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Freiwillige vom Bergwaldprojekt im Einsatz für Erhalt der Moorflächen im Burgwald

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Von: Martina Biedenbach

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Sie packen an: Ehrenamtliche Helfer des Vereins Bergwaldprojekt im Einsatz für die Moorrevitalisierung im Burgwald, hier im Naturschutzgebiet Nemphetal, mit (von rechts) Projektleiterin Nana Schleißing und Revierförster Matthias Hupfeld.
Sie packen an: Ehrenamtliche Helfer des Vereins Bergwaldprojekt im Einsatz für die Moorrevitalisierung im Burgwald, hier im Naturschutzgebiet Nemphetal, mit (von rechts) Projektleiterin Nana Schleißing und Revierförster Matthias Hupfeld. © Martina Biedenbach

Beitrag zum Klimaschutz: Freiwillige vom Bergwaldprojekt waren zwei Wochen im Einsatz im Burgwald für die Revitalisierung der Moorflächen.

Burgwald – „Aufbäumen“ – das ist das Motto des Vereins Bergwaldprojekt, der sich mit freiwilligen Helfern vor allem für den Schutz, Erhalt und die Pflege des Waldes engagiert, und der jetzt im Burgwald tätig war. Neben Aufbäumen im Sinne von Bäume anpflanzen, spielt das Motto auch auf den übertragenen Wortsinn an: sich wehren – gemeint ist damit der Einsatz gegen den Klimawandel.

Im Burgwald pflanzten die Freiwilligen allerdings keine neuen Bäume, sondern sie entfernten welche: Sie rissen kleine Nadelbäumchen aus, die an Stellen durch Naturverjüngung austreiben, wo sie gerade nicht wachsen sollen: an Bachläufen und in moorigen Gebieten. Die Nadelbäume entziehen dem Boden viel Wasser – Wasser, das für den Erhalt und die Revitalisierung der Moorflächen gebraucht wird.

Moore im Burgwald: Hessenweit einmalig

Etwa 30 Hektar ursprüngliche Moore befinden sich im Burgwald – das ist hessenweit einzigartig und wichtig fürs Klima. Moore bestehen zu 95 Prozent aus Wasser und speichern mehr Kohlendioxid als jedes andere Ökosystem. „Für unser Forstamt haben wir berechnet, dass in einem Hektar Moor zehn Mal so viel Kohlenstoff gespeichert ist wie in den oberirdischen Baumteilen von einem Hektar Wald“, schilderte Forstamtsleiter Eberhard Leicht.

Um Kohlendioxid binden zu können, müssen Moore allerdings nass sein, andernfalls setzen sie große Mengen des klimaschädlichen Gases frei. Noch ein Vorteil: Bei Starkregenereignissen nehmen Moore Wasser wie ein Schwamm auf und geben es in Trockenzeiten auch an die Umgebung wieder ab.

Zwei Gruppen freiwilliger Helfer aus ganz Deutschland und sogar eine 18-Jährige aus Japan waren jetzt jeweils eine Woche lang im Burgwald im Einsatz: 15 Helfer in der ersten Woche, 14 in der zweiten Woche, schilderte Projektleiterin Nana Schleißing vom Bergwaldprojekt.

Sie haben kleine Fichtchen ausgerissen oder größere Bäumchen abgesägt und aus dem Wald gebracht. „Damit haben auch die an moorigen Standorten gewünschten Baumarten wie zum Beispiel Erlen, Ebereschen und Eschen bessere Chance, sich durch Naturverjüngung zu verbreiten“, erläuterte Revierförster Matthias Hupfeld.

Die Helfer waren sowohl im Bereich von Moorflächen wie an den Franzosenwiesen im Einsatz als auch an Bachläufen wie an der Nemphe bei Bottendorf.

„Wir sind sehr froh über diese Hilfe“, sagte Hupfeld. Die Mitarbeiter des Forstamts seien aufgrund der großen Waldschäden und der nötigen Wiederaufforstungen sehr gefordert. Da komme die Unterstützung durch viele helfende Hände bei diesen händisch zu erledigenden Arbeiten gerade recht.

Einsatz im Burgwald: von 18-Jähriger bis fitten Rentnern

Die Freiwilligen vom Bergwaldprojekt – darunter junge Leute ab 18 Jahren bis hin zu fitten Rentnern mit über 80 Jahren – leisten ihr Engagement zum Teil sogar in ihrem Urlaub, sagt Projektleiterin Schleißing. Während ihres zweiwöchigen Einsatzes im Burgwald waren sie im CVJM-Heim in Cölbe untergebracht. Ein eigenes Koch-Team versorgte die Gruppe dort und gab ihnen auch eine Suppe im Thermobehälter mit für das Mittagessen im Wald. „Wir hatten auch viel Spaß in der Gemeinschaft“, sagt die Projektleiterin.

Der Einsatz kam zustande durch Kontakte von Ingo Schulze, Bereichsleiter Dienstleistung im Forstamt. „Da die Arbeiten ausschließlich in Naturschutzgebieten stattgefunden haben, übernahm die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen die Kosten“, erläuterte Forstamtsleiter Leicht. (Martina Biedenbach)

bergwaldprojekt.de

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