Interview mit Bürgermeister Lothar Koch: "Das Amt ist kein Ponyhof"

2014: Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch vor der in seiner Dienstzeit erweiterten Gemeindeverwaltung. Foto: nh

Burgwald. Am 30. November ist Bürgermeisterwahl in Burgwald. Einziger Kandidat: Amtsinhaber Lothar Koch (parteilos). „Das Amt des Bürgermeisters ist kein Ponyhof“, sagt er im HNA-Interview mit Rückblick auf seine erste Amtszeit.

Herr Koch, Sie sind vor sechs Jahren in die großen Fußstapfen Ihres Vorgängers Adam Daume getreten. Haben Sie sie ausgefüllt? 

Koch: Ich bin vor sechs Jahren zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Burgwald gewählt worden. Dabei hatte ich nicht vor, in „Fußstapfen zu treten“, sondern wollte meinen eigenen Weg gehen. Und ich denke, das ist mir auch gelungen.

Wie charakterisieren Sie selbst Ihren persönlichen Stil, die Gemeinde zu führen? 

Koch: Mit Ecken und Kanten, preußischen Tugenden, auch mal augenzwinkernd und humorvoll, aber immer offen für Gespräche und innovative Ideen - stets zum Vorteil und zur Weiterentwicklung meiner Gemeinde Burgwald.

Was sehen Sie selbst als Ihre drei größten Erfolge in Ihrer ersten Amtszeit an?

Koch: Wenn ich auf meine bisherige Amtszeit zurückblicke, dann gab es sehr viele Projekte, die umgesetzt wurden. Alle waren wichtig und viele davon konnten erfolgreich abgewickelt werden. Wichtig war mir immer - und das soll auch in der kommenden Amtszeit so bleiben - dass sich die Investitionen in den Ortsteilen einigermaßen die Waage halten.

Bei welchen Projekten sind Sie noch nicht da, wo Sie eigentlich sein wollten? 

Koch:Natürlich gibt es Ideen und Wunschprojekte, die ich gerne in der Gemeinde Burgwald sehen würde. Aber Sie kennen meine Haltung: Es muss alles finanziell leistbar sein und da steht manches Wünschenswerte zunächst zurück. Erstmal müssen wir unsere Hausaufgaben machen.

Was war in der ablaufenden Amtszeit Ihr schönstes Erlebnis als Bürgermeister? 

Koch: Auch hier kann ich nicht nur ein Erlebnis oder Ereignis nennen. Besonders gefreut haben mich immer die freundlichen, offenen Begegnungen mit unterschiedlichsten Charakteren von Menschen in meiner Gemeinde.

Und worüber haben Sie sich am meisten geärgert? 

Koch: Das Amt des Bürgermeisters ist kein Ponyhof, auf dem alles immer harmonisch und in rosa Farbe abläuft. Von daher kommt es hin und wieder schon mal vor, dass man sich über verschiedene Dinge auch ärgert. Sicherlich haben mich einige Dinge mehr geärgert als andere, ich versuche jedoch immer auch etwas Positives aus der Situation zu ziehen und nach anderen Lösungen zu suchen.

Was sehen Sie als die Hauptaufgaben für die nächsten sechs Amtsjahre an? 

Koch: Ich werde versuchen, das Schiff „Gemeinde Burgwald“ möglichst auf Kurs zu halten. Aber aufgrund der allgemein bekannten finanziellen Situation kann diese Aufgabe nur gemeinschaftlich erfüllt werden; und zwar mit Unterstützung der gemeindlichen Gremien und Verständnis in der Bevölkerung, wenn es zu Einschnitten kommt.

Sie haben in der Vergangenheit wichtige Themen oft weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit angeschoben, indem Sie sie im Ältestenrat beraten haben. Zuletzt war das beim Thema Sanierung Tiefenbrunnen Burgwald und künftige Wasserversorgung der Fall. Wo bleibt da die Transparenz für die Öffentlichkeit?

Koch: Die Beratung oder Vorbesprechung im nicht öffentlichen Kreis hat mit mangelnder Transparenz nun mal gar nichts zu tun; hier haben wir lediglich die Vorgehensweise bei großen Projekten vorbesprochen. Teilweise sind vor einer öffentlichen Beratung verbindliche Aussagen zu treffen und dafür ist eine vorherige Abfrage der politischen Meinung sowie eine Unterstützung der Fraktionen schon erforderlich; außerdem hat es viele Entscheidungsprozesse zeitlich verkürzt. Ich kann aber schon verstehen, dass es die Presse ein klein wenig kitzelt, wenn in einer nicht öffentlichen Sitzung etwas beraten wird.

Warum sollen die Burgwalder am 30. November zur Wahl gehen und Sie wählen? 

Koch: Weil ich mich in den vergangenen sechs Jahren durchaus erfolgreich für das Wohl der Gemeinde Burgwald und ihrer Bevölkerung eingesetzt und engagiert habe und dies fortsetzen möchte.

Von Martina Biedenbach 

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