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Ernsthäuser David Engel erhält IHK-Wissenschaftspreis

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Von: Martina Biedenbach

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Bei der Verleihung des IHK-Wissenschaftspreises in Marburg: (von links) Oskar Edelmann (IHK), Prof. Thomas Nauss , die Preisträger Dr. David Engel (Ernsthausen) und M.Sc. Hicham Bellafkir sowie Peter Lather (IHK).
Bei der Verleihung des IHK-Wissenschaftspreises in Marburg: (von links) Oskar Edelmann (IHK), Prof. Thomas Nauss , die Preisträger Dr. David Engel (Ernsthausen) und M.Sc. Hicham Bellafkir sowie Peter Lather (IHK). © Naine Weigel

Der Ernsthäuser Neurophysiker Dr. David Engel forscht zu neuronalen Krankheiten wie Parkinson und erhielt dafür in Marburg den IHK-Wissenschaftspreis.

Marburg/Ernsthausen – Er trägt mit seinen Forschungen dazu bei, neuronale Krankheiten wie Parkinson besser zu verstehen, und entwickelt derzeit ein Früherkennungssystem. Dafür ist der aus Ernsthausen stammende Neurophysiker Dr. David Engel mit dem Wissenschaftspreis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ausgezeichnet worden.

Engel, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Neurophysik an der Philipps-Universität Marburg arbeitet, erhielt den mit 5200 Euro dotierten Preis für seine Doktorarbeit. „Während meiner Dissertation habe ich neue Methoden entwickelt, um die visuomotorische Verarbeitung bei Menschen zu untersuchen. Das heißt, wie das Nervensystem auf visuelle Bewegungsreize reagiert und entsprechende Bewegungssignale generiert“, erläutert der 33-Jährige unserer Zeitung. Insbesondere habe er diese Systeme bei Parkinson-Patienten untersucht und dabei herausgefunden, dass diese in frühen Stadien der Krankheit zwar bereits über eine beeinträchtigte Balance und Körperhaltung verfügen, jedoch ihre visuelle Bewegungsverarbeitung noch intakt ist.

Zudem habe er ein mobiles und kostengünstiges Messsystem entwickelt, mit welchem zukünftig weitere klinische Messungen durchgeführt werden können, um neuronale Krankheiten wie Parkinson besser zu verstehen.

„Letztlich entwickle ich gerade anhand meiner Daten ein Früherkennungssystem, welches Methoden des maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz) nutzt, um Patienten anhand ihrer Bewegungsdaten zu erkennen und damit hoffentlich zu einer frühzeitigen Erkennung von Symptomen beitragen zu können“, erläutert der Wissenschaftler. Er bringe als Physiker neue Perspektiven in die klinische neurowissenschaftliche Forschung, wofür er viele positive Rückmeldungen erhalte.

Dazu zählt auch der Wissenschaftspreis, der in der Universitätsbibliothek Marburg überreicht wurde, Vergeben wurde auch ein mit 1600 Euro verbundener Förderpreis, den M. Sc. Hicham Bellafkir aus dem Fachbereich Mathematik und Informatik für dessen Masterarbeit erhielt. Sie thematisiert, wie riesige Datenmengen effektiv und effizient durchsucht werden können.

„Die wissenschaftliche Qualität und der Wirtschaftsbezug der Arbeiten belegen, dass in unserer Region Marburg hervorragend geforscht und wissenschaftlich gearbeitet wird. Wir werden dieses Miteinander und den Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft weiter intensivieren“, sagt Peter Lather, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Marburg.

Auch für Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität Marburg, hat die Kooperation einen hohen Stellenwert: „Von Neugierde getriebene Grundlagenforschung ist die Basis für jede echte Innovation.“

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