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Grundschule nach Corona-Ausbruch geschlossen: In allen Klassen Schüler infiziert

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Von: Martina Biedenbach

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Maske auf einem Lehrertischt. Im Hintergrund Schüler mit Masken
Die Zahl von mit Corona infizierten Schülern geht in die Höhe. Die Grundschule Bottendorf wird deshalb für gut eine Woche geschlossen (Symbolbild). © Matthias Balk/dpa

Zum ersten Mal in der aktuellen Corona-Welle muss im Landkreis Waldeck-Frankenberg eine Schule komplett geschlossen werden: die Grundschule in Bottendorf.

Waldeck-Frankenberg - „In der Grundschule in Bottendorf gibt es derzeit 15 bestätigte Coronavirus-Fälle und weiterhin 15 positive Schnelltests, für die ein PCR-Testverfahren läuft. Da die Infektionen klassenübergreifend sind, hat der Fachdienst Gesundheit des Landkreises die dringende Empfehlung ausgesprochen, die Schule vorerst zu schließen, um eine weitere Verbreitung des Infektionsgeschehens zu vermeiden“, sagte Pressereferentin Ann-Kathrin Heimbuchner am Mittwoch (19.01.2022).

Die Schulleitung sei dieser Empfehlung im Einvernehmen mit dem Staatlichen Schulamt gefolgt. Die Grundschule am Standort Bottendorf bleibt deshalb von Donnerstag, 20. Januar, bis einschließlich Freitag, 28. Januar, komplett geschlossen. Betroffen von Corona-Infektionen waren laut Landkreis Schüler aus allen vier Bottendorfer Grundschulklassen. Deshalb seien nicht einzelne Klassen, sondern sei die gesamte Schule geschlossen worden.

„Wir hatten täglich vier, fünf neue Covidfälle unter den Schülern“, erläutert Daniel Marschall, kommissarischer Schulleiter, den Grund zur Schließung der Grundschule Bottendorf bis Ende nächster Woche. Die Schließung hatte er am Mittwoch den Eltern in einem Schreiben mitgeteilt und darauf verwiesen, dass die Klassenlehrer die häusliche Beschulung, das Homeschooling, organisieren.

Grundschule Bottendorf wegen Corona geschlossen: Unklarheit über Quarantäneregelung

Eine Nachricht, die viele Eltern überraschte und vor die Aufgabe stellte, schnell die Betreuung ihrer Kinder neu zu organisieren. Zudem herrschte am Mittwoch Unklarheit darüber, ob nun alle Kinder mit ihren Familien in Quarantäne müssen. „Quarantäne besteht nur für die Schülerinnen und Schüler, welche vom Gesundheitsamt diesbezüglich unterrichtet wurden“, heißt es im Anschreiben an die Eltern.

Im eigentlichen Infobrief steht dann aber: „Je nach Einschätzung des Gesundheitsamtes wird in diesen Fällen entweder für die gesamte Schule oder für die entsprechende Schulklasse eine Quarantäne angeordnet. Es ist durch das derzeitige Infektionsgeschehen leider nicht möglich, dass Sie alle durch das Gesundheitsamt kontaktiert werden können. Wir möchten Sie bitten, Kontakte Ihrer Kinder auf ein nötiges Maß zu reduzieren, z. B. auf die Kontakte in der häuslichen Gemeinschaft.“

Mit der Frage „Was gilt denn nun?“ wandete sich ein Elternteil an unsere Zeitung. Und als Spitze gegen die Corona-Bestimmungen fügte die Person hinzu: „Darf mein geimpftes Kind in die Gaststätte gehen, aber nicht in die Schule?“ Dazu sagte die Kreisverwaltung auf Anfrage: „In Quarantäne gesetzt werden Personen, die per PCR-Test positiv getestet wurden, sowie deren Kontaktpersonen, wenn sie nicht geboostert sind oder wenn deren Grundimmunisierung mehr als drei Monate her ist.“

Nach Corona-Ausbruch an Grundschule Bottendorf: Fachdienst empfiehlt Kontaktreduktion

Trotzdem empfehle der Fachdienst Gesundheit allen Schülern sowie allen anderen Angehörigen der Schulgemeinde, vorerst Kontakte auf ein mögliches Minimum zu reduzieren, sich nach Möglichkeit regelmäßig schnell zu testen und auf Symptome zu achten.

Warum es gerade an der Grundschule Bottendorf zu so vielen Infektionen gekommen ist, lässt sich laut Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher des Landkreises Waldeck-Frankenberg, derzeit noch nicht sagen. Aber es liege im Trend, dass die Infektionszahlen in Folge von Omikron enorm schnell an vielen Schulen anstiegen. Diesen Trend sieht auch Stephan Uhde, Leiter des Staatlichen Schulamts in Fritzlar, das auch für Waldeck-Frankenberg zuständig ist. An der Bottendorfer Grundschule seien die Schutzmaßnahmen sorgfältig eingehalten worden, betont er auf Anfrage.

In Kassel war es Anfang Dezember zu einem Corona-Ausbruch im Hort der Auefeldschule gekommen. (Martina Biedenbach)

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