Burgwalder Parlamentsausschuss stimmt zu

B-252-Umgehung bei Ernsthausen: Hessen-Mobil will Bahnlinie weiter nördlich überqueren

Veränderte Trasse: Die blaugestrichelte Linie zeigt die nun weiter nördlich geplante Bahnquerung. Die B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald (blaue Linie) soll westlich an Ernsthausen und östlich an Wiesenfeld und Burgwald vorbeiführen und bei Frankenberg auf die B 253 münden. Mit dieser Trasse würde auch Bottendorf entlastet. Die jetzige B-252-Strecke zwischen Ernsthausen und Bottendorf soll zum Forstweg zurückgebaut werden. Bei unserer Grafik handelt es sich um eine grobe Skizze, nicht um eine exakte Linienführung.
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Veränderte Trasse: Die blaugestrichelte Linie zeigt die nun weiter nördlich geplante Bahnquerung. Die B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald (blaue Linie) soll westlich an Ernsthausen und östlich an Wiesenfeld und Burgwald vorbeiführen und bei Frankenberg auf die B 253 münden. Mit dieser Trasse würde auch Bottendorf entlastet. Die jetzige B-252-Strecke zwischen Ernsthausen und Bottendorf soll zum Forstweg zurückgebaut werden. Bei unserer Grafik handelt es sich um eine grobe Skizze, nicht um eine exakte Linienführung.

Vertreter von Hessen-Mobil haben in Burgwald erläutert, wie die Trasse der geplanten B-252-Umgehung Ernsthausens nun die Eisenbahnlinie queren soll. Der Ausschuss hat zugestimmt.

Burgwald/Ernsthausen - Vertreter von Hessen-Mobil haben im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Burgwald die veränderte Trassenführung der B-252-Umgehung Ernsthausens vorgestellt. Nun soll die Bahnlinie 312 Meter weiter nördlich gequert werden (siehe Grafik).

Geplant ist zwar immer noch eine Überquerung der Bahnlinie, aber der Damm soll in eine Senke gebaut und nur noch zirka acht Meter hoch werden. Zuvor war ein elf Meter hoher Damm weiter südlich vorgesehen. Das war Ende 2019 von der Burgwalder Gemeindevertretung abgelehnt worden.

Bei den ursprünglichen Planungen vor über 15 Jahren sollte die Bahnlinie bei der Nikolausmühle unterquert werden. Im laufenden Planungsverfahren war aber die EU-Wasserrahmen-Richtlinie in Kraft getreten, was die Umplanung zur Folge hatte. Bei einer Unterquerung würde der Grundwasserleiter für den Tiefbrunnen Ernsthausen angeschnitten, was Auswirkungen für den Tiefbrunnen Ernsthausen und somit die Wasserversorgung des Ortsteils Ernsthausen zur Folge haben könnte. Den Erhalt des Tiefbrunnens Ernsthausen hatte die Gemeindevertretung 2019 als oberster Priorität bei der Trassenführung gefordert.

Mit der jetzt vorgelegten Variante, für die die Trasse auf einer Länge von 2,5 Kilometern angepasst wurde, werde dem Schutz des Grundwassers Rechnung getragen, erläuterten Fachdezernentin Simone Putscher und der Projektverantwortliche Hendrik Beverungen von Hessen-Mobil den Mitgliedern des Burgwalder Haupt- und Finanzausschusses. Durch die Dammlage komme es sogar zu einer größeren Schutzwirkung.

Zudem würden auch weitere Schutzmaßnahmen entlang der Strecke geplant, die verhindern sollen, dass etwa auslaufendes Öl oder Benzin von der Straße ins Erdreich gelangen. Dazu seien auch zwei Filterbecken vorgesehen, erläuterten die Hessen-Mobil-Vertreter auf Anfrage von Armin Schneider und Marco Lo Castro (Bürgerliste Ernsthausen, BLE). Eine Unterquerung der Bahn sei auch wegen des hochstehenden Grundwassers nicht zu realisieren. Das sei bei den ursprünglichen Planungen nicht berücksichtigt worden. Begleitend zur Trassenplanung würden Bodenbohrungen durchgeführt, um eine Beeinträchtigung des Grundwassers auszuschließen.

Der Burgwalder Ausschuss stimmte – bei einer Enthaltung – der vorgestellten Variante zu – mit dem von der BLE geforderten Zusatz, dass die weitere Planung keine negativen Auswirkungen auf den Tiefbrunnen Ernsthausen hat. Zudem soll vor einer abschließenden Beschlussfassung über die Trasssenführung im Zuge des Planfeststellungsverfahrens eine Bürger-Information erfolgen.

„Ich kann gut mit der neuen Trassenführung leben“, hatte zuvor Axel Schröder (SPD) gesagt. Gabriele Linne (CDU) hatte gelobt, dass Hessen-Mobil zur Veranschaulichung die Trasse in Landschaftsfotos montiert hatte. „Die Visualisierung zeigt, dass die Eingriffe in die Landschaft gar nicht so schlimm sind, wie befürchtet“, sagte sie.

Termin: Über die Umplanung entscheidet die Burgwalder Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Donnerstag, 4. Februar. Beginn: 19 Uhr im DGH Burgwald. Besucher müssen sich anmelden.

Keine Ostumgehung Ernsthausens

Die Realisierung einer Ostumgehung Ernsthausens, deren erneute Prüfung das Parlament Burgwald gefordert hatte, ist laut Hessen-Mobil nicht möglich. Der Bereich liege unter anderem im Natura-2000-Gebiet des Vogelschutzgebietes Burgwald und im FFH-Gebietes Obere Lahn und Wetschaft.

Seinem Ärger darüber machte Ausschuss-Mitglied Reinhard Mayer (Bürgerliste Burgwald) Luft. Schützenwerte Tiere und Pflanzen gebe es auf beiden Seiten des Ortes. Es hätte nicht eine Strecke nahe der Wetschaft für die Ostumgehung in Erwägung gezogen werden sollen, sondern eine Trasse weiter östlich im Wald, sagt er. Auch bei einer solchen Trasse müsste die Wetschaft mit zwei Brücken überquert werden. Das werde nicht genehmigt, so Hessen-Mobil.

Von Martina Biedenbach

So geht es weiter

Die veränderte Trassenführung muss umgehend dem Bundesverkehrsministerium bekanntgeben werden. Denn die Kosten für die Umgehung haben sich erheblich erhöht. Die Finanzierung der Trasse ist seit Jahren als vordringlicher Bedarf eingestuft.

Wie die Mitarbeiter von Hessen-Mobil weiter erläuterten, soll die Feinplanung der Gesamttrasse demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt werden und dann im Sommer das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden. In diesem Verfahren wird die Planung offengelegt, es können Einwände, auch der Gemeinde Burgwald, vorgebracht werden. Sie werden in einem Termin erörtert.

Hessen-Mobil schätzt, dass dieses Verfahren 2,5 Jahre dauert. Baurecht könnte somit Ende 2023, Anfang 2024 vorliegen.

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