Märchenbildern mit Motiven aus der Region 

Land Hessen hat Otto Ubbelohdes Grimm-Illustrationen aus dem Burgwald als „Nationales Kulturgut“ ausgewiesen

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Rapunzelhaus in Amönau: Nur bei wenigen Märchenbildern Ubbelohdes ist die Vorlage so gut zu identifizieren wie bei dieser.

Marburg/Burgwald. Das Land Hessen hat  die Sammlung der Ubbelohde-Zeichnungen zu den Märchen der Brüder Grimm als „national wertvolles Kulturgut“ ausweisen lassen.

Dass der Burgwald neben der Universitätsstadt Marburg, in der die Brüder Grimm in den Jahren 1802 bis 1805 studierten, heute zur „GrimmHeimat Nordhessen“ gehört, verdankt er vor allem einem großen Künstler: Otto Ubbelohde (1867 - 1922). Mit seinen 449 Federzeichnungen verortete der in Goßfelden lebende Maler und Grafiker die Märchen der Grimms in Nordhessen, und immer wieder finden sich darunter Motive aus dem Raum Burgwald und dem Lahntal.

Das Land Hessen hat jetzt die Sammlung der Ubbelohde-Zeichnungen zu den Märchen der Brüder Grimm als „national wertvolles Kulturgut“ ausweisen lassen. Dies gaben Ministerialrat Christian Bührmann als Vertreter des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie die Marburger Landrätin Kirsten Fründt während der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises in Biedenkopf bekannt. Die Zeichnungen befinden sich im Eigentum des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Mit der Anerkennung als national wertvolles Kulturgut stehen die 449 Federzeichnungen Ubbelohdes auf einer Stufe etwa mit der Skulptur des Fürsten vom Glauberg, mit der Himmelsscheibe von Nebra, mit der Gutenberg-Bibel oder mit Kunstwerken von Lucas Cranach dem Älteren.

Der Anerkennung durch das Land Hessen war eine Prüfung durch eine unabhängige Sachverständigenkommission einschließlich der Anhörung aller anderen Bundesländer vorausgegangen. In Hessen gibt es laut der „Datenbank geschützter Kulturgüter“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien lediglich 171 Eintragungen.

Das Land nimmt Kulturgut dann in die Liste national wertvoller Kulturgüter auf, wenn es besonders bedeutsam für das kulturelle Erbe Deutschlands, der Länder oder einer seiner historischen Regionen sind und damit identitätsstiftend für die Kultur Deutschlands ist. Die Werke dürfen nicht ins Ausland verkauft werden.

„Die Anerkennung als national wertvolles Kulturgut ist eine bedeutende Auszeichnung für die Werke Ubbelohdes und für die Kultur in der Region Marburg-Biedenkopf“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. So habe man die höchste Kulturauszeichnung, die der Landkreis zu vergeben hat, nach dem Künstler Otto Ubbelohde benannt. Als Preisträger 2018 wurden Dr. Barbara Rumpf-Lehmann (Marburg), Christoph Kaiser (Biedenkopf) und das Archivteam des Heimatvereins Ebsdorf ausgezeichnet. Insgesamt lagen 57 Bewerbungen www.kulturgutschutz-deutschland.de

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