Jugendhaus wird Flüchtlingsunterkunft: Jugendclub sauer

Jugendhaus Bottendorf: Mitglieder des örtlichen Jugendclubs kritisiert, dass die Gemeinde Burgwald das Haus mit Flüchtlingen belegen will, ohne den Club zuvor informiert zu haben. Foto: Biedenbach

Bottendorf. Die Gemeinde Burgwald will im Jugendhaus Bottendorf Flüchtlinge unterbringen. Der örtliche Jugendclub fühlt sich übergangen.

„Das ist hammerhart“, sagt Jonas Roth, Vorsitzender des Bottendorfer Jugendclubs. Als er mit neun anderen Mitgliedern das Haus aufschließen will, ist das Schloss ausgewechselt. Sie vermuten, dass die Gemeindeverwaltung den Austausch vorgenommen hat. Die Gemeinde rüstet das Jugendhaus im Behälterweg gerade um, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

Gegen diesen Plan habe der Jugendclub im Grundsatz nichts einzuwenden, schildern die Mitglieder der HNA. Aber sie sind sauer, dass sie überhaupt nicht über das Projekt informiert wurden, wie sie sagen.

„Das ist ziemlich dreist, Wir fühlen uns übergangen“, schimpfen die jungen Leute. Nur durch Zufall hätten sie erfahren, dass sie ihren Billardtisch rausräumen sollen, sonst würde er entsorgt. Die Küche und Theke, die Eigentum der Jugendlichen seien, würden hingegen weiterverwendet.

„Mit Herzblut aufgebaut“

„Als 2003 das Jugendhaus als Fertigbauhaus erstellt wurde, arbeiteten Jugendliche und deren Eltern aus Bottendorf an Dach- und Innenausbau in Eigenleistung. Im Laufe der Jahre wurde das Jugendhaus durch mehrere Generationen Jugendlicher mit Freude genutzt und anerkannt“, heißt es in einem Schreiben des Clubs an seine Mitglieder. Das Haus sei „mit viel Herzblut“ aufgebaut worden.

Die Clubmitglieder räumen auf Nachfrage der HNA ein, dass es in dieser Zeit auch mehrfach zu Beschädigungen kam. Wie berichtet, hatte der ehemalige Bürgermeister Adam Daume das Haus sogar für einen längeren Zeitraum geschlossen. Dazu sagen die Mitglieder, dass die Jugendlichen selbst mit Hilfe von Eltern die Schäden beseitigt hätten.

Mittlerweile sind die Mitglieder fast alle über 20 Jahre alt. Sie nutzen nach eigenen Angaben das Haus nur noch gelegentlich. Die aktuellen Jugendlichen seien wenig an dem Haus interessiert. Regelmäßig trafen sich dort zuletzt feste Jugendgruppen unter Betreuung von Jugendarbeiterin Karina Lindemann. Der Vorstand des Jugendclubs zieht nun die Konsequenz und schlägt den rund 30 Mitgliedern die Auflösung des Vereins noch in diesem Jahr vor.

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Was der Bottendorfer Ortsvorsteher zu dem Thema sagt, lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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