), SV Tell Hassloch (Süd) und der Qualifikant aus der Hessenliga SV Meckbach. Geschossen wird wie in den letzten Jahren üblich in Bad Homburg am 27. Februar, wenn nicht Corona noch eine Verschiebung oder Verlegung notwendig macht. Auch im Aufstiegswettkampf besteht eine Mannschaft aus vier Schützen.

Mit welcher Erwartung und Zielsetzung gehen sie diese Aufgabe an?

Unser Ziel ist ganz klar der Aufstieg. Bisher sind wir nur einmal aufgestiegen. Ein weiteres Mal, da hatten wir den Aufstiegskampf tatsächlich erfolgreich geschossen, und hätten den Platz vom Ergebnis her bekommen. Aber da wir wussten, im Folgejahr nicht das Personal für Hessenliga zu haben, verzichteten wir seinerzeit. Jetzt schauen wir mal, was uns die sechste Teilnahme bringen wird. (Hans Dreier)

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