Hessen-Mobil stellte Pläne vor

So soll die neue Umgehung der B252 bei Burgwald werden

An der Infotafel im DGH Burgwald: Ralf Hundertmark (rechts), zuständig für den Bauwerksentwurf, beschreibt den Wiesenfeldern Günter Beck (links) und Gerhard Beaupain den Verlauf der geplanten Senkelbachtalbrücke anhand einer Grafik.
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An der Infotafel: Ralf Hundertmark (rechts), zuständig für den Bauwerksentwurf, beschreibt den Wiesenfeldern Günter Beck (links) und Gerhard Beaupain den Verlauf der geplanten Senkelbachtalbrücke anhand einer Grafik.

Hessen-Mobil hat die Entwurfsplanung für die B-252-Ortsumgehung Ernsthausen vorgestellt. Geschätzte Kosten: 65 Millionen Euro.

Burgwald – Es kommt Bewegung in die Realisierung einer B-252-Ortsumfahrung in der Gemeinde Burgwald. Hessen-Mobil hat die Entwurfsplanung fertiggestellt. Es soll eine neue Verkehrsverbindung zwischen Ernsthausen und Frankenberg entstehen, die den Verkehr der jetzigen B 252 und Kreisstraße 117 aufnimmt – insgesamt 8000 Fahrzeuge pro Tag. Die Kosten für die Gesamtbaumaßnahme werden auf 65 Millionen Euro geschätzt. Hier einige Planungsdetails, wie sie Hessen-Mobil darstellte.

B-252-Umgehung: Verlauf

Die Umgehung führt von der im Bau befindlichen B-252-neu im Süden, der Umgehung im Bereich Münchhausen, Wetter, Lahntal (MüWeLA), westlich an Ernsthausen vorbei, quert dort die Bahnlinie auf einem zirka neun Meter hohen Damm und mit einer 26 Meter langen Brücke. In der Verlängerung der Straße Pfaffengrund wird ein Sichtschutzwall gebaut.

Die Trasse schwenkt südlich von Wiesenfeld in Richtung Osten. Dort ist ein 500 Meter langer und 5 Meter hoher Erdwall als Sichtschutz geplant. Dann kreuzt die Umfahrung die bisherige Kreisstraße 117, führt im Einschnitt westlich an Wiesenfeld vorbei und kreuzt das Senkelbachtal auf einer 250 Meter langen und bis zu 24 Meter hohen Brücke. Diese sei zum Höhenausgleich nötig, der nicht mehr als 6 Prozent betragen darf. Auf dieser Brücke wird eine Irritationsschutzwand errichtet, die verhindern soll, dass Fledermäuse auf Lkw prallen.

Die Trasse verläuft dann im Einschnitt östlich an Burgwald vorbei: zwischen der derzeitigen Kreisstraße 117 und der Standortschießanlage. Sie führt in Richtung Norden und mündet zwischen Burgwaldkaserne und Frankenberg auf die dort verlaufende Bundesstraße 252/253 (Ortsumgehung Frankenberg).

So sieht der Verlauf der Trasse für die B-252-Umgehungsstraße in der Gemeinde Burgwald aus. Zum Anschauen bitte anklicken.

B-252-Umgehung: Rückbau von Straßen

Die rund neun Kilometer lange und acht Meter breite Straße verläuft zum großen Teil auf einer komplett neuen Trasse. Nur nördlich von Burgwald wird der Abschnitt der Kreisstraße 117 bis zur Anschlussstelle B 252/B 253 genutzt. Die bisherige, gut ausgebaute B 252 wird im Schafterbach, dem Waldstück zwischen Ernsthausen und Bottendorf, zum Waldweg umgebaut. Wie berichtet, war es aus Naturschutzgründen nicht möglich, die westliche Umfahrung Ernsthauses nördlich des Ortes zurück auf diesen Abschnitt der B 252 zu führen.

Im Bereich Bottendorf bis zur Frankenberger Umgehung (B 252/253) wird die B 252alt Gemeindestraße, ebenso in großen Teilen im Bereich Ernsthausen. Die Kreisstraße 117 verschwindet komplett von der Landkarte. Zwischen Wiesenfeld und Burgwald sowie nördlich von Burgwald wird sie eingezogen. Ein Abschnitt bei Wiesenfeld wird der K 118 und einer bei Burgwald der K 124 zugeordnet. Die durch diese Orte verlaufenden Kreisstraßen dienen dort jeweils als Anschluss auf die B 252neu.

B-252-Umgehung: Anschlussstellen

Es sind fünf Anschlussstellen vorgesehen: Südlich von Ernsthausen erfolgt der Anschluss an die MüWeLa-Umgehung, die in etwa zwei Jahren in diesem Bereich fertiggestellt sein soll. Die nächste Anschlussstelle ist zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld (bisher K 117, dann L 3087). Diese Anschlussstelle soll auch vom Verkehr genutzt werden, der auf der Landesstraße 3087 aus Richtung Roda kommt. Damit diese Fahrzeuge keine Schleife durch Ernsthausen fahren, wird ein neuer Straßenabschnitt nördlich des Ernsthäuser Friedhofs auf die bisherige B 252 gebaut. Die B 252 wird von dort bis zum Anschluss an die B 252neu Richtung Wiesenfeld zur Landesstraße 3087 umgewidmet.

Wiesenfeld wird durch die Weiterführung der Kreisstraße 118 über die jetzige K 117 an die Anschlussstelle in Richtung Ernsthausen angebunden. Wenn die Wiesenfelder nach Burgwald fahren wollen, geht das dann nur über diese Anschlussstelle im Süden (oder über Birkenbringhausen). Die K 117 Richtung Burgwald wird teilweise zurückgebaut oder ganz eingezogen.

Auch die Burgwalder müssen ein Stück in Richtung Süden fahren, um auf die B 252neu aufzufahren -– über die derzeitige K 117, die zur K 124 wird.

Bottendorf wird über den Gemeindeverbindungsweg in Richtung Kaserne an die B 252neu angeschlossen. Da die Bundesstraße im Schafterbach zurückgebaut wird, rollt der Verkehr von Süden nicht mehr durch den Ort. Die B 252alt wird bis zur derzeitigen Auffahrt zur Frankenberger Ortsumgehung (B252/253) nördlich des Ortes weitgehend zur Gemeindestraße abgestuft. Zur weiteren Entlastung Bottendorfs wird dort die großzügige Anbindung mittels Rampe zurückgebaut. Die Abbiegung nach Bottendorf erfolgt dann über Linksabbiegerstreifen. Eine Anschlussstelle mit Rampe wird stattdessen dort gebaut, wo die B 252neu zwischen Kaserne und Frankenberg auf die Frankenberger Umgehung trifft.

B-252-Umgehung: Lärmschutz

Die Trasse verlaufe auf der gesamten Strecken in einer ausreichenden Distanz zur Wohnbebauung, so dass keine Lärmschutzmaßnahmen erfolgen müssten, weder Lärmschutzwälle noch Lärmschutzfenster für Anwohner, sagt Hessen-Mobil. Die vorgeschriebenen Grenzwerte würden eingehalten. Die Umfahrung komme den Orten nicht näher als knapp 400 Meter. Ausnahme sei die Nikolausmühle bei Ernsthausen mit 260 Metern.

B-252-Umgehung: Zahlen in Kürze

Sieben Hektar Fläche werden für die neun Kilometer lange Umgehung neu versiegelt, vier Hektar entsiegelt. Acht Brücken werden gebaut. Neben der Bahnbrücke und der Senkelbachtalbrücke sind es Überquerungen von Straßen und Wirtschaftswegen. Es sind zwei Sichtschutzwälle geplant; bei Ernsthausen und bei Bottendorf.

Lob und Kritik für neues Informationsformat 

Hessen-Mobil hat in Burgwald erstmals ein neues Konzept zur Präsentation der Entwurfsplanung umgesetzt: Statt wie bisher in einer zentralen Informationsveranstaltung vor mehreren Hundert Zuhörern erläuterten Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde und des Ingenieurbüros Oppermann die Planung im DGH Burgwald an Ständen zu verschiedenen Themenbereichen. Die Trassenführung stellten sie mittels Karten und 3D-Animationen vor.

Hessen-Mobil informierte im Bürgerhaus Burgwald über die Planung der B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald. Planungschefin Simone Putscher erläutert hier dem Bottendorfer Stefan Schäfer den Streckenverlauf.

Pandemiebedingt mussten sich Interessierte verteilt auf zwei Tage zu einem von insgesamt neun Terminen anmelden. Sie hatten jeweils knapp eine Stunde Zeit, den Experten Fragen zu stellen. Dann wurde gelüftet und die nächste Gruppe war an der Reihe. Es galten 2G, Maskenpflicht und Abstandsregeln.

„Wir haben viele positive Rückmeldung zu dieser Vorgehensweise“, sagte Planungschefin Simone Putscher am Freitagnachmittag am Ende der Veranstaltung. „Wir werden dieses Format auch bei der Vorstellung der Änderungsplanung der B-252-Umgehung Twiste im Februar nutzen.“

Die Besucher hätten ausgiebig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Fragen zu stellen. Natürlich hätten auch Gegner der Trasse ihre Kritik geäußert. Dazu gehörte die Kritik daran, dass die B 252alt im Schafterbach zurückgebaut werden soll. Insbesondere auch Wiesenfelder hätten sich kritisch geäußert. In ihrem Bereich werde viel Fläche für die neue Trasse gebraucht. Die Flächen sollen über ein Flurbereinigungsverfahren zur Verfügung gestellt werden. Andere Trassengegner hätten gefordert, sowohl die B 252 als auch die K 117 einfach für den Durchfahrverkehr dicht zu machen und ihn stattdessen über die B 236 und durch das Obere Edertal zu leiten. Das sei eine Haltung nach dem St.-Florians-Prinzip und rechtlich nicht umsetzbar, sagte Putscher dazu.

Vor dem DGH Burgwald hatte sich am Freitagnachmittag eine Gruppe Ernsthäuser nach dem Rundgang durch die Ausstellung versammelt; die meisten von ihnen Kommunalpolitiker. Sie kritisierten an dem Vorstellungsformat, dass sie zwar viele Detailinfos bekommen hätten, es aber an einer Gesamtübersicht gefehlt habe. Zudem sei die Zeit zu kurz gewesen.

Dazu sagte Planungschefin Putscher: Bei den bisher üblichen Infoveranstaltungen, die derzeit alleine schon wegen Corona nicht möglich seien, hätten nur wenige Nachfragen gestellt werden können, und nicht so individuelle wie es jetzt möglich gewesen sei. Und wer noch Fragen habe, könne sich an Hessen-Mobil wenden.

Positiv zum neuen Informationsformat äußerte sich auch Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch. Mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens werde die Trasse auch wieder Thema in der Gemeindepolitik sein. Dass insbesondere in Ernsthausen die Meinungen weiterhin gespalten sind, machten die vorm DGH versammelten Ernsthäuser deutlich. (Martina Biedenbach)

Weitere Informationen

Planungsunterlagen stellt Hessen-Mobil auf seiner Homepage bereit, sie ist unter zu.hna.de/umgehungernsthausen leicht zu erreichen. Infos erteilt auch das Regionalbüro von Hessen-Mobil in Bad Arolsen, Tel. 0 56 92/89 31 00, E-Mail: nordhessen@mobil.hessen.de

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