1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Burgwald

Großbrand im Burgwald unter Kontrolle - Neun Feuerwehrleute verletzt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jörg Paulus

Kommentare

Im Burgwald bekämpften bis zu 400 Feuerwehrleute seit Dienstagabend einen rund 25 Hektar großen Waldbrand zwischen Schönstadt und Oberrosphe.
Im Burgwald bekämpften bis zu 400 Feuerwehrleute seit Dienstagabend einen rund 25 Hektar großen Waldbrand zwischen Schönstadt und Oberrosphe. © Nadine Weigel

Der Großbrand im Burgwald bei Schönstadt ist unter Kontrolle, die letzten Glutnester wurden abgelöscht. Das hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf am Mittwochnachmittag mitgeteilt.

Aktualisiert am 20. Juli um 16.50 Uhr. Schönstadt - Am Dienstag, 19. Juli, war eine riesige Waldfläche zwischen Schönstadt und Oberrosphe in Brand geraten. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von etwa 27 Hektar aus. Das entspricht etwa 34 Fußballfeldern. In Spitzenzeiten waren mehr als 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk im Einsatz.

Am frühen Mittwochmorgen brachten die Einsatzkräfte die Flammen so weit unter Kontrolle, dass sie mit dem Ablöschen der verbliebenen Glutnester beginnen konnten. Diese Arbeiten dauerten bis Mittwochnachmittag an. „Aktuell ist die Lage vollständig unter Kontrolle“, schrieb der Landkreis Marburg-Biedenkopf am Mittwoch um 16.50 Uhr auf seiner Facebookseite. „Der Einsatz konnte ab 15.30 Uhr mit dem Rückbau der Einsatzkräfte nach und nach beendet werden. Die Kräfte werden jetzt schrittweise aus dem Einsatz entlassen.“

Die Feuerwehr hatte auch am Mittwoch mit zahlreichen Einsatzkräften und Drohnen-Unterstützung den Wald nach verbleibenden Brandherden abgesucht. Diese wurden abgelöscht und die Ränder zur Sicherheit gewässert. Mitarbeiter von Hessen Forst fällten Bäume, deren Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war.

Die ganze Nacht über schon hatten die Feuerwehren versucht, den Brand im Wald einzudämmen, was sich angesichts der Trockenheit und der starken Rauchentwicklung in dem Nadelwaldgebiet als schwierig erwies. Am Mittwochmorgen war auch ein Hubschrauber der Polizei im Einsatz, der immer wieder Löschwasser über dem Wald auskippte, das er zuvor am Baggersee bei Bürgeln aufgenommen hatte.

Fast alle Feuerwehren aus dem Landkreis beteiligt

„Um den hohen Personalbedarf bei den Löscharbeiten zu decken, wurden nach und nach nahezu alle Feuerwehren aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf eingebunden“, berichtete der Kreis. Die Einsatzleitung forderte zudem zusätzliche Unterstützung aus dem Landkreis Gießen und aus dem Vogelbergkreis an. Auch Hessen-Forst stand der Einsatzleitung mit Rat und Tat zu Seite.

Großbrand im Burgwald zwischen Schönstadt und Oberrosphe.
Großbrand im Burgwald zwischen Schönstadt und Oberrosphe. © privat

„Die Einsatzkräfte haben unter schwierigen Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet. Die Löscharbeiten waren bei den hohen Außentemperaturen körperlich extrem anstrengend, so dass wir die Kräfte regelmäßig ausgetauscht haben“, erläuterte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Maik Klein, der die Einsatzleitung übernommen hat. „Die Maschinerie der Gefahrenabwehr hat auch über Landkreisgrenzen reibungslos funktioniert“, lobte Klein.

Neun verletzte Feuerwehrleute

Bereits am Dienstagabend hatten die Feuerwehren zwei Polizei-Hubschrauber zur Unterstützung aus der Luft angefordert. Aus technischen Gründen und wegen der Dunkelheit kamen die Hubschrauber am Abend aber nicht mehr, der Einsatz aus der Luft wurden deshalb auf Mittwochmorgen verschoben.

Am Mittwochmorgen waren noch rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz, berichtete die Oberhessische Presse in Marburg. Auch zahlreiche freiwillige Helfer haben sich vor Ort eingefunden - etwa Landwirte, die mit Güllefässern Wasser bringen. Anwohner aus Cölbe und der Umgebung versorgten die Rettungskräfte mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Es wurden, so die Infos von Mittwochmorgen, neun Feuerwehrleute bei dem Einsatz verletzt und mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. 

Feuer im Burgwald war auf einem Feld ausgebrochen

Wie Stephan Schienbein, der Kreisbrandmeister von Marburg-Biedenkopf, am Dienstagabend berichtet hatte, war das Feuer am frühen Dienstagabend, 19. Juli, auf einem Feld im „Talgrund“ zwischen Schönstadt und Oberrosphe ausgebrochen. Es habe sich dann zügig auf den Wald ausgebreitet. Zur Ursache des Brandes machte Schienbein zunächst noch keine Angaben. Nach unbestätigten Informationen soll zunächst ein Mähdrescher Feuer gefangen haben.

Gegen 20 Uhr war bereits eine Waldfläche von rund zehn Fußballfeldern betroffen. Gegen 22 Uhr waren schon 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis Marburg-Biedenkopf vor Ort. „Tendenz steigend“, sagte der Kreisbrandmeister am späten Dienstagabend.

„Wir kommen wegen des Bewuchses und der Rauchentwicklung nicht richtig in den Wald“, beschrieb Schienbein die Situation am Abend vor Ort. Es ging deshalb erstmal nur darum, ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. „Wir gehen mit Bodentruppen rein und kämpfen uns Meter für Meter vor. Die Dunkelheit macht unsere Arbeit aber nicht einfacher“, erklärte Schienbein noch am Dienstag.

Das Feuer habe sich so schnell ausgebreitet, weil es derzeit im Wald so trocken sei, erklärte Schienbein. Außerdem stehen in dem Waldstück vor allem Nadelbäume, die leichter Feuer fangen als Laubbäume. Die Feuerwehr setzte auch Drohnen ein, um den Brand aus der Luft zu beobachten.

Forstamt Frankenberg bittet Bauern um Unterstützung

Wegen der allgemeinen Waldbrandgefahr hatte das Forstamt Frankenberg-Vöhl am Dienstagabend - auch mit Verweis auf den Brand im Burgwald - die Landwirte in der Region aufgerufen, sich mit den örtlichen Revierförstereien in Verbindung zu setzen und nach Absprache Güllefässer mit Wasser für den Notfall bereitzuhalten, berichtete der Kreisbauernverband Frankenberg unserer Zeitung.

Wegen der aktuellen Sommerhitze hatte das Hessische Umweltministerium bereits am Montag, 18. Juli, die erste von zwei Alarmstufen (Alarmstufe A) für die Forstverwaltung im Land ausgerufen. Damit werde unter anderem sichergestellt, dass besonders gefährdete Waldbereiche verstärkt überwacht werden.

Durch die aktuelle Witterung seien die Oberböden weitestgehend ausgetrocknet. Das stark ausgetrocknete Kronenrestholz, Reisigmaterial und abgestorbene Bäume bildeten in vielen Teilen des Landes leicht entzündbares Material. Das Ministerium bat daher alle Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Rauchen ist im Wald laut Ministerium grundsätzlich nicht gestattet. Außerhalb ausgewiesener Grillstellen dürfe kein Feuer entfacht werden.

Auch interessant

Kommentare