Bei jedem Wetter im Wald

Lisa Rusch absolviert Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Forstamt Burgwald

+
Am Nasslagerplatz: Lisa Rusch, hier in Begleitung von Forstwirt Stefan Zeigler, macht ein Freiwillig Ökologisches Jahr im Forstamt Burgwald. 

Bottendorf. „Man muss damit klar kommen, auch mal allein im Wald zu sein“, sagt die 19-jährige Lisa Rusch. Die junge Frau aus Lahntal/Caldern absolviert seit August 2017 ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) beim Forstamt Burgwald.

Mit ihrer Wahl ist sie zufrieden. „Ich habe mein Fachabi im Bereich Sozialwesen gemacht. Aber der Bereich war nichts für mich, da wollte ich komplett raus.“ Auf der Messe „Reiten, Jagen, Fischen, Offroad“ in Alsfeld stellte Hessenforst das Freiwillig Ökologische Jahr vor und Rusch erkannte: „Das möchte ich gern machen.“

Rusch, die seit dem zweiten Lebensjahr reitet, ist es gewohnt, bei Wind und Wetter draußen zu sein. Das muss sie auch bei ihrem freiwilligen Jahr beim Forstamt Burgwald. „Im Winter war das manchmal echt schlimm, wenn man drei Paar Handschuhe übereinander trägt und trotzdem noch friert“, erzählt die 19-Jährige. „Und unangenehm ist es auch bei Regen, wenn man durch und durch nass ist.“ Deswegen hat sie nun immer Kleidung zum Wechseln im Auto dabei.

Zu ihren Aufgaben gehören Tätigkeiten wie das Freischneiden von Pflanzenbeständen und Teichen, der Obstbaumschnitt und das Nachzeichnen von Beständen. Zudem begleitet sie die Forstwirte, um zum Beispiel Bäume auszuzeichnen und beim Holzlagerplatz Regner und Wasserleitungen zu überprüfen.

Ihre Aufträge können sich auch schon mal über mehrere Wochen hinziehen. So schnitt sie einmal zwei Monate lang in Gemünden ein Tannengatter frei. „Da wünscht man sich doch mal eine andere Aufgabe zum Wechseln“, sagt sie. „Aber umso glücklicher ist man dann, wenn man es geschafft hat.“

Dabei ist es egal, in welcher der elf Revierförstereien des Forstamtes Burgwald die Aufgaben anfallen. Lisa Rusch findet ihren Weg dorthin. Dafür muss sie auf Karten der Reviere zurückgreifen, da es im Wald nicht überall GPS-Empfang gibt. Bis Anfang April hatte sie beim Kartenlesen Hilfe, weil es eine zweite FÖJlerin im Forstamt gab. „Sie hat das FÖJ aber abgebrochen, weil sie noch in einen anderen Bereich reinschnuppern wollte, da sie nicht weiß, was sie danach machen will.“ Nun muss Rusch sich beim Fahren selbst durch den Wald navigieren.

Gesellschaft im Wald hat sie aber durch ihre Hündin Eika. Der zweieinhalbjährige Riesenschnauzer darf sie oft bei ihrer Arbeit begleiten. Wenn Lisa Rusch einmal nicht im Wald ist, dann weil sie Seminare besucht und an Tagesausflügen teilnimmt, die Bestandteil des FÖJs sind. Bei den Seminaren wurden zum Beispiel die Erneuerbaren Energien, Landbau und Gentechnik thematisiert.

Nach ihrem FÖJ möchte Rusch an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen mit einem Forstwirtschaftsstudium beginnen. „Das FÖJ hat mir auf jeden Fall bei der Entscheidung dazu geholfen.“ Im Moment arbeitet die 19-Jährige zudem an ihrem Jagdschein.

Sich ein Jahr für die Umwelt engagieren

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Leute, in dem sie sich für die Umwelt engagieren können.

Hessen-Forst ist dabei eine von vielen möglichen Einsatzstellen. Die hessischen Forstämter arbeiten mit verschiedenen Trägern zusammen, so kooperiert das Forstamt Burgwald mit Volunta, einer Gesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen, die unter anderen die Seminare für die FÖJler organisiert. Bei Hessen-Forst dauert das FÖJ in der Regel zwölf Monate, vom 1. August eines Jahres bis um 31. Juli des Folgejahres. Bei 40 Arbeitsstunden in der Woche erhält man ein monatliches Taschengeld und hat Anspruch auf mindestens 24 Tage Urlaub.

Für ein FÖJ beim Hessenforst sollte man mindestens 18 Jahre alt sein und einen Führerschein besitzen. Auch sollte möglichst die Fachhochschulreife oder Abitur erreicht sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.